PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS – „Viscerals“


Künstler PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS

Pigsx7 Viscerals Review Kritik

„Viscerals“ ist das dritte Album des siebenfachen Schweins.

Album Viscerals
Label Rocket Recordings
Erscheinungsjahr 2020
Bewertung

Schweine haben ein ziemlich feines Gehör. Sie können beispielsweise besonders hohe Töne noch wahrnehmen, die für Menschen unhörbar sind. Darauf haben sich die fünf Musiker aus Newcastle aber wohl kaum bezogen, als sie ihre Band PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS (abgekürzt: PIGSx7) genannt haben. Vielmehr dürfte hier eine andere Eigenart dieser Spezies eine Rolle gespielt haben: Schweine haben nur Fressen im Sinn. 70 bis 80 Prozent ihrer Zeit verbringen sie mit Nahrungssuche. Und sie nehmen – das ist Wohl die Parallele zu den Menschen – auf nichts Rücksicht, um ihren Hunger zu stillen.

Der schweinische Charakter findet seine Entsprechung auf dem dritten Album der Band in einer akustischen Unbarmherzigkeit, die vor allem ein Ziel kennt: Lautstärke. Er glaube an „Trost aus wirklich lauter Musik“, hat Gitarrist Sam Grant kürzlich zum Guardian gesagt. „Ich meditiere nicht – vielleicht sollte ich – aber wenn wir spielen, fühlt es sich an, als würde ich einen ähnlichen Bewusstseinszustand erreichen. Wenn die Musik so laut ist, dass man an nichts anderes denken kann, verschwinden alle Probleme.“ Passend dazu werden beispielsweise The Melvins, My Bloody Valentine und Black Sabbath als Bezugspunkte für Viscerals genannt. Auch das belegt: Beim siebenfachen Schwein ist alles gern gesehen, was Krach macht.

Reducer eröffnet die Platte mit Krawall-Schlagzeug, Aggro-Gitarre, und der Stimme von Sänger Matt Baty, die hier eher empört als wütend klingt, auch weil so viel Hall drauf ist. Im rund 7-minütigen New Body zetert er „I don’t feel a thing“, das Ergebnis klingt wie depressive Body Count. World Crust hat noch mehr Punch und Unmittelbarkeit – so hätten vielleicht Motörhead geklungen, wenn sie Interesse an Metaphysik gehabt hätten, das der Text offenbart. Blood And Butter lässt einen Erzähler zu Wort kommen, Hell’s Teeth hat etwas mehr Groove, Crazy In Blood erweist sich als betont rustikal, Rubbernecker setzt auf Wucht statt Härte und kaschiert durch das reduzierte Tempo und den Hall beinahe, wie heavy es ist.

Die verschiedenen Schattierungen von „laut“ haben auch mit den Charakteren bei PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS zu tun, sagt Sänger Matt Baty: „Wir sind eine eigenartige Gruppe von Menschen. Bei uns herrscht ein prekäres Gleichgewicht zwischen Leidenschaft, Intensität und Absurdität.“ Trotzdem nutzt sich das Dampfwalzen-Prinzip von Viscerals mitunter recht schnell ab. Halloween Bolson ist ein Beispiel dafür: Der Song hat eine komplexe Dramaturgie, wird bei einer Spielzeit von mehr als neun Minuten am Ende aber trotzdem etwas langweilig. Auch in anderen Momenten kann man ahnen, wie spektakulär dieser Sound wohl live wirken muss, auf Platte gilt hingegen oft: PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS PIGS sind hart, aber manchmal auch nur das.

Etwas Live-Anmutung hat das Video zu Reducer.

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