Hingehört: Solomon Burke – „Nothing’s Impossible“


Solomon Burke ist ein echter Klassiker. Und klingt auf "Nothing's Impossible" auch so.

Solomon Burke ist ein echter Klassiker. Und klingt auf "Nothing's Impossible" auch so.

Künstler Solomon Burke
Album Nothing’s Impossible
Label Edel
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung **

Nichts ist unmöglich. Das nicht-einmal-Wikipedia-weiß-wievielte Album von Solomon Burke ist keineswegs von Toyota gesponsert. Der King Of Rock’N’Soul spielt damit auch nicht auf die Tatsache an, dass er sich immer wieder lange Auszeiten von Musikgeschäft gegönnt hat, ohne deshalb an Ansehen zu verlieren. Auch nicht auf die Tatsache, dass er 90 Enkel hat oder im Nebenjob ein Bestattungsunternehmen leitet. Nothing’s Impossible ist eher die Geschichte von Träumen, Schicksal und Seelenverwandtschaft. Und deshalb ist der Name schon ganz richtig gewählt.

Solomon Burke, seit 1955 im Showgeschäft, seit 2001 in der Rock’N’Roll Hall Of Fame, arbeitet hier erstmals mit Produzent Willie Mitchell zusammen. Der war einst schon für Al Green ein kongenialer Partner und Burke schon länger musikalisch verbunden. Die beiden kennen sich seit 35 Jahren, aber nur übers Telefon. Als sich die beiden Soul-Legenden dann im Oktober 2008 erstmals von Angesicht zu Angesicht gegenüber standen, war es wie eine Heimkehr: „We met like old brothers“, erinnert sich Burke an die erste Begegnung.

Spontan wurde in Mitchells Studio in Memphis eine Aufnahmesession auf die Beine gestellt. Das Ergebnis war You Needed Me. Das Stück, im Original von Anne Murray, gerät hier höchst elegant – gerade weil sich Burke stimmlich ein wenig zurückhält.

Beide waren so angetan, dass schnell der Beschluss gefasst wurde, die Zusammenarbeit auf ein ganzes Album auszudehnen. Das Ergebnis ist Nothing’s Impossible. Burke, dessen Songs unter anderem von Tom Petty oder den Rolling Stones gecovert wurden, lässt dabei den Country links liegen, dem er zuvor so gerne gefrönt hatte, und macht wieder klassischen Soul.

Und zwar so klassisch, dass viele der Stücke genauso gut Coverversionen von irgendwelchen Klassikern des Genres sein könnten oder die Platte auch 1965, 1978 oder 1993 entstanden sein könnte. Das wird wahlweise höchst entspannt (Oh What A Feeling), dezent funky (You’re Not Alone, Everything About You), lupenreiner Blues (The Error Of My Ways) oder so sexy, wie es für einen 70-Jährigen kaum mehr erlaubt sein sollte (Dreams, Yay You Love Me Too). Alles ist ein wenig unaufregend, aber durchweg sehr stilsicher.

Trotzdem fanden Burke und Mitchell zunächst kein Label, das Nothing’s Impossible veröffentlichen wurden. Kurzerhand brachten sie das Album dann eben in Eigenregie heraus. Sie wussten es ja: Nichts ist unmöglich.

Auch deshalb nennt man ihn den King: Solomon Burke singt nur noch im Sitzen, und zwar auf seinem Thron. In diesem Fall Cry To Me, seinen größten Hit:

Solomon Burke bei MySpace.

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