Durchgelesen: Wilhelm Genazino – “Das Glück in glücksfernen Zeiten”

März 31, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

"Das Glück in Glücksfernen Zeiten" ist für Genazino-Verhältnisse vergleichsweise rasant.

Autor Wilhelm Genazino
Titel Das Glück in glücksfernen Zeiten
Verlag Hanser
Erscheinungsjahr 2009
Bewertung ***

Was machen eigentlich die Philosophen in schwierigen Zeiten wie diesen? Die Antwort lautet: Sie arbeiten in einer Wäscherei. Zumindest im neuen Buch von Wilhelm Genazino. Dessen Hauptfigur Gerhard Warlich ist wieder ein Streuner – und ein Glücksgriff. Er ist die perfekte Figur, um die herum Genazino seine vorzüglichen Aphorismen schreiben kann. Dank ihm wird “Das Glück in glücksfernen Zeiten” vergleichsweise rasant – und Balsam für Melancholiker.

Die komplette Rezension gibt es auf news.de.

Vorgeführt vom Volk

März 22, 2009 · Posted in Bewegtbild, TV · Comment 

Anne Will zeigte sich diesmal nicht in großer Runde, als Bändigerin und Stichwortgeberin. Stattdessen wagte sich die Vorzeigetalkerin des Ersten in den Nahkampf, ganz allein mit Angela Merkel. Das war eine höchst spannende Konstellation. Und nur eine der beiden Damen konnte darin überzeugen.

Den kompletten Artikel gibt es bei news.de.

Interview mit Jörg Berger

März 22, 2009 · Posted in Interviews, Weltgeschehen · 1 Comment 

Wenn Jörg Berger in seiner Heimatstadt Leipzig seine Autobiographie vorstellt, dann ist das natürlich ein Heimspiel. Er wurde gefeiert und hofiert – und hatte danach noch Zeit für ein Interview. Darin erzählt der Fußballtrainer über seine Flucht aus der DDR, die Sehnsucht nach seinem Sohn, den er dort zurücklassen musste, und warum er den Halunken von damals nicht verzeihen kann.

Das komplette Interview gibt es auf news.de.

Der kritische Blick: Althaus ist feige

März 16, 2009 · Posted in Kommentare, Videos, Weltgeschehen · Comment 

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ist zu krank, um zum Parteitag zu kommen. Er ist aber gesund genug für ein Interview mit “Bild”. Ich finde: Das ist nicht nur höchst unhöflich, sondern soll auch noch von seinem politischen Versagen ablenken.

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

Durchgelesen: Jörg Berger – “Meine zwei Halbzeiten”

März 15, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

Jörg Bergers Buch enthält wenig Fußball, aber ganz viel Spannung.

Autor Jörg Berger
Titel Meine zwei Halbzeiten. Ein Leben in Ost und West
Verlag Rowohlt
Erscheinungsjahr 2009
Bewertung ****

Er war ein Riesentalent als Fußballer, dann Star-Trainer in der DDR. Nach seiner Flucht wollte dort niemand mehr etwas von Jörg Berger wissen. Dafür machte er im Westen Karriere, rettete Eintracht Frankfurt vor dem Abstieg und besiegte den Krebs. Nun hat Jörg Berger seine Autobiographie geschrieben.

Die komplette Rezension gibt es auf news.de.

Dort findet sich auch ein Interview mit Jörg Berger, das ich geführt habe.

Durchgelesen: Michael Kumpfmüller – “Nachricht an alle”

März 13, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

Das System am Rande der Revolution: Michael Kumpfmüller beweist perfektes Timing.

Autor Michael Kumpfmüller
Titel Nachricht an alle
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsjahr 2008
Bewertung ***1/2

Besser hätte das Timing für die Veröffentlichung von Michael Kumpfmüllers drittem Roman nicht sein können. Als aus der Finanzkrise gerade eine Wirtschaftskrise wurde, kam “Nachricht an alle” auf den Markt. Und das Buch stellt die Frage, wohin die Reise geht, in einer Welt geprägt von Terror, Entwurzelung und Sinnsuche.

Die Antworten sehen nicht besonders erfreulich aus. Die Hauptfigur, der Innenminister Selden, steht inmitten einer politischen Krise, die sich zur Revolution ausweiten könnte. Die Menschen sind wütend, auf das System, auf die Politiker. “Manchmal beschlich ihn der Verdacht, dass sie zu spät kamen. Was immer sie taten, jetzt oder in naher Zukunft, es kam zu spät. Sie waren müde. Der ganze Westen war müde, er hatte gewonnen, wollte aber nicht verteidigen, was er gewonnen hatte, sodass es am Ende fast egal war, ob er von innen oder außen den Todesstoß bekam”, heißt die Analyse an einer Stelle.

Enorm eindrucksvoll wird hier die Moderne seziert: Eine Regierung, die sich von den diffusen Launen des Volks gefesselt fühlt. Und ein Volk, das genau diese Zögerlichkeit kritisiert und den Eindruck hat, keinen Einfluss mehr auf die Regierung ausüben zu können.

