Hingehört: The Temper Trap – „Conditions Remixed“ 1


Mit "Conditions Remixed" verkürzen The Temper Trap das Warten aufs nächste Album.

Mit „Conditions Remixed“ verkürzen The Temper Trap das Warten aufs nächste Album.

Künstler The Temper Trap
Album Conditions Remixed
Label Infectious
Erscheinungsjahr 2010
Bewertung ***

Es gehört schon eine Portion Mut (und Wahnsinn) dazu, einem erfolgreichen Debüt ein Album mit Remixen eben dieser Songs folgen zu lassen. Die letzte Band, die mir bekannt ist und das getan hat, waren Roxette mit Pearls Of Passion/Dance Passion. Nun wenden The Temper Trap diese Taktik an. Conditions, immerhin ein Top10-Album in ihrer Heimat Australien und eine Goldene Schallplatte in England, bekommt nach gut einem Jahr noch einmal eine gründliche Renovierung.

Bei genauerem Nachdenken ist die Idee freilich gar nicht so abwegig.  Wenn man an die Stärke der eigenen Songs glaubt, offen für neue Einflüsse ist und zudem den Fans die Wartezeit verkürzen will, während man gerade im Studio am zweiten Album arbeitet, dann gibt es eigentlich kaum eine bessere Möglichkeit als ein Remix-Album.

Zumal in Zeiten wie diesen, die der NME unlängst zur Blütezeit des Remix erklärt hat: „In 2009 the blog-aggregator had become the terrordome where the music industry fights its battles. And as any fool knows, blog aggregators are a world in which the remix is king: while labels will still fire out fistfuls of cease-and-desist notices if you post the original track, remixes offer more of a legaly grey area.“

Auch für Conditions Remixed haben diverse Größen und Newcomer sich nicht nur die Gesetzeslücken und die bequeme moderne Technologie zunutze gemacht, sondern sich auch jede Menge Freiheiten genommen. Sister Bliss und Rolo von Faithless machen das grandiose Love Lost noch ein bisschen offensichtlicher zum Discohit. Three Trapped Tigers schütten eine riesige Ladung Hall über Rest, Rusko schafft es, aus Soldier On ein G-Funk-Stück zu machen. Und der Adam-Freeland-Remix von Fader klingt fast, als sei New Rave noch lebendig und bei bester Gesundheit.

Die Überarbeitungen zeigen nicht nur, wie robust und vielschichtig die Songs von The Temper Trap sind. Vor allem aber macht Conditions Remixed klar, wie sehr die Stimme von Dougy Mandagi nach nur einem Album schon zum Markenzeichen in der Indie-Welt geworden ist. Egal, was die Remxier hier mit den Songs anstellen: Mandagis Falsetto, irgendwo zwischen Jimmy Sommerville und Prince, thront über allem.

„I was first struck by the vocal melody“, erinnert sich Lewis Pesacov von Fool’s Gold an seine erste Begegnung mit Down River, aus dem er so etwas wie einen verspielten Tricky-Song macht. Und Hervé, der Science Of Fear zu einem rasanten Elektro-Finale führt, muss auch attestieren: „I love working with good vocals and these were fantastic.“ Man kann ihnen nur beipflichten, und am besten einfach tanzen, bis – angeblich Ende 2011 – das zweite Album von The Temper Trap erscheint.

BretonLabs haben bei ihrem Remix aus dem Drum Song ausgerechnet mehr schräge Gitarren rausgeholt:

The Temper Trap bei MySpace.


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