Hingehört: The Beach Boys – „20 Golden Hits“ 1


Eine CD, die knistert: Das passt perfekt zu den Beach Boys.

Künstler Beach Boys
Album 20 Golden Hits
Label Gold Records
Erscheinungsjahr 1991
Bewertung ****

Zehn Mark hat diese CD gekostet. Das sind 50 Pfennig pro goldenem Hit. Es gab damals eine ganze Serie davon. 20 Golden Hits von den Beatles, Stones, Bee Gees, Simon & Garfunkel. Und eben den Beach Boys. Illegale Raubpressungen irgendeiner Piratenfirma in Malaysia, aber der Musik tut das ja keinen Abbruch. Copy is music, sozusagen.

Die Klangqualität lässt manchmal zu wünschen übrig. Ab und zu hört man die CD sogar richtig knistern. Aber das passt natürlich vortrefflich zu Beach-Boys-Songs.

Natürlich waren die 1960er auch keine unschuldigere Zeit als heute. Aber es klingt so. Und das zählt. Ein paar Stücke sind verzichtbar, aber die allermeisten sind Klassiker. Die ungekünstelte Ausgelassenheit und der Walking-Bass von Barbara Ann kriegen einen immer noch. Bei Sloop John B. singen immer noch alle mit. Surfin´ USA hat noch immer das am meisten rockende Orgelsolo aller Zeiten, man stürzt beinahe vom Bügelbrett.

Zu Fun, Fun, Fun kann man stets sehr gut Twist tanzen. Bei I Get Around fangen meist die Mädels an und tanzen irgendwelche Tänze, bei denen man über weite Strecken des Liedes die Hände an die (eigene) Hüfte halten muss. Das Tamburin in Good Vibrations ist einer der besten Einfälle der Popgeschichte. Für California Girls sind alle anderen Frauen der Welt den Beach Boys immer noch nicht böse. Wouldn´t It Be Nice ist auch heute noch eine verdammt gute Liebeserklärung.

Help Me Rhonda wird auf ewig ein verdammt catchy Song bleiben. Unerreicht auch der Gesang in God Only Knows. Niemand wird sich je dem „Dom dom dom“ von Louie Louie enztziehen können. Oder gar dem göttlichen Bass von Do It Again. Noch in 200 Jahren wird man schreiende Kinder mit dem unendlich zuversichtlichen Don´t Worry Baby beruhigen können. „Vordergründig ein Lied über ein Autorennen. Aber es geht um viel mehr. Es geht um das ganze Leben“, hat Joey Ramone (!) einmal sehr treffend über dieses Stück gesagt.

Passend zu Ramone ist Wild Honey dann fast schon punkig und man hätte es eher auf dem White Album der Beatles als auf 20 Golden Hits der weitestgehend harmlosen Strandjungen erwartet. Aber man wird sich ja wohl noch positiv überraschen lassen dürfen.

Kein echtes Video, aber der irrste Track auf dieser CD und deshalb hier nochmal zum anhören: Louie Louie:

Die Beach Boys bei MySpace.


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