Spielbergs – „Distant Star“


Künstler Spielbergs

Spielbergs Distant Star EP Kritik Rezension

Mit viel Vorschusslorbeer geht „Distant Star“ an den Start.

Album Distant Star
Label By The Time It Gets Dark
Erscheinungsjahr 2018
Bewertung

Ich weiß nicht, wie Mads Baklien, Sänger und Gitarrist bei Spielbergs, früher drauf war. Aber die neue Inkarnation, die er in Daisy! It’s The New Me proklamiert, ist eine extrem einnehmende. Er spielt eine sehr originelle, fast verspielte Gitarrenmelodie, singt dazu in einem Hysterie-Modus à la Win Butler von Arcade Fire und lässt gegen Ende auch Schlagzeuger Christian Løvhaugs und Bassist Stian Brennskag mal ins Rampenlicht. Seinen norwegischen Landsleuten hat das bestens gefallen: Der Song landete in den Jahrescharts des Musikmagazins GAFFA auf Platz 27.

Mit seiner ersten EP Distant Star legt das Trio aus Oslo nun nach. Am Beginn steht die Single We Are All Going To Die, die man kaum besser beschreiben kann als Stereogum es bereits getan hat: “Big, heart-on-sleeve guitar-rock with a go-for-broke anthemic intensity… We Are All Going To Die will have you either tearing up, punching the sky, or both.” Übersetzt ins Konkrete bedeutet das: schnelle Schlagzeugwirbel, energische Gitarre, herausgeschriener Gesang, hymnischer Refrain. Gerade mit den instrumentalen Passagen am Ende zeigen Spielbergs dabei, wie viel Wucht, aber auch Finesse in diesem Sound steckt.

Noch mehr Drive hat der Titelsong Distant Star, der vor allem im mitreißenden Refrain auch eine ordentliche Dosis von der aufbauenden Verbrüderungs-Mentalität mitliefert, die man auch bei Frank Turner oder Biffy Clyro finden kann: „We could be perfect / you could make me better / we could be soulmates / if we could find a place to live.“ Wie weit entfernt Spielbergs trotz solcher Referenzen und Stilmittel von einem konventionellen Rocksong sind, zeigt auch Ghost Boy: Die Stimme ist zurückhaltend, der Sound verschwörerisch, sodass man etwa an Electric Soft Parade denken kann. Dieser Geisterjunge scheint vom Schlagzeug durch ein Labyrinth gehetzt und von der Gitarre permanent auf neue Abwege geführt zu werden, bis er fast schon aufgibt, sich dann am Ende mittels eines Wutanfalls aber doch noch befreien kann.

Am Schluss der EP steht die Ballade Setting Sun. Mads Baklien besingt darin eine Harmonie, wie sie eben in ein Liebeslied gehört, die allerdings im Modus eines Versprechens bleibt, im Konjunktiv. Für die Karriere von Spielbergs ist dieser Vorbehalt angesichts dieses furiosen Debüts nicht anzunehmen.

Ein Video, in dem nicht das Wort „Steven“ vorkommt, ist leider nicht zu finden.

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