Gerade die Unbestimmtheit der Unzufriedenheit auf beiden Seiten macht das Aufbegehren so gefährlich und unkontrollierbar. Sehr gekonnt zeigt Kumpfmüller das bröckelnde Fundament einer Gesellschaft durch Passagen zwischen den Kapiteln, in denen ein Chor aus namenlosen Stimmen seinem Unmut freien Lauf lässt. Verdammt lebensnah und aktuell sind diese Aussagen, niemals radikal und doch in ihrer Summe höchst beunruhigend, wenn einem die Stabilität des Systems am Herzen liegt.

Kumpfmüller führt die Unfähigkeit des Volks vor Augen, sich zu artikulieren. Noch mehr aber zeigt er die Ohnmacht der Politik, etwa in seinem fein überzeichneten Krisenstab. Dass auch bei den Verantwortlichen niemand weiß, was passiert, was man tun kann und wer die Schuldigen sind, und dass es ihnen vor allem um den Erhalt der eigenen Macht geht, macht Kumpfmüller hier mit großer Sachkenntnis klar. Hier wird ein Kampf gefochten, zwischen Verantwortung und Egoismus.

Dazu kommen Seldens persönliche Probleme, die nach und nach die politische Situation in den Hintergrund drängen. Der Tod seiner Tochter, die bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Die kriselnde Ehe mit seiner Frau Britta. Die Affäre mit der Journalistin Hannah. Den zwischenmenschlichen Bereich seziert der Autor noch gekonnter als den politischen. Wer Sätze schreiben kann wie “Sie sagte, dass sie ihn liebe, womit sie meinte, dass sie ihn nicht richtig kannte, aber auf dem besten Weg dahin war.”, der hat viel verstanden, aber nicht nur viel Verstand. So wird “Nachricht an alle” zu einer politischen Warnung, vor allem aber zu einer Analyse des menschlichen Scheiterns.

Beste Stelle: “Das Problem waren die Leute, die es auch schon vorher immer besser wussten. Das war Demokratie. Es war auch ein Spiel, dachte Selden, ein Jonglieren nicht nur mit Formeln und Prognosen, apokalyptischen Szenarien, die mal eintrafen oder ausblieben, sondern eine Art Handel, eine Spekulation zweiter Ordnung, bei der es um den Verlauf der erweiterten Gegenwart ging. Wer ihn bestimmte, war eigentlich egal, dacht er, der Selbstmordattentäter, das Kapital, die Politik oder die Demographie. Sie alle waren mehr oder weniger blind. Sie blinzelten nur, sie bekamen nicht alles mit, und trotzdem mussten sie versuchen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.”

Interview mit Karl Lauterbach

März 10, 2009 · Posted in Interviews, Weltgeschehen · Comment 

In kaum einem Land geben die Menschen so viel Geld für Gesundheit aus wie hierzulande. Trotzdem ist die Versorgung in Deutschland nur mittelmäßig. Woran das liegt, erklärt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Interview. Ich habe ihn in Berlin bei der Vorstellung seines neuen Buchs getroffen und ihm eine provokante These entlockt: Die Deutschen gehen zu oft zum Arzt.

Das komplette Interview gibt es auf news.de.

Durchgelesen: Karl Lauterbach – “Gesund im kranken System”

März 10, 2009 · Posted in Bücher, Bücherregal · Comment 

Karl Lauterbach zeigt in seinem Buch Probleme und Profiteure im Gesundheitssystem.

Autor Karl Lauterbach
Titel Gesund im kranken System. Ein Wegweiser
Verlag Rowohlt Berlin
Erscheinungsjahr 2009
Bewertung ****

Der Mann mit der Fliege ist einer der kompetentesten Experten zum deutschen Gesundheitssystem. Nun hat er ein Buch geschrieben, das schonungslos die Probleme und Profiteure zeigt, Ärztemangel ebenso thematisiert wie Praxisgebühr und Pharma-Gier. Eine unbedingt lohnende Lektüre – auch wenn einem als Patienten angst und bange werden kann.

Die komplette Rezension gibt es auf news.de.

Und dort findet sich außerdem noch ein Interview von mir mit Karl Lauterbach.

Der kritische Blick: Von Vollen und Tanken

März 5, 2009 · Posted in Kommentare, Videos, Weltgeschehen · Comment 

Kein Fusel mehr an der Tanke für Kids. Das ist der neuest Plan der Bundesdrogenbeauftragen Sabine Bätzing. Doch ich meine: Wieder einmal greift das zu kurz. Und in der Debatte um Alkoholmissbrauch regiert weiter die Scheinheiligkeit.

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

Politik für das System

März 4, 2009 · Posted in Kommentare, Weltgeschehen · Comment 

Opel soll keine Staatshilfen bekommen. Diese Entscheidung der Politik selbst in einem Superwahljahr zeigt, wie schlimm es um den deutschen Autobauer steht und wie waghalsig ein Einsatz für Opel wäre. Trotzdem ist das Nein zur Rettungsaktion ein Schlag ins Gesicht der Mitarbeiter.

Den kompletten Kommentar gibt es auf news.de.