Wayste – „No Innocence“


Künstler Wayste

Wayste No Innocence Review Kritik

Wayste legen mit „No Innocence“ ihre erste EP vor.

EP No Innocence
Label Day By Day
Erscheinungsjahr 2016
Bewertung

Man kann das einschüchternd finden, man soll es sogar. Den „Huh“-Klatschgesang im Wikinger-Stil, den Islands Fußballfans während der EM 2016 populär gemacht haben, oder das traditionelle Haka der Maori. Es ist laut, es ist ungestüm. Was diese Rituale aber wirklich gefährlich wirken lässt: Sie sind orchestriert. Sie erwachsen nicht einem Tumult, sondern demonstrieren zugleich Disziplin und Strategie.

Genau so funktioniert die Musik von Wayste. Das im November 2014 gegründete Trio aus Leipzig kombiniert auf seiner im Jahr darauf erschienenen Debüt-EP No Innocence brutale Härte mit genau geplanter Detailgenauigkeit. Past Belongings Part 2 ist ein gutes Beispiel dafür, mit typischem Alternative-Hardcore-Geschrei, das aber nicht aus dem Chaos heraus kommt, sondern immer innerhalb einer Ordnung erklingt. Das Gegenstück Past Belongings Part I wird noch etwas ursprünglicher, lässt Punk-Einflüsse und Blues-Wurzeln erkennen.

Der Titelsong No Innocence zeigt ebenfalls, dass Einfallsreichtum und Komplexität bei Michael, John und Manuel nicht auf Kosten der Durchschlagskraft gehen. Die Gitarre in Dusk ist sofort bedrohlich, dann auch der Rest des Sounds, richtig heavy wird es aber erst nach zwei Minuten. Auch ein Interlude gönnen sich Wayste bei nur sechs Tracks auf dieser EP, in diesem Fall klingt es, als hätten sie eine kaputte und durchtriebene Spieluhr zum vierten Bandmitglied gemacht. Wer die Quintessenz von Wayste in nur einem Song haben will, ist beim Auftakt Dawn an der richtigen Adresse. Er ist eine Urgewalt, bei der man den Eindruck hat: Kein Instrument will einem anderen zugestehen, es könne härter sein als es selbst.

Auch sehr bedrohlich: das Video zu No Innocence.

Wayste bei Facebook.

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