Draufgeschaut: Sleepers

November 30, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Ihr Übermut bringt vier Freunde aus Manhatten ins Gefängnis - und ruiniert ihr Leben.

Ihr Übermut bringt vier Freunde aus Manhatten ins Gefängnis - und ruiniert ihr Leben.

Film Sleepers
Produktionsland USA
Jahr 1996
Spielzeit 150 Minuten
Regie Barry Levinson
Hauptdarsteller Kevin Bacon, Billy Crudup, Robert De Niro, Ron Eldard, Minnie Driver, Vittorio Gassman, Dustin Hoffman, Brad Pitt
Bewertung *****

Worum geht’s?

Shakes, Tommy, Michael und John wachsen gemeinsam in Manhattan auf. Die vier Jungs sind unzertrennlich. Als ein dummer Streich sie ins Gefängnis bringt, werden sie dort missbraucht und gefoltert. Doch Jahre später bietet sich ihnen die Chance auf Rache.

Das sagt shitesite:

Sleepers erzählt eine erschütternde, mitreißende und höchst spannende Geschichte. Geschickt werden hier Knast-Film à la Die Verurteilten und Gerichtsdrama im Stile von beispielsweise Eine Frage der Ehre verwoben, was auch dank der sehr souveränen Schauspieler gelingt. Selten wurde die Frage nach Schuld und Unschuld so clever inszeniert.

Der Trailer zum Film:

Der kritische Blick: Alle doof, außer Guttenberg

November 29, 2011 · Posted in Ich, Kommentare, Videos, Weltgeschehen · 2 Comments 

Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurück. Zumindest will er das alle glauben machen. Sein Buch Vorerst gescheitert soll dem CSU-Mann die Tür öffnen für das politische Comeback und die Zeit lässt sich auch noch missbrauchen, ihm den Roten Teppich auszurollen. Ich vermute: Man braucht wahrscheinlich wirklich mehr als 850 Jahre Familiengeschichte, um so viel Arroganz an den Tag legen zu können.

Mehr Kommentare zu aktuellen Themen gibt es bei den News.de-Videos.

Draufgeschaut: Männer

November 28, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Julius (Heiner Lauterbach, links) zieht bei Lothar (Diemtar Bär, Mitte) und Stefan (Uwe Ochsenknecht) ein.

Julius (Heiner Lauterbach, links) zieht bei Lothar (Diemtar Bär, Mitte) und Stefan (Uwe Ochsenknecht) ein.

Film Männer
Produktionsland Deutschland
Jahr 1985
Spielzeit 95 Minuten
Regie Doris Dörrie
Hauptdarsteller Heiner Lauterbach, Uwe Ochsenknecht, Ulrike Kriener, Janna Marangosoff, Dietmar Bär
Bewertung ***

Worum geht’s?

Mit der Treue nimmt es der Werbemanager Julius schon lange nicht mehr so genau. Doch als er rausbekommt, dass auch seine Ehefrau Paula einen Liebhaber hat, ist er tief getroffen. Kurzerhand behauptet er seiner Frau gegenüber, er wolle verreisen, um den Schock zu verarbeiten. In Wirklichkeit stellt er seinem Nebenbuhler Stefan heimlich nach. Als der einen neuen Mitbewohner sucht, ist seine Chance gekommen: Julius zieht bei Stefan ein – und der ahnt nichts davon, mit wem er nun Wand an Wand wohnt.

Das sagt shitesite:

Man muss bei einem Film, der so viel Achtziger-Ästhetik (BMX-Räder, Kettenrauchen und Esoterik-Trips sind nur einige Beispiele dafür) hat, diese Zusammenfassung wählen: Yuppie trifft Sponti. Das wäre schon reizvoll genug, wenn der eine nicht auch noch gerade dem anderen Hörner aufgesetzt hätte.

