Hingehört: The Minus 5 – „The Gun Album“


Hat keinen Namen, wird aber "The Gun Album" genannt. Warum bloß?

Künstler The Minus 5
Album The Gun Album
Label Cooking Vinyl
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung **1/2

Es sind nicht die ganz großen Namen, aber es ist doch eine respektable Runde. The Minus 5, gegründet 1993 von Scott McCaughey (damals beinahe noch ein Young Fresh Fellow) und Peter Buck (ja, der von REM), haben wieder mal ein paar Kumpels eingeladen. Wilco sind bei zwei Stücken dabei, zwei Jungs von den Decemberists, Schlagzeuger Bill Rieflin (Ministry), Sean Nelson (Long Winters) und einige andere, denen Gitarren, Melodien und Tradition am Herzen liegen.

Erneut hat das Werk keinen Namen, soll aber wegen der Pistole auf dem Cover The Gun Album genannt werden. Und wieder einmal ist die Platte allerliebst, ebenso clever wie warm, stets ganz nah an den Vorbildern, ohne ihnen aber auf die Füße zu treten oder sie gar in den Schatten zu stellen.

My Life As Creep bezaubert mit federndem Beat und perlenden Gitarren. Bought A Rope setzt auf satten Bass und Psychedelik, Original Luke kommt im Rockabilly-Gewand daher, Cigs, Coffee, Booze ist herrlich abgehangen.

Nicht selten schleicht sich aber auch Belanglosigkeit ein. Dann hat man den Verdacht, dass bei all der schönen Wiedersehensfreude keiner der Kumpel zu fragen wagte, ob der Song eigentlich viel taugt. Die Lieder ergehen sich in diesen Momenten in reiner Musikalität und lassen das Zwingende vermissen. Das macht The Gun Album manchmal etwas flüchtig und leichtgewichtig. Es ist nicht der ganz große Wurf, aber es ist doch eine respektable Platte.

So etwas nennt man wohl eine Steilvorlage: Ein Fan-Video zum wilden Aw Shit, Man:

The Minus 5 bei MySpace.

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