Vom Anstoß weg desolat


Wer jetzt noch an den Klassenerhalt von Borussia Fulda in der Fußball-Regionalliga Süd glaubt, ist kein Optimist mehr, sondern schon ein Träumer. Am Samstag unterlagen die Fuldaer beim Aufstiegsaspiranten Regensburg mit 0:6 (0:5). Schon nach 20 Minuten lagen die Borussen mit 0:5 hinten und zeigten auch danach eine desolate Leistung.

Das Unglück nahm direkt vom Anstoß weg seinen Lauf. Regensburg passte nach links, von wo Yildirim Ramazan-Sadik dank eines Stellungsfehlers seines Gegenspielers Sascha Gies flanken konnte. Andras Tölcseres verpasste zwar, doch aus dem Hintergrund machte Michael Petry das 1:0 – gerade 14 Sekunden waren gespielt. Spätestens nach sechs Minuten war die Sache für die Fuldaer dann endgültig gelaufen. Markus Unger verlor im Mittelfeld den Ball, Matthias Dehoust konnte auf Harald Gfreiter passen, der blieb cool und traf zum 2:0.

Auch nach den beiden Schockmomenten wirkten die Borussen wie ein wild zusammengewürfelter Haufen, der sich bloß als Regionalligamannschaft verkleidet hat. Die einzige Form von Zusammenspiel war, dass einer den anderen mit seinen Fehlern ansteckte. Der größte Vorwurf, den man den Borussen machen muss: Anstatt das Spiel erst einmal zu beruhigen – notfalls auch per Befreiungsschlag – und auf diese Weise wieder zu sich zu kommen, spielten sie hinten weiter mit hohem Risiko und einer anfängerhaften Abseitsfalle, die es Regensburg ermöglichte, die Fuldaer bis Mitte der ersten Hälfte völlig zu demoralisieren.

Die Bayern agierten dabei schulmäßig, spielten diagonal oder über außen und bewiesen ihre spielerische Stärke. Doch die Fuldaer machten es ihnen oft auch so einfach wie beim 3:0: Die Regensburger Spieler konnten im Strafraum den Ball annehmen, nach der Fahne des Schiedsrichterassistenten gucken, dann querlegen, noch einmal das Nicht-Abseits kontrollieren und schließlich einschieben. So ging es munter weiter, und von einem Klassenunterschied zu sprechen, wäre noch geschmeichelt.

Erst nach dem 5:0 ließen die Platzherren nach. Neben der einsetzenden Überheblichkeit und Verspieltheit der Gastgeber war es vor allem Fuldas Torhüter Roland Borrmann zu verdanken, dass das Borussen-Debakel nicht noch deutlicher ausfiel. So blieb er in Eins-gegen-Eins-Situationen gegen den gerade eingewechselten Stefan Seufert (64.) und Michael Petry, der lupfen wollte (80.), Sieger.

Immerhin hatten die Fuldaer nach dem Seitenwechsel auch eine Torchance. Nach einem schnell ausgeführten Einwurf setzte sich Markus Unger auf der rechten Seite mustergültig durch, seine Hereingabe auf den langen Pfosten schoss Benjamin Bunzenthal aus vollem Lauf mit links aber neben das Tor.

Regensburg: Gospodarek; Teichmann, Weinzierl, Keuler, Dehoust (63. Seufert), Zellner (63. Maul), Gfreiter, Hanke, Ramazan-Sadik, Tölcseres (67. Bauer), Petry.

Fulda: Borrmann; Wischermann, Bloß, Veapi, Schuster, Gies (46. C. Winter), T. Winter, Unger, Poppowitsch, Anli (25. Weber), Bunzenthal.

Schiedsrichter: Wack (Biberach). Tore: 1:0 Michael Petry (1.), 2:0 Harald Gfreiter (6.), 3:0 Tobias Zellner (10.), 4:0 Michael Petry (16.), 5:0 Michael Petry (20.), 6:0 Andras Tölcseres (64.). Zuschauer: 2640. Beste Spieler: Gfreiter, Hanke – Borrmann. Gelb-Rote Karte: Markus Unger (Fulda, 85.).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.