So entwickelt sich in Männer ein spannendes Duell, in dem vor allem Heiner Lauterbach (erst beleidigt, dann paranoid, dann reumütig, dann aggressiv) glänzen kann. Wie der sensible Freigeist Stefan (Leitspruch: “Ein einsamer Mann ist viel normaler als ein nicht einsamer Mann.”) und der pragmatische Karrierehengst Julius (“Ich leide nicht unter Problemen. Ich schaffe sie aus dem Weg.”) zueinander finden, das hat durchaus seinen Reiz. Ihr immer intimeres Miteinander (im Film sind sogar die Pimmel beider Hauptdarsteller zu sehen, falls das jemand wissen will) wird in Männer in sehr liebevollen Bildern (herrlich: Julius schneidet Stefan die Haare, beide starten eine kleine Jubelfeier im Sprinbrunnen oder Stefan schüttet Julius sein Herz aus, während der nur mit den Folgen von Selbstverstümmelung zu kämpfen hat) und auch 25 Jahre später noch halbwegs amüsanten Dialogen eingefangen. Einen Fehler hat die Komödie natürlich trotzdem: Sie müsste eigentlich Männer und Frauen heißen.

Bestes Zitat:

“Bei euch Frauen ist das immer gleich so ‘ne Gefühlsscheiße. Zu einer ganz normalen Affäre seid ihr gar nicht fähig.”

Eine Szene aus dem Film:

Hingehört: The BossHoss – “Liberty Of Action”

November 27, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Eine Nummer größer und einen Schritt weiter: The BossHoss auf "Liberty Of Action".

Eine Nummer größer und einen Schritt weiter: The BossHoss auf "Liberty Of Action".

Künstler The BossHoss
Album Liberty Of Action
Label Island
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung ***

„All I want is liberty of action“, lautet der erste Refrain, den The BossHoss auf ihrem sechsten Album anstimmen. Das passt wunderbar. Schließlich spielen die Cowboys von der Spree gerne mit dem Image des Rednecks mit Konföderierten-Flagge am Truck. Man kann sich sehr gut vorstellen, wie solch ein Zeitgenosse auf seiner Veranda steht und ungebetene Gäste mit der Schrotflinte vertreibt. „Ich kann hier tun, was ich will“, wird er diese Auslegung des Hausrechts wohl verteidigen.

Die Liberty Of Action interpretieren die BossHoss aber glücklicherweise in einem deutlich friedlicheren Sinn: als künstlerische Narrenfreiheit. „Wir haben es geschafft, über die Jahre The BossHoss als Band so zu etablieren, dass wir über Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert verfügen, die aber nicht alleine auf der Assoziation mit Country beruhen“, sagen sie – und entsprechend mutig entwickelt das Septett seinen Sound auf Liberty Of Action weiter.

Das fängt schon bei besagtem Titelsong an, der sich erstaunlich kreativ zeigt in den Variationen des immergleichen Riffs. Die Single Don’t Gimme That ist funky und eingängig und bei weitem nicht das einzige Stück, das man zu Beginn ihrer Karriere niemals von BossHoss erwartet hätte. Ein Beleg dafür ist My Country, das mit Banjo, Polkabeat und natürlich Mundharmonika im genau richtigen Maße die Klischees des Genres aufs Horn nimmt, und schon clever genug wäre, wenn es nicht auch noch eine Übersetzung von Rammsteins Mein Land wäre. Auch der Quasi-Pop von Sex On Legs überrascht. Und ganz am Schluss wird es in L.O.V.E. (gemeinsam mit Nena) unerhört putzig.

Vor allem aber enthält Liberty Of Action immer wieder Momente, in denen die Band ihre Individualität feiert. Das sehr gelungene Live It Up hat im Kern alle typischen BossHoss-Elemente, schummelt aber einen HipHop-Beat darunter und, passend dazu, am Ende auch noch einen augenzwinkernden „Hey Ho“-Chor. Da dürften Everlast oder Kid Rock durchaus neidisch werden.

My Way strotzt ebenfalls vor Selbstvertrauen und könnte Billy Idol zum Tanzen bringen. Auch Hayday verkündet das Motto: „Wir ziehen unser Ding durch, und wir haben Spaß dabei.“ Ins sehr spaßige Still Crazy ’Bout Elvis bauen The BossHoss frech ein Stückchen Jailhouse Rock ein, mit Money wagen sie sich sogar an ein Stück, das immerhin auch schon die Beatles gecovert haben. Und in Run, Run Devil, das ebenso lustig wie angsteinflößend im Sinne der Sisters Of Mercy ist, drohen sie schließlich dem Teufel höchstpersönlich, ihm gehörig den Hintern zu versohlen.

