Zitate von Wolfgang Schäuble 1


Seit 40 Jahren in der Politik, seit mehr als 20 Jahren im Rollstuhl: Wolfgang Schäuble (links, hier im jahr 2011 mit Christian Wulff). Foto: obs/BAGFW e.V.

Seit 40 Jahren in der Politik, seit mehr als 20 Jahren im Rollstuhl: Wolfgang Schäuble (links, hier im jahr 2011 mit Christian Wulff). Foto: obs/BAGFW e.V.

Wolfgang Schäuble ist der dienstälteste Bundestagsabgeordnete, hat die deutsche Einheit gemanagt und die CDU-Parteispendenaffäre ebenso überstanden wie ein Attentat. Gerade ist der Finanzminister, mitten im Versuch, den Euro zu retten, 70 Jahre alt geworden und Hans Peter Schütz hat eine lesenswerte Biografie über Schäuble vorgelegt. Aus diesem Anlass: eine Sammlung prägnanter Zitate von Wolfgang Schäuble.

«Helmut Kohl weiß, dass ich ihn niemals bescheiße.»
So umschrieb Schäuble gerne seine Loyalität zum Kanzler. Umgekehrt war das nicht so: Kohl ließ Schäuble in der Parteispendenaffäre eiskalt ins offene Messer laufen.

«Für mich ist das ein Unglücksfall. (…) Gefühle wie Rache habe ich überhaupt nicht.»
Über das Attentat am 12. Oktober 1990. Als der Attentäter Dieter Kaufmann ihn Mitte der 1990er Jahre in einem Brief um Vergebung bat, reagierte Schäuble darauf allerdings nicht.

«Herr Offer, reden Sie nicht.»
Mit diesem Satz kanzelte Schäuble im November 2010 seinen Pressesprecher ab, als der bei einem Termin für Journalisten nicht alle Materialien parat hatte. Das Video davon wurde zum YouTube-Hit. Der bloßgestellte Offer bat wenig später um Versetzung.

«Ich muss ein paar Muslime kennen lernen.»
Mit diesem Satz bei einem Abendessen begann die Idee zur Islamkonferenz, die Schäuble als Innenminister wenig später ins Leben rief.

«Ich bin gut zu mir selbst und hart gegen die anderen.»

«Ich wollte nicht unbedingt Kanzler werden. Ich hätte es gemacht. Ich war hin- und hergerissen: Ich kannte ja die Anforderungen. Die beste Beschreibung meiner Gedanken ist: ‹Führe mich nicht in Versuchung.› Ich musste mich nie entscheiden. Wenn ich vor der Chance gestanden hätte, hätte ich es gemacht. Und wäre wahrscheinlich nie glücklich darüber geworden.»
Wolfgang Schäuble zu seinen Ambitionen auf das Amt des Bundeskanzlers.

«Er war eine wichtige Beziehung für mich. Für ihn war ich das nicht.»
Wolfgang Schäuble über Helmut Kohl.

«Ich glaube, in den 40 Jahren, in denen wir geteilt waren, hätten die allermeisten von uns die Frage, wo denn Parlament und Regierung sitzen werden, wenn wir die Wiedervereinigung haben, nicht verstanden und gesagt: selbstverständlich in Berlin.»
Zentraler Satz der Rede von Wolfgang Schäuble am 20. Juni 1991, die den Ausschlag dafür gab, dass der Bundestag für Berlin als neue Hauptstadt stimmte.

«Anderes hat mich schlimmer verletzt.»
So reagierte Schäuble, als er 2004 überraschend doch nicht als Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten nominiert wurde, sondern stattdessen Horst Köhler zum Zuge kam.

«Ich denke, alle Menschen sind behindert. Wir Behinderte haben den Vorteil, dass wir es wissen.»


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