Malavita – The Family


Film Malavita – The Family

Malavita - The Family Review Kritik

Giovanni Manzoni (Robert De Niro) lebt unter falschem Namen in Frankreich.

Originaltitel The Family
Produktionsland USA, Frankreich
Jahr 2013
Spielzeit 111 Minuten
Regie Luc Besson
Hauptdarsteller*innen Robert De Niro, Michelle Pfeiffer, Dianna Agron, John D’Leo, Tommy Lee Jones
Bewertung

Worum geht’s?

Vor zehn Jahren hat Giovanni Manzoni ausgepackt. Er war damals ein Mafia-Pate in Brooklyn, doch als die Polizei ihm auf die Schliche kam, verriet er lieber ein paar seiner Verbündeten und begab sich mit seiner Familie ins Zeugenschutzprogramm. Seitdem taucht er mit seiner Frau Maggie, Tochter Belle und Sohn Warren an wechselnden Orten unter. Auch FBI-Mann Robert Standsfield, von den Manzonis liebevoll „Stan“ genannt, ist stets dabei mit dem Auftrag, vor Ort für ihre Tarnung zu sorgen. Neue Identität, neue Stadt, neues Haus, neue Schule für die Kinder – für sie alle ist das längst Routine, als die Familie in der Normandie ankommt. Dort gibt sich Giovanni als Fred Blake aus, der als Schriftsteller an einem neuen Sachbuch arbeitet. So gut alle bereits mit diesem Versteckspiel vertraut sind, so wenig selbstverständlich ist es, dass die einstigen Größen der New Yorker Unterwelt in der beschaulichen französischen Provinz auch wirklich sicher sind. Denn erstens gibt es natürlich ein paar Schwierigkeiten im Alltag, als sich Tochter Belle ist in den Mathelehrer verliebt, Sohn Warren sich in der Schule prügelt und Giovanni keine Lust hat, sich von einem dreisten Handwerker über den Tisch ziehen zu lassen. Und zweitens sind auf ihn weiterhin 20 Millionen Dollar Kopfgeld ausgesetzt – und ein von der Mafia beauftragter Killer ist ihnen in ihrem neuen Unterschlupf bereits auf der Spur.

Das sagt shitesite:

Das Grundproblem dieses Films: Statt auf seine eigenen Stärken zu vertrauen, will Luc Besson in Malavita gerne auf Bronx machen und am liebsten Martin Scorsese sein. Der Regisseur, der hier eine Romanvorlage von Tonino Benacquista aus dem Jahr 2004 verfilmt, kann sich nicht entscheiden, ob sein Werk launig sein will, brutal oder ironisch. Der Film scheitert auch als Hommage an Der Pate oder Goodfellas, auf das es hier eine sehr explizite Anspielung gibt, als im örtlichen Kino alte Mafia-Filme angeschaut werden, was der Familie Manzoni/Blake natürlich überhaupt nicht schmeckt. Selbst die im Titel betonten Tücken des Familienlebens oder des Daseins als ehemaliger Haudegen, der nun zur Altersmilde verdammt ist, werden nicht originell genug umgesetzt, um knapp zwei Stunden lang zu unterhalten – dabei hat Robert De Niro bei beiden Themen schon bewiesen, wie gelungen er sie auf die Leinwand transportieren kann.

Das Ensemble ist fast der einzige Pluspunkt an Malavita und rettet immer wieder Momente, in denen der Plot nicht ganz überzeugt oder das Drehbuch zu plump gerät, etwa in seiner überzeichneten Gegenüberstellung des American Way of Life mit dem französischen savoir vivre, die in reichlich Klischees mündet. Immerhin enthüllt der Film recht gekonnt erst nach und nach die Hintergründe der Familienbiographie und damit die Gründe, weshalb die Manzonis in so großer Gefahr schweben und ein so unstetes Leben führen. Auch dabei werden allerdings ein paar Chancen vertan: Die Idee, eine Gangster-Familie zu Häuslichkeit und Spießertum zu zwingen, um ihr eigenes Leben zu schützen, hätte deutlich mehr (insbesondere komisches) Potenzial gehabt. Doch aus die Umkehrung der üblichen Leinwand-Verhältnisse (nicht die Bewältigung des Außergewöhnlichen und Heldenhaften wird hier zur Herausforderung, sondern des Normalen und Unauffälligen) wird leider nicht ganz so amüsant und hintersinnig, wie sich das Luc Besson wohl erhofft hat.

Bestes Zitat:

„Die einzig wahre Frage, die wir uns in unserem Leben stellen sollten, ist: Wie viel ist ein Menschenleben wert?“

Der Trailer zum Film.

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