Als Inspiration für Liberty Of Action haben die Berliner noch einmal einen ganz tiefen Atemzug voller Westernluft genommen: Sie sind durch Texas gereist, haben Songs geschrieben und Konzerte gespielt. Dass sie dabei durchaus Vitalität gewonnen haben, beweisen auch die beiläufigeren Momente der Platte. The Answer etwa hat einen angenehmen Beat und ein tolles Orgelsolo, wirkt recht unspektakulär, ist aber wichtig für den Spannungsbogen des Albums.

Mit I Keep On Dancing (einem etwas plumpen Beatsteaks-Versuch) und Riding High, Singing Low (das ein nettes Seventies-Flair im Sinne der Moody Blues hat, aber nicht recht zündet) gibt es zwar auch ein paar Schwachpunkte. Insgesamt beeindruckt Liberty Of Action aber mit Vielfalt und Abwechslungsreichtum. Hoss Power fasst das sehr treffend zusammen: „Auf unserem ersten Album Internashville Urban Hymns wollten wir die Größe von Nashville nach Berlin transportieren. Die neuen Stücke würde ich eher als Über-Nashville Urban Hymns bezeichnen. Diesmal geht alles noch viel weiter.“

BossHoss erklären, was die Fans von Liberty Of Action erwarten können:

The BossHoss bei MySpace.

Eine Kurzversion dieser Rezension gibt es auch bei news.de.

Draufgeschaut: Es war einer von uns

November 27, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Johanna (Maria Simon) verdächtigt Björn (David Striesow), sie vergewaltigt zu haben.

Johanna (Maria Simon) verdächtigt Björn (David Striesow), sie vergewaltigt zu haben.

Film Es war einer von uns
Produktionsland Deutschland
Jahr 2011
Spielzeit 90 Minuten
Regie Kai Wessel
Hauptdarsteller Maria Simon, Anja Kling, Devid Striesow, Patrick Heyn, Adam Bousdoukos, Hans-Jochen Wagner, Johanna Gastdorf
Bewertung ***

Worum geht’s?

Johanna feiert eine nette Party im Kreise ihrer Freunde. Auf dem Heimweg verliert sie plötzlich die Kontrolle über ihr Fahrrad und kommt erst am nächsten Morgen wieder zu sich. Sie wurde vergewaltigt. Als wäre das nicht schlimm genug, sorgen die Ermittlungen der Polizei auch noch für einen weiteren Schock: Sie wurde gezielt mit K.o.-Tropfen betäubt – und der Täter muss einer ihrer Freunde sein, die auf der Party waren.

Das sagt shitesite:

Es ist durchaus treffend, dass dieses Drama seinen Konflikt, sein zentrales Dilemma, schon im Titel trägt. Denn Es war einer von uns lebt vor allem von seiner Thematik. Wie die junge Frau alle Sicherheit und alles Vertrauen in ihre Mitmenschen verliert, das wird sehr sensibel und erfreulich unhektisch inszeniert. Gerade als Johanna am meisten Beistand braucht, wird sie auch noch von ihren Freunden ausgegrenzt, weil die ihr vorwerfen, dass sie mit ihrem Problem nicht klarkommt und nicht in der Lage ist, angesichts der wenig erfolgreichen Suche nach einem Täter endlich einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen.

Das ist die größte Stärke von Es war einer von uns: Alle wollen hier gerne schnellstmöglich zurückkehren zur Normalität. Jeder würde am liebsten so tun, als sei gar nichts passiert: das Opfer, der Täter und die Umstehenden, die ob der erschütternden Hinterlist des Verbrechens zwangsläufig auch zu Beteiligten werden. Und genau dieses gemeinsame Ziel entfernt sie voneinander. Diese perfide Dynamik wirkt auch dank des exzellenten Ensembles sehr eindringlich.

An anderer Stelle ist Es war einer von uns leider etwas plump. Die Spielereien mit Lichteffekten kurz vor Johannas Blackout und dann bei ihren Versuchen, sich an die Vergewaltigung zu erinnern, sind übertrieben. Auch die Zeitsprünge gegen Schluss hätte es nicht unbedingt gebraucht. Vor allem aber enttäuscht der Schluss: Ein Täter, der wie zufällig enttarnt wird und dessen Motivation zudem völlig im Dunkeln bleibt – das zuvor über weite Strecken gelungene Drama hätte ein schlüssigeres, wirkungsvolleres oder verstörenderes Ende verdient gehabt.

Bestes Zitat:

“Ich will endlich damit aufhören, darüber nachzudenken, was passiert ist. Weil mich das sonst umbringt. Aber ich weiß nicht, wie ich das hinter mir lassen kann. Und wie ich trotz allem weiterleben kann. Ob das überhaupt geht.”

Der Trailer zum Film:

Hingehört: Gorillaz – “The Fall”

November 27, 2011 · Posted in CD-Regal, Musik · Comment 
Die Gorillaz liefern mit "The Fall" den Soundtrack zu ihrer Nordamerika-Tour im Herbst 2010.

Die Gorillaz liefern mit "The Fall" den Soundtrack zu ihrer Nordamerika-Tour im Herbst 2010.

Künstler Gorillaz
Album The Fall
Label Emi
Erscheinungsjahr 2011
Bewertung **

Können Zeichnungen eine Seele haben? Ein Herz? Mehr noch: ein gebrochenes Herz?

Man muss im Falle der Gorillaz davon ausgehen. Das Cartoon-Quartett kann schließlich auch sonst Einiges, was man Zeichnungen nicht unbedingt zutraut. Beispielsweise im Guinness Buch der Rekorde stehen als erfolgreichster virtueller Act des Planeten. Beispielsweise sechs Millionen Exemplare von seinem Debütalbum verkaufen. Beispielsweise ein holographisches Duett mit Madonna bei den Grammys singen. Oder, wie vor drei Jahren, zur populärsten Band auf MySpace gekrönt wurden, obwohl sie im Jahr 2008 gar nichts Neues veröffentlicht hatten.

Nun aber, bei ihrem vierten Album, sind Sänger 2D, Bassist Murdoc Niccals, Gitarristin Noodle und Drummer Russel Hobbs definitiv in dem Land angekommen, das bei Menschen als „der Blues“ bezeichnet wird. The Fall ist das Dokument einer Nordamerika-Tour, und es könnte kaum schlechter gelaunt sein.

Schon der Opener Phoner To Arizona klingt wie die letzten Zuckungen des Crazy Frog (aber nicht halb so amüsant wie diese Vorstellung), wenn der eine Odyssee durch die Wüste hinter sich hätte und kurz vorm Austrocknen stünde. Wenn Damon Albarn, pardon: 2-D, dann auch singt, wird es noch wehmütiger. In Revolving Doors trifft ein denkbar filigranes Gitarren-Picking auf denkbar plumpe Elektro-Sounds, und Albarn klingt dabei so untröstlich, als sei gerade seine Mutter (oder eben: sein Motherboard) gestorben.

Shy-Town könnte ein Stück von Blurs Liebeskummer-Meisterwerk 13 sein. Bobby In Phoenix (mit Bobby Womack, der auch schon beim Vorgänger Plastic Beach die Gorillaz unterstützte) ist so emotional und getroffen wie Marvin Gaye in seiner What’s Going On-Phase. In Little Pink Plastic Bags ist sogar der Anblick von, nunja, rose Einkaufstüten schmerzhaft, beschwört große Sehnsucht oder böse Erinnerungen herauf.

So geht es weiter. Es gibt kaputten HipHop (Hillbilly Man), kaputten Space-Reggae (The Joplin Spider), kaputten Walzer (The Parish Of Space Dust) und eine kaputte Hurts-Ballade (Amarillo, mit der bezeichnenden Bitte: „put a little love into my lonely soul“).

Das Problem daran: Das ist nicht nur eintönig (ein Vorwurf, den man den Gorillaz bisher nun wirklich nicht machen konnte), es ist auch unausgegoren. Die Tracks sind quasi Schnappschüsse, komplett entstanden auf Damon Albarns iPad. „Ich habe das gemacht, weil man immer eine Menge Zeit hat, die man im Wesentlichen damit verbringt an die Wand zu starren“, erklärt er die Idee für The Fall. „Ich fand, dass das Arbeiten tagsüber, ob im Hotel oder in der Konzerthalle, eine brillante Art war, um sich bei Laune zu halten. Dazu ist diese Song-Sammlung tatsächlich wie ein musikalisches Tagebuch. Ich habe wirklich alles an dem einen Tag an dem einen Ort geschrieben. Und es gibt eine spezielle Art von amerikanischem Sound und musikalischer Tradition, die durchklingen. Es fühlt sich an wie eine Reise durch Amerika.“

Mehr als ein vager Eindruck eines sehr großen, sehr deprimierten Landes vermittelt The Fall freilich nicht. Es gibt auch nicht einmal im Ansatz so etwas wie Hits, die doch bisher bei den Gorillaz stets der Katalysator waren, um den ambitionierten Ansatz des Projekts mit der Begeisterung des Mainstreams zusammenzufügen. Vor allem aber krankt The Fall an der Grundidee: Die Gorillaz leben davon, dass sie virtuell sind, immer voll und ganz durchkonzipiert und mit jedem Album ein bisschen mehr die Grenzen dessen erweitern, was man mit Pop machen kann. Authentizität, die einem Tour-Tagebuch nun einmal inhärent sein muss, und Spontaneität, die Albarn hier zum Grundprinzip gemacht hat, wirken bei ihnen unglaubwürdig. Und halbfertige Song-Skizzen braucht man nun wirklich nicht von Cartoon-Charakteren. Dafür haben wir schon ganze Legionen geplagter Singer-Songwriter.

Eine Tour im Schnelldurchlauf: Das Video zu Phoner To Arizona:

Die Gorillaz bei MySpace.

Draufgeschaut: School Of Rock

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Dewey (Jack Black) will den Rockstar in seinen Schülern wecken.

Dewey (Jack Black) will den Rockstar in seinen Schülern wecken.

Film School Of Rock
Produktionsland USA
Jahr 2003
Spielzeit 108 Minuten
Regie Richard Linklater
Hauptdarsteller Jack Black, Mike White
Bewertung ****

Worum geht’s?

Dewey braucht dringend Geld, denn mit seinen Versuchen als Rockmusiker hatte er bisher keinen Erfolg. Deshalb gibt er sich als Lehrer aus und unterrichtet eine Grundschulklasse in einer Privatschule. Bald entdeckt er seine Mission: Er will den spießigen Schülern das Rocken beibringen.

Das sagt shitesite:

Ein toller Soundtrack, eine vollkommen absurde Ausgangssituation und vor allem Jack Black in einer Rolle, die ihm förmlich auf den Leib geschrieben ist, tragen zum hohen Spaßfaktor von School Of Rock bei. Dazu wird noch recht clever mit ein paar gängigen Klischees wie den allzeit braven Privatschülern, dem Lehrerberuf als beste Voraussetzung für Müßiggang und natürlich diversen Gitarrengott-Posen gespielt. Ein Hit.

Der Trailer zum Film:

Hamburg verschenkt den Sieg

November 26, 2011 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 

Alle hatten dem Revier-Kracher entgegengefiebert, doch das weitaus kurzweiligere Derby lieferten sich Hannover und Hamburg. Der HSV holte ein mehr als verdientes 1:1 (0:0). Bruma und Schlaudraff machten die Tore.

Hamburg war der Rückenwind nach dem Heimsieg gegen Hoffenheim deutlich anzumerken. Der HSV schien zu Beginn wild entschlossen, gleich den nächsten Dreier folgen zu lassen. Paolo Guerrero zielte nach zwei Minuten knapp daneben, kurz darauf setzte Töre den Ball ebenfalls nur hauchdünn am linken Pfosten vorbei. Auch in puncto Ballbesitz und Zweikämpfe gaben die Gäste zunächst den Ton an.

Hannover brauchte eine Viertelstunde, um sich erstmals gut in Szene zu setzen, hatte dann aber gleich die bis dahin beste Chance des Spiels: Sergio Pinto schickte Jan Schlaudraff, doch der scheiterte im Eins-gegen-Eins-Duell an HSV-Torwart Jaroslav Drobny. Von da an entwickelte sich eine äußerst kurzweilige erste Halbzeit mit vielen Strafraumszenen und Großchancen beinahe im Minutentakt. Drobny konnte sich in der ersten Hälfte noch einige Male auszeichnen, auch sein Gegenüber Ron-Robert Zieler war zur Stelle, als Heung-Min Son nach einer knappen halben Stunde wieder einmal gefährlich für die Gäste zum Abschluss kam.

Nicht nur die vielen Torszenen machten das Nordderby dabei interessant, sondern auch die Rollenverteilung. Die Gäste, als Tabellen-14. am letzten Spieltag erst der Abstiegszone entstiegen, nahmen mutig das Heft in die Hand. Hannover, als Europa-League-Vertreter auf eigenem Platz klarer Favorit, überließ Hamburg oft die Spielanteile und setzte stattdessen auf überfallartige Gegenstöße. Dass es zur Pause 0:0 stand, war bei dieser taktischen Ausrichtung mehr als erstaunlich.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb für die Abwehrreihen auf beiden Seiten Schwerstarbeit angesagt. Gökhan Töre sorgte für Hamburg auf dem linken Flügel immer wieder für viel Wirbel, Pinto leitete wiederholt gefährliche Konter für Hannover ein.

Vielleicht war dieser Dauerstress die Ursache für die Entstehung des ersten Tores: Zieler und Steven Cherundulo waren sich bei einem harmlosen Ball nicht einig, Hannovers Rechtsverteidiger klärte dann sicherheitshalber zur Ecke. Die brachte Töre ins Spiel und in der Mitte machte Jeffrey Bruma mit dem ganz langen Bein das 1:0 für Hamburg (64.). Hannovers Trainer Mirko Slomka wollte Cherundulo keinen Vorwurf machen, sondern hatte im Gespräch mit dem Pay-TV-Sender Sky einen anderen Kritikpunkt: «Der Spieler kann nicht wissen, was in seinem Rücken passiert und muss selbst entscheiden. Aber man muss aus so einer Ecke dann nicht gleich ein Tor kassieren.» Fast unmittelbar darauf hätten die Gäste nach einer weiteren Ecke nachlegen können, doch Westermanns wuchtigen Kopfball klärte Schmiedebach auf der Linie.

Das 1:0 verlieh dem HSV noch mehr Zuversicht, Hannover kam nach dem Rückstand kaum mehr zu konstruktivem Spiel. Erst ein Freistoß von Christian Pander, den Drobny noch um den Pfosten lenken konnte, sorgte wieder für ein Lebenszeichen der Niedersachsen (79.). Die folgende Ecke nutzte Hannover zum egalisieren: Pinto schlenzte auf Schlaudraff, der den Ball am Strafraumeck volley nahm und den herrlichen Ausgleichstreffer markierte. Für den 96-Stürmer war es das erste Bundesliga-Tor nach einer 1014 Minuten währenden Flaute.

Rincon, noch immer ohne Tor in der Liga, wollte es ihm kurz vor Schluss auf der Gegenseite gleich tun, als er von Töre geschickt wurde und den Ball aus spitzem Winkel mit vollem Risiko nahm. Es kam aber nur ein Luftloch dabei heraus. So verschenkte Hamburg letztlich zwei Punkte – und die Chance, mit einem durchaus möglichen Sieg in der Tabelle bis auf Platz 11 zu springen. Hannover hingegen ist im Abwärtstrend. Seit vier Spielen warten die 96er auf einen Sieg.

Diesen Artikel gibt es auch bei news.de. Und dazu die besten Bilder des Spieltags in der Bundesliga.

Draufgeschaut: Der Soldat James Ryan

November 26, 2011 · Posted in Bewegtbild, DVD-Regal · Comment 
Alle für einen: Eine Gruppe von US-Soldaten soll einen Kameraden von der Front wegholen.

Alle für einen: Eine Gruppe von US-Soldaten soll einen Kameraden von der Front wegholen.

Film Der Soldat James Ryan
Originaltitel Saving Private Ryan
Produktionsland USA
Jahr 1998
Spielzeit 163 Minuten
Regie Steven Spielberg
Hauptdarsteller Tom Hanks, Tom Sizemore, Edward Burns, Barry Pepper, Adam Goldberg, Vin Diesel, Giovanni Ribisi, Jeremy Davis, Matt Damon
Bewertung ****1/2

Worum geht’s?

James Ryan kämpft im Zweiten Weltkrieg gegen die Deutschen. Als das US-Oberkommando erfährt, dass seine drei Brüder bei der Invasion in der Normandie ums Leben gekommen sind, soll er nach Hause geholt werden, damit seine Mutter nicht all ihre vier Söhne verliert. Eine Spezialeinheit soll ihn finden. Doch dieser Befehl gleicht einem Himmelfahrtskommando.

Das sagt shitesite:

In der Rahmenhandlung und in den ruhigeren Momenten ist Der Soldat James Ryan ein wenig arg pathetisch und patriotisch. Ansonsten gelingt aber ein eindringlicher Kriegsfilm, der sehr effektvoll die Frage nach dem Wert des Individuums stellt. Und mit 30 Action-Minuten zu Beginn aufwartet, die immer noch gnadenlos und atemberaubend sind.

Der Trailer zum Film:

Dortmund dominiert das Derby

November 26, 2011 · Posted in Artikel, Weltgeschehen · Comment 

Von Spaß war oft die Rede vor dem Duell zwischen Dortmund und Schalke. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke begründete seine kleinen Sticheleien in Richtung Gelsenkirchen vor dem Spiel damit, dass man «im Fußball auch mal einen kleinen Spaß machen darf». Schalke-Trainer Huub Stevens riet seinen Spielern, dem Druck vor dem Spitzenspiel am besten dadurch zu begegnen, dass sie mit dem Ziel in die Partie gehen sollten, «auch ein bisschen Spaß zu haben».

Wirklich prächtig amüsiert hat sich während dieser 90 Bundesliga-Minuten aber wahrscheinlich nur einer: Jürgen Klopp. Dortmunds Trainer erlebte einen ebenso engagierten wie disziplinierten und souveränen Auftritt seiner Mannschaft. Dortmund siegte am Ende völlig verdient mit 2:0 (1:0) und setzt sich damit vorerst an die Tabellenspitze der Bundesliga. (Wie die weiteren vier Partien am Nachmittag endeten, lesen Sie hier.) «Die Jungs haben rotzfrech gespielt. Und das ist nach solch einer physisch und psychisch anspruchsvollen Woche nicht selbstverständlich», lobte Klopp in der Pressekonferenz.

Für sein Gegenüber Stevens und die gesamte Schalker Fraktion war es hingegen ein ernüchternder Nachmittag. Die Knappen bekamen klar die Grenzen aufgezeigt und müssen nun mindestens bis zum Rückspiel im April 2012 mit der Schmach der Niederlage im Revierderby leben.

Für die mehr als 80.000 Zuschauer in Dortmund, die bei den letzten drei Heimspielen insgesamt 14 BVB-Tore erlebt hatten, war es diesmal hingegen kein Spektakel. Das lag vor allem am enttäuschenden Auftritt der Gäste. Schalke schaffte es in der gesamten ersten Halbzeit nicht, sich eine Torchance zu erspielen. Über weite Phasen kam bei den übernervös wirkenden «Knappen» nicht einmal im Ansatz Gefahr auf, auch die wenigen aussichtsreichen Standardsituationen wurden leichtfertig vergeben.

Beinahe wirkte es, als hätte Schalke noch die Niederlage unter der Woche in einem wichtigen Champions-League-Spiel in den Knochen, dabei musste doch der BVB eine 1:2-Schlappe bei Arsenal hinnehmen. Klopp stellte im Vergleich zum Mittwoch auf drei Positionen um: Für den verletzten Sven Bender kam Moritz Leitner ins Spiel. Statt Kevin Großkreutz spielte Mario Götze diesmal auf links, Jakub Blaszczykowski durfte dafür auf rechts ran. Shinji Kagawa musste ebenfalls auf der Bank bleiben. Seine Position übernahm Robert Lewandowski, ganz vorne feierte Lucas Barrios dafür sein Startelf-Debüt in dieser Saison.

Keiner der drei Neuen konnte sich in der ersten Hälfte besonders gut in Szene setzen. Leitner leistete sich einige Flüchtigkeitsfehler, Barrios war zweikampfschwach und hatte wenig Präsenz. Blaszczykowski war immerhin ein Aktivposten und entscheidend an der Dortmunder Führung beteiligt: Nachdem Christian Schulz ihn am rechten Flügel gefoult hatte, gab es Freistoß für Dortmund. Schmelzers Flanke verwertete Lewandowski in der Mitte per Kopf zum 1:0 (16.).

Zu diesem Zeitpunkt waren die Schwarz-Gelben längst Herr im Haus. Ein Schmelzer-Freistoß (2.) hätte den BVB in Front bringen können, auch Blaszczykowski (7.) und Barrios (12.) hatten gute Chancen. Nach der Führung hatte Dortmund erst recht alles im Griff. Götze vergab die beste Gelegenheit zum 2:0, als er nach Flanke von Blaszczykowski und einem Fehler von Kyriakos Papadopoulus aus fünf Metern an Schalke-Keeper Lars Unnerstall scheiterte (29.).

«Viel zu viele Spieler hatten nicht das Niveau, das sie normalerweise haben. In der ersten Halbzeit war es wie eine Erwachsenen- gegen eine Schüler-Mannschaft. Das ist zu wenig, dann kann man hier nicht bestehen», schimpfte Stevens nach dem Spiel.

Doch auch nach dem Seitenwechsel dominierte Dortmund. Schalke kam zwar etwas entschlossener aus der Kabine. Doch die kurze Drangphase entpuppte sich als Strohfeuer. Der Außennetztreffer von Lewis Holtby (53.) und ein Fernschuss von Papadopoulus (88.) blieben die einzigen halbwegs gefährlichen Szenen. Auch die frühe Einwechslung von Teemu Pukki als weiterem Stürmer verpuffte.

Spätestens nach dem 2:0 hatten die Schalker das Spiel dann wohl abgehakt. Mats Hummels legte nach einer guten Stunde per Kopf für Barrios auf, der schoss aber Unnerstall an. Den Abpraller verwandelte Felipe Santana überlegt.

Höhepunkte waren danach auch in der zweiten Hälfte rar: Barrios vergab noch zwei Hochkaräter nach Vorbereitung von Lewandowski (73.) und des eingewechselten Kagawa (78.). Unnerstall sorgte kurz vor Schluss mit einem klasse Reflex gegen Lewandowski dafür, dass die Niederlage nicht noch deutlicher ausfiel. Am meisten Aufregung gab es noch, als die Schalker Fans mit Pyrotechnik auf den Tribünen für kurze Unterbrechungen des Spiels sorgten und als es nach einem bösen Foul von Atsuto Uchida an Götze kurz nach dem 2:0 zur Rudelbildung kam.

Spaß hatte nach dem Abpfiff das Dortmunder Team, das fast geschlossen den Zaun an der Südtribüne erklomm, um mit den Anhängern zu feiern. Und bei den Fans des BVB dürfte noch ein besonderes Detail für gute Laune sorgen: In der Revierderby-Bilanz der Bundesliga führt Dortmund nun mit 28:27 gegen Schalke.

Diesen Artikel gibt es auch bei news.de, zusammen mit einer Fotostrecke mit den besten Bildern des 14. Spieltags.

Alle Spiele, alle Tore und Statistiken sowie die aktuelle Tabelle gibt es ebenfalls bei news.de.

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