Blind Dates


Film Blind Dates

Blind Dates Review Kritik

Sandro (Andro Sakvarelidze, links) und Iva (Archil Kikodze) suchen eine Frau.

Produktionsland Georgien
Jahr 2013
Spielzeit 99 Minuten
Regie Levan Koguashvili
Hauptdarsteller Andro Sakvarelidze, Ia Sukhitashvili, Archil Kikodze
Bewertung

Worum geht’s?

Sandro arbeitet als Lehrer in Tiflis. Er ist