Miss Daisy und ihr Chauffeur


Film Miss Daisy und ihr Chauffeur

Miss Daisy und ihr Chauffeur Review Kritik

Hoke Colburn (Morgan Freeman) fühlt sich wohl hinterm Steuer.

Originaltitel Driving Miss Daisy
Produktionsland USA
Jahr 1989
Spielzeit 99 Minuten
Regie Bruce Beresford
Hauptdarsteller Morgan Freeman, Jessica Tandy, Dan Aykroyd, Patti LuPone, Esther Rolle
Bewertung

Worum geht’s?

Es soll ein normaler Einkaufstrip für Daisy Werthan werden, doch schon nach wenigen Metern baut sie einen Unfall. Ihr Sohn will der alten Dame künftig nicht mehr erlauben, sich selbst ans Steuer ihres Autos zu setzen. Er engagiert Hoke Colburn als Chauffeur. Der ist problemlos in der Lage, seine Chefin souverän durch den Verkehr von Atlanta zu kutschieren, doch die will davon nichts wissen. Zunächst aus gekränktem Stolz, weil sie nicht mehr selbst fahren darf, dann aus Abneigung gegen Hoke weigert sie sich, zu ihm ins Auto zu steigen.

Das sagt shitesite:

Miss Daisy und ihr Chauffeur ist so gemächlich wie das Leben in den Südstaaten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und wie der Fahrstil, den Hoke Colburn an den Tag legt, um seine betagte Chefin bloß nicht in Gefahr zu bringen. Es dauert sagenhafte 20 Minuten, bis sie überhaupt zum ersten Mal bei ihm im Auto sitzt und damit dem Versprechen des Filmtitels gerecht wird, und auch danach gibt es keine Action in diesem Film, keine Spannung, natürlich auch keine Verfolgungsjagden. Stattdessen lebt das mit vier Oscars prämierte Werk von einer schlichten Idee, nämlich der Gegensätzlichkeit seiner beiden Hauptfiguren.

Da ist auf der einen Seite die Matriarchin, der es niemand mehr recht machen kann. Sie ist rechthaberisch, stolz und behauptet trotz ihres beträchtlichen Reichtums als einstige Besitzerin einer Spinnerei, der ihren Müßiggang (und nicht zuletzt die Möglichkeit, einen Chauffeur zu beschäftigen) erst gestattet, keine Privilegien zu verlangen und erst recht keine Allüren zu haben. Auf der anderen Seite steht der geduldige, bodenständige und freche Fahrer. Sie trennt praktisch alles: Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion. Doch im Verlauf von Miss Daisy und ihr Chauffeur wird deutlich, dass es auch Etliches gibt, was sie verbindet: die Einsamkeit, die Angst vor dem Tod, auch die Erfahrung stigmatisiert zu sein, sie als Jüdin, er als Schwarzer.

Spektakulär wird das wegen der beiden Hauptdarsteller. Morgan Freeman hat man selten so schwatzhaft wie in dieser Rolle erlebt, die er schon gespielt hat, als der Stoff noch ein Theaterstück war. Er war 52 bei den Dreharbeiten, aber den fast 70-jährigen Hoke Colburn nimmt man ihm mühelos ab. Noch beeindruckender ist Jessica Tandy, beim Entstehen von Miss Daisy und ihr Chauffeur 80 Jahre alt – sie hat also schon Filme gedreht, als ihr Co-Star noch gar nicht geboren war. Die zu Beginn der Handlung noch etwas ältere Figur der Daisy Werthan gibt sie mit einer meisterhaften Balance aus Machtbewusstsein und Zerbrechlichkeit. Eine wichtige Position als Bindeglied hat Dan Aykroyd als ihr Sohn, der die Spleens seine Mutter nicht mehr ganz ernst nehmen kann, aber trotzdem voller Warmherzigkeit und Ehrfurcht für sie ist.

Rührend, aber nicht rührselig erzählt der Film davon, wie aus der anfänglichen Feindseligkeit zwischen den beiden Hauptfiguren ein Nichtangriffspakt wird, dann Akzeptanz, schließlich Sympathie, Freundschaft, Vertrauen und vor allem: Respekt.

Bestes Zitat:

„Ist es nicht wundervoll, wie die Dinge sich verändern?“

Der Trailer zum Film.

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