Wilde Kreaturen


Film Wilde Kreaturen

Wild Kreaturen Review Kritik

Rollo Lee (John Cleese) soll einen Zoo zur Cash Cow machen.

Produktionsland USA, Großbritannien
Jahr 1997
Spielzeit 89 Minuten
Regie Fred Schepisi, Robert Young
Hauptdarsteller John Cleese, Jamie Lee Curtis, Kevin Kline, Robert Lindsay, Michael Palin
Bewertung

Worum geht’s?

Rod McCain ist ein mächtiger Wirtschaftsboss, der seinen Konzern Octopus Inc. und die vielen dazugehörigen Unternehmen nach einem einfachen Prinzip führt: Jeder Betrieb muss mindestens 20 Prozent Rendite einbringen, sonst wird er wieder verkauft oder dicht gemacht. Zu den neuesten Erwerbungen von Octopus zählt der Marwood-Zoo in England. Als neuer Leiter wird Rollo Lee eingesetzt, der auch prompt eine Idee hat, wie sich die Besucherzahlen und damit der Gewinn steigern lassen: Alle langweiligen Tiere sollen verschwinden, nur noch gefährliche Tiere sollen die Attraktionen sein. „Die drei Dinge, die ich erhalten will, sind dieser Zoo, Ihre Jobs und wilde Kreaturen“, erklärt er den Beschäftigten. Die Tierpfleger versuchen mit allen Tricks, ihm diese Stategie auszureden – zumal sie an seiner Kompetenz als Zoodirektor zweifeln, war Rollo Lee doch zuvor als Polizist in Japan und dann beim Fernsehen beschäftigt. Ihr Widerstand ist wenig erfolgreich, bald wendet sich dennoch das Blatt. Vince McCain, der Sohn des Firmenbosses und bei Octopus für das Marketing zuständig, übernimmt die Leitung des Zoos gemeinsam mit Willa Weston, einer gerade neu eingestellten PR-Frau, die er beeindrucken will. Sie haben ebenso wenig Ahnung vom Zoogeschäft wie Rollo, mit dem sie von nun an zusammenarbeiten. Bald herrscht in Marwood entsprechendes Chaos – zumal sich herausstellt, dass Vince McCain ohne den Segen seines Vaters nach England gekommen ist und in dem Job dort nicht nur die Gelegenheit sieht, Willa zu verführen, sondern sich auch bei ihm profilieren zu können.

Das sagt shitesite:

Das ungewöhnliche Setting in einem Zoo ist eine der Stärken von Wilde Kreaturen, und wenn man im Bild bleiben möchte, lässt sich sagen: Die Komödie ist in manchen Passagen putzig wie ein Erdmännchen und in anderen Sequenzen bissig wie ein Piranha. Freunde des schwarzen Humors können hier eine herrlich absurde und sehr rasante Eskalation erleben, die zudem etliche clevere Anspielungen bietet, unter anderem auf Ein Fisch namens Wanda, bei dem ein großer Teil des Ensembles ebenfalls vor und hinter der Kamera stand. Vorgetäuschte Angriffe auf Pfleger und Besucher von denkbar harmlosen Tieren tragen ebenso dazu bei wie die vermeintliche Vorliebe von Rollo Lee (gespielt von einem bestens aufgelegten John Cleese, der auch das Drehbuch mitgeschrieben hat) für Orgien.

Die Besonderheit dabei ist, dass die Lust auf Klamauk gepaart wird mit einem kritischen Blick auf die Prinzipien des Turbokapitalismus. Sie werden personifiziert vom skrupellosen Ekel Rod McCain, dem seine Angestellten völlig egal sind, und von seinem Sohn Vince als inkompetenten Marketing-Schaumschläger, der sich für unwiderstehlich hält und doch ein Wicht ist, wann immer er auf seinen übermächtigen Vater trifft (dass beide von Kevin Cline in einer Doppelrolle gespielt werden, sorgt am Ende für eine der besten Pointen des Films). Auch Rollo Lee kann man in diese Reihe stellen, setzt er die Vorgaben von Octopus doch bereitwillig um, obwohl er schnell erkennt, wie sinnlos es ist, Wachstumsziele auf so ein beschauliches Geschäft wie einen Tierpark zu übertragen.

Wer will, kann darin einen Seitenhieb auf die Unterschiede der Unternehmensführung in Neuer und Alter Welt finden, auch einen Appell für den Wert von Mitarbeiterbeteiligung und gesellschaftlicher Verantwortung in der Wirtschaft. Selbst, wenn man solche Aspekte ignoriert, ist Wilde Kreaturen aber noch ein grandioser Spaß.

Bestes Zitat:

„Ich will eine tödliche Waffe in jedem Käfig.“

Der Trailer zum Film.

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