Swimming Pool


Film Swimming Pool

Swimming Pool Review Kritik

Julie (Ludivine Sagnier) genießt die Sommerferien.

Produktionsland Frankreich
Jahr 2003
Spielzeit 99 Minuten
Regie François Ozon
Hauptdarsteller Charlotte Rampling, Ludivine Sagnier, Charles Dance
Bewertung

Worum geht’s?

Die Krimiautorin Sarah Morton sucht Inspiration für ihren neuen Roman. Ihr Verleger empfiehlt ihr eine Reise nach Frankreich, wo er ein Landhaus hat, das er als „kleines Paradies“ anpreist. Dort kann sie sich inmitten idyllischer Landschaft voll und ganz aufs Schreiben konzentrieren. Der Plan geht zunächst auf und Sarah macht gute Fortschritte. Dann platzt allerdings Julie unangekündigt herein, die Tochter ihres Verlegers, von der sie gar nichts wusste. Das Anwesen ist zwar groß genug, um auch zwei Frauen zu beherbergen, doch die konträren Interessen und Charaktere sorgen schon bald für Konflikte: Sarah will Ruhe und Konzentration, Julie will Party und Gesellschaft. Als sie eines Tages den Kellner Frank mit nach Hause bringt, mit dem auch Sarah geflirtet hatte, eskaliert die Situation – und das verändert auch die Beziehung der beiden Frauen komplett.

Das sagt shitesite:

Auch die Neuverfilmung des Streifens, den Jacques Deray schon 1969 mit Romy Schneider und Alain Delon auf die Leinwand gebracht hatte, ist natürlich vordergründig ein Kriminalfall. Viel wichtiger – und auch stärker betont als in der Vorlage – ist bei François Ozon allerdings das Spiel mit Fiktion und Imagination. Sarah Morton, unzufrieden und unsicher trotz der Verkaufserfolge ihrer Bücher und der Bewunderung ihrer Fans, ist in das Häuschen gekommen, um einen neuen Krimi zu erschaffen, mit möglichst schillernden Figuren und möglichst reizvollem Plot. Wie viel vom Geschehen, das wir in Swimming Pool zu sehen bekommen, wirklich passiert, wie viel davon nur in ihrem Kopf abläuft oder nur im Manuskript ihres neuen Buches existiert, das bleibt bewusst im Unklaren. So bekommt nicht zuletzt auch das Verbrechen selbst eine erstaunliche Leichtigkeit, die zum Flair dieses Filmes passt.

Noch viel interessanter ist die Entwicklung in der Beziehung der beiden Frauen. Swimming Pool macht nie den Fehler, ihre Gegensätzlichkeit zu plump zu thematisieren: Sarah ist ein Vernunftmensch, Julie ein Genussmensch, die eine ist reserviert und verklemmt, die andere ungeniert und promisk. Die junge Julie wird für Sarah nicht nur durch ihre pure Anwesenheit zum Störenfried, auch ihre Jugend empfindet sie als Bedrohung. Zugleich ahnt sie, hier auf eine Energiequelle gestoßen zu sein, von der vielleicht nicht nur ihre Arbeit, sondern ihr in grauer Routine gefangenes Leben profitieren kann. Umgekehrt nimmt Julie die Tatsache einfach hin, dass sie sich das Haus mit Sarah teilt: In ihrer Welt voller flüchtiger Abenteuer sind andere Menschen ohnehin nur zu Gast, so wie die Schriftstellerin im Haus ihres Vaters zu Gast ist. Schon bald erkennt indes auch Julie, dass sie von der reifen Frau vielleicht die Antworten erhalten könnte, nach denen sie in ihrem Leben an der Schwelle zum Erwachsensein schon eine Weile sucht.

Der Wechsel der Rollen ist dabei das Element, das Swimming Pool seinen eigentlichen Reiz beschert. Für Sarah ist Julie zunächst eine Fremde, dann eine Feindin, Freundin und Konkurrentin, schließlich eine Komplizin. Im jeden Fall aber ist sie das, was auch dieser Film wird: eine Inspiration.

Bestes Zitat:

„Preise sind wie Hämorrhoiden. Früher oder später kriegt jedes Arschloch einen.“

Der Trailer zum Film.

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