Keine Sorge, mir geht’s gut


Film Keine Sorge, mir geht’s gut

Keine Sorge, mir geht’s gut Kritik Rezension

Lili ( Mélanie Laurent) und ihr Vater (Kad Merad).

Produktionsland Frankreich
Jahr 2006
Spielzeit 92 Minuten
Regie Philippe Lioret
Hauptdarsteller Mélanie Laurent, Kad Merad, Isabelle Renauld, Julien Boisselier
Bewertung

Worum geht’s?

Als die 19-jährige Lili von einem Auslandsaufenthalt in Barcelona zurück nach Paris kommt, wird sie zwar von ihren Eltern am Busbahnhof abgeholt, aber ihr Zwillingsbruder Loïc lässt sich nicht blicken. Er habe sich, wieder einmal, mit dem Vater gezofft und sei daraufhin abgehauen, erfährt sie. Lili hatte schon geahnt, dass es zwischen ihrem impulsiven Bruder und dem spießigen Papa irgendwann zur Eskalation kommen würde, und wundert sich zunächst nicht. Nach und nach verzweifelt sie aber an der Tatsache, dass Loïc auch zu ihr den Kontakt völlig abgebrochen hat. Als er sich auch Wochen später noch nicht gemeldet hat, wird Lili immer depressiver. Sie hört auf zu essen und landet schließlich in psychiatrischer Behandlung. Dort erreicht sie endlich eine Nachricht von Loïc: Er zieht als Straßenmusiker durchs Land und verspricht, ihr regelmäßig Postkarten zu schreiben. Lili ist zunächst beruhigt, hat aber dennoch große Sehnsucht nach ihrem Bruder, zu dem sie stets ein sehr herzliches Verhältnis hatte. Als er ein paar Tage am Stück in derselben Stadt zu sein scheint, macht sie sich auf den Weg, um ihn aufzuspüren. Statt mit einem Wiedersehen endet die Reise allerdings mit einem Schock.

Das sagt shitesite:

Eine kleine Liebesgeschichte steckt in Keine Sorge, mir geht’s gut, ebenso wie ein Hinweis darauf, wie wichtig es ist, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Am stärksten ist der Film, der auf dem gleichnamigen Roman von Olivier Adam basiert, aber als Blick auf das Drama einer Familie. Lili sieht sich den hohen Erwartungen ihrer Eltern ausgesetzt, frei nach dem Motto „Wir haben uns aufgeopfert, damit du es einmal besser haben kannst“. Loïc hatte stets gegen die Idee aufbegehrt, dass damit eine Verpflichtung für ihn selbst einher gehen sollte, ebenso wie gegen die Routine, Banalität und Verlogenheit des Familienalltags in der Vorstadt, die in seinen Postkarten immer wieder anklagend erwähnt werden.

Seine Abwesenheit wird zum Anlass, das eigene Leben zu hinterfragen, nicht nur für Lili, sondern auch für ihre Eltern. Sie alle spüren einen Verlust, der einerseits mit dem Impuls verbunden ist, noch enger zusammenzurücken, andererseits aber auch zu gegenseitigen Vorwürfen, Täuschungen und Vertrauensverlust führt. Die Pointe, mit der die Geschichte aufgelöst wird, ist dann nicht ganz überraschend, aber dennoch erschütternd – und kann ihre Wirkung auch dank der fantastischen Leistung von Mélanie Laurent so grandios entfalten, die Lili ebenso sensibel wie wütend, lakonisch wie leidenschaftlich auf die Leinwand bringt.

Bestes Zitat:

„Manchmal weiß man nicht, was in den Köpfen der Leute vorgeht.“

Der Trailer zum Film.

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