Rockabilly Requiem


Film Rockabilly Requiem

Rockabilly Requiem Review Kritik

Debbie (Ruby O. Fee) hat
Hubertus (Ben Münchow, links) und Sebastian (Sebastian Tiede) den Kopf verdreht.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2016
Spielzeit 91 Minuten
Regie Till Müller-Edenborn
Hauptdarsteller*innen Sebastian Tiede, Ruby O. Fee, Ben Münchow, Jeremias Koschorz, Roland Schreglmann
Bewertung

Worum geht’s?

The Rebels. Mit dem Namen ihrer Band haben Sänger Hubertus und seine Freunde klar gemacht, wie sie sich zum Leben positionieren, das die bundesrepublikanische Realität des Jahres 1982 für sie bereit hält. Von Spießern, Konservativen und Moralaposteln haben sie genug, und Rockabilly ist ihr Ausweg. Zwar sind die ersten musikalischen Gehversuche nicht sonderlich vielversprechend, dann winkt allerdings eine große Chance: Die legendären Black Jets suchen eine Band für das Vorprogramm ihrer Deutschlandtournee und rufen im Radio zum Casting auf. Hubertus bittet seinen besten Freund Sebastian um Hilfe, der über ein bisschen Audio-Equipment verfügt und gemeinsam mit den Rebels ein Demotape aufnimmt und an die Black Jets schickt. Während die Band auf Antwort wartet, spitzt sich zuhause die Konfrontation zu. Sowohl Hubertus als auch Sebastian geraten immer wieder mit ihren Vätern aneinander – und dann sind sie auch noch beide in die rebellische Debbie verliebt, die plötzlich von der Bildfläche verschwindet, statt sich für einen von ihnen zu entscheiden.

Das sagt shitesite:

Musik als Ventil und Vehikel für den jugendlichen Wunsch nach Freiheit – Rockabilly Requiem zeigt, wie zeitlos diese Idee ist. Die Möglichkeit, sich in den eigenen Liedern zu verwirklichen, der Traum vom unabhängigen Leben nach den eigenen Regeln als Rockstar, all das wird auch hier gezeigt. Allerdings hat man das schon vielfach gesehen, und in etlichen Fällen auch besser umgesetzt. Ein großes Problem ist (ausgerechnet) die Musik, für die Hans Heyne verantwortlich zeichnet, etwa im sehr schlimmen Titelsong. Allzu häufig wird der Film auch übermäßig plakativ. Es gibt viele intensive Szenen und starke Bilder, die sich gerne in düster-romantischen Landschaften zeigen, aber auch billige Effekthascherei.

Der Film lebt in erster Linie aus dem Kontrast zwischen dem Lebensentwurf der Rebels und den ebenso spießigen wie kaputten Eltern. Ein Vater träumt von Drill und Militärlaufbahn für seinen Sohn, der andere ist entweder nicht da oder säuft, belügt die Mutter und schlägt die Tochter. Beide haben keinerlei Verständnis für die Musikbegeisterung ihrer Söhne, schon gar nicht für Tätowierungen oder Hirngespinste wie ein Leben als Profimusiker. So erzählt das Rockabilly Requiem in erster Linie von der Flucht, sowohl vor den verlogenen, frustrierten Eltern als auch ins eigene Leben mit den eigenen Enttäuschungen, Niederlagen und geplatzten Träumen.

Bestes Zitat:

„Das Abhauen ist kein Problem. Das Wegbleiben danach, das ist hart.“

Der Trailer zum Film.

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