The Nightcomers


Film The Nightcomers

The Nightcomers Review Kritik

Miles (Harry Andrews, links) ist fasziniert von Peter Quint (Marlon Brando).

Produktionsland Großbritannien
Jahr 1971
Spielzeit 94 Minuten
Regie Michael Winner
Hauptdarsteller Marlon Brando, Stephanie Beacham, Thora Hird, Harry Andrews
Bewertung

Worum geht’s?

Die Kinder Flora und Miles wachsen im England der Jahrhundertwende auf. Sie ahnen nichts davon, dass ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen sind und der Mann, der zum Vormund bestimmt wurde, sie nicht haben will. So bleiben sie zurück auf dem einsamen Landgut, das ihren Eltern gehörte, und auf dem es nun neben ihnen nur noch drei Erwachsene gibt: die Wirtschafterin Mrs. Grose, die Erzieherin Miss Jessel und den Gärtner Peter Quint. Letzterer ist ein Freigeist, den die Kinder besonders ins Herz geschlossen haben. Er erzählt Geschichten, spielt Streiche und vermittelt ihnen sein zynisch-hartes Weltbild. Der unkonventionelle Quint ist außerdem die Nemesis der strengen Wirtschafterin und der Liebhaber der Erzieherin, die ihn zwar tagsüber verabscheut, sich nachts aber auf sado-masochistische Spiele mit ihm einlässt. Als die Kinder zuerst diese Affäre beobachten und dann vom Tod ihrer Eltern erfahren, stürzt sie das in eine Verwirrung, die tragische Folgen hat.

Das sagt shitesite:

Auf der DVD-Hülle wird The Nightcomers beworben mit: „Sexy love scenes, Brando and exploding frogs!“ Das klingt reißerisch bis krude, ist letztlich aber eine recht zutreffende Zusammenfassung für diesen Film, der in Deutschland auch als Das Loch in der Tür bekannt ist. Es gibt Fesselspiele, Leichen, Voodoo und Gewalt, all das in der Ästhetik eines Kostümfilms. Es gibt idyllische und schockierende Passagen. Es gibt schöne Musik und tolle Landschaftsaufnahmen, in denen sich aber ausschließlich unglückliche Charaktere tummeln.

Was der Grund ihrer Zerrissenheit ist, wird schnell deutlich: Marlon Brando, die mit Abstand größte Attraktion in The Nightcomers, erscheint hier wie ein Ein-Mann-Protest gegen Prüderie und Bigotterie der viktorianischen Ära. Der Landsitz ist als Schauplatz des Geschehens ein isolierter Mikrokosmos – alle ahnen, dass ihr Leben, ihre Routinen, ihre Macht und ihr Wertesystem außerhalb davon schnell ins Wanken geraten müssen. Das trifft sogar auf die beiden Kinder zu, denen letztlich die reizvollste Rolle in diesem Film zukommt. Die beiden Frauen, die sich um sie kümmern sollen, unterschätzen Flora und Miles und wollen deshalb alles Böse von ihnen fern halten. Quint hingegen mutet ihnen zu viel zu. Die Kinder sind ihm genauso hörig wie die Erzieherin. Das wird ihm letztlich zum Verhängnis, zeigt aber vor allem, wie schamlos die beiden Waisen allein gelassen werden in ihrem Wunsch, die Welt zu verstehen. The Nightcomers, das auf der Novelle The Turn Of The Screw von Henry James basiert und quasi versucht, die Vorgeschichte zu dessen Handlung zu zeigen, macht somit alle zu Opfern in einem Kampf, in dem Pflicht, Distanz und Etikette auf Zügellosigkeit, Ausschweifung und Begehren treffen.

Bestes Zitat:

„Wenn du glaubst, man kann sich lieben, ohne dass man sich wehtut, dann machst du dir etwas vor.“

Der Trailer zum Film.

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