Last Night


Film Last Night

Last Night Filmkritik Review

Alex (Guillaume Canet) will Joanna (Keira Knightley) verführen.

Produktionsland USA, Frankreich
Jahr 2010
Spielzeit 90 Minuten
Regie Maddy Tadjedin
Hauptdarsteller Keira Knightley, Sam Worthington, Eva Mendes, Guillaume Canet
Bewertung

Worum geht’s?

Michael arbeitet für eine Baufirma und ist seit drei Jahren mit Joanna verheiratet, die als Autorin tätig ist. Das Paar ist mit einer kurzen Unterbrechung schon seit gemeinsamen College-Zeiten zusammen und bildet ein gut eingespieltes Team. Als Joanna ihren Mann bei einer Party mit seiner neuen und äußerst attraktiven Kollegin Paula beobachtet, wird sie eifersüchtig. Sie stellt bohrende Fragen, wie nahe sich die beiden wirklich stehen, und wie es insgesamt um die Treue ihres Manns steht. Michael erklärt wahrheitsgemäß, Laura sei nur eine geschätzte Kollegin, seine Beteuerung wird aber schon bald auf die Probe gestellt, als er gemeinsam mit Laura auf eine mehrtägige Dienstreise fährt. Nach einer Projektbesprechung landen Michael und Laura an der Hotelbar, dann kommen sie sich im Pool näher. Zur selben Zeit gerät auch Joanna in Versuchung: Sie ist zuhause geblieben und hat dort auf einem Spaziergang zufällig ihren alten Freund Alex getroffen, mit dem sie eine romantische, gemeinsame Zeit in Paris verbindet. Unverkennbar erscheint es ihr reizvoll, dieses Abenteuer fortzusetzen – zumal Alex ihr eindeutige Avancen macht. Somit stehen beide in derselben Nacht am Rande eines Seitensprungs.

Das sagt shitesite:

Das Regiedebüt von Maddy Tadjedin kreist um den Reiz der Versuchung, den Wert von Treue, vor allem aber lebt Last Night vom Nervenkitzel des Dazwischen, des Flirts (noch) ohne Erfüllung. Wird Michael seine Frau betrügen, obwohl er die Unterstellung der Untreue noch kurz zuvor so entschlossen zurückgewiesen hat und ihre Zweifel an seiner Aufrichtigkeit als nervig und verletzend empfand? Wird Joanna ihre Liaison mit Alex wieder aufleben lassen, obwohl sie ihrem Mann erst am Vortag genau diesen Vorwurf gemacht hat und somit unterstrich, wie wichtig ihr sexuelle Treue für die Stabilität der Beziehung ist? Nutzen beide die Gelegenheit zum unbemerkten Fremdgehen oder werden beide standhaft bleiben? Aus diesen Fragen und den sich im Verlauf von anderthalb Stunden immer wieder verändernden Prognosen zu ihrer Beantwortung bezieht der Film seine Spannung.

Durch Überblendungen beim Wechsel zwischen den beiden Schauplätzen findet Last Night eine formale Entsprechung dazu, recht gekonnt wird im ersten Drittel auch die Vertrautheit des Paars zwischen nervigem Trott und einer Routine inszeniert, über die beide auch lachen können. Leider folgen dann viele gekünstelte Dialoge à la „In meinem Leben ist es so, dass mir die willkürlichsten Dinge unwillkürlich passieren“ oder „Ich habe das Gefühl, ich könnte mir dich in mein Leben denken“, zudem sind Laura und Alex als Figuren viel zu flach, um ihre Anziehungskraft jenseits optischer Reize beziehungsweise verklärter Nostalgie wirklich plausibel zu machen. Vor allem aber ist der Film, der vorgeblich Standard-Beziehungsmodelle zu hinterfragen scheint, letztlich nicht wirklich mutig. Am Ende der Nacht wissen Michael und Joanna nicht mehr über ihre Gefühle oder ihre Beziehung als vorher – und so wirkt Last Night letztlich ein wenig nichtssagend.

Bestes Zitat:

„Was würde ich dafür geben, dass ich dich satt habe.“

Der Trailer zum Film.

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