Hingehört: Yonderboi – „Splendid Isolation“


In der "Splendid Isolation" hat Yonderboi die Belanglosigkeit entdeckt.

Künstler Yonderboi
Album Splendid Isolation
Label Chrysalis
Erscheinungsjahr 2005
Bewertung **

People Always Talk About The Weather heißt ein Stück auf dem zweiten Album des 24-jährigen László Fogarasi alias Yonderboi. So belanglos wie diese Erkenntnis (und so belanglos wie die Gespräche über das Wetter) ist auch die Musik des Ungarn auf Splendid Isolation.

Das muss allerdings noch längst kein vernichtendes Urteil sein. Denn im Bereich der elektronischen Musik, den der Yonderboi beackert, geht es nicht um Bedeutung und Tiefe. Hier dürfen Sounds auch um ihrer selbst Willen existieren, sogar in Splendid Isolation. Und so ist das Album nicht bloß Klangtapete, aber über weite Strecken doch Kulisse.

Vielschichtig geht es zu wie im spannenden Trains In The Night oder im erwähnten Song über den Wetter-Small-Talk, meist auch etwas düster, fremd und geheimnisvoll. Die Bilder, die dazu im Kopf entstehen, sind jedenfalls schwarz-weiß. Und die musikalischen Assoziationen erinnern fast an ein Who-Is-Who der elektronischen Musik.

Gleich zum Start ruft All We Go To Hell mit rückwärts laufenden Kinderstimmen Erinnerungen an Deep Forest und auch Enigma wach. Die Beta Band scheint beim federnd leichten Badly Broken Butterflies eine Inspiration gewesen zu sein. Love Hides lässt gar an eine imaginäre Supergroup denken: Eine an Dave Gahan gemahnende Stimme singt da über einen Pet-Shop-Boys-Beat, am Ende gesellen sich auch noch New-Order-Gitarren hinzu.

Das alles ist sehr hübsch, mit viel Fantasie und handwerklich makellos gemacht. Nur die Frage nach dem „Warum“ beantwortet Splendid Isolation nicht.

Für das Video von People Always Talk About The Weather hat der Yonderboi auch gleich selbst Regie geführt:

Yonderboi bei MySpace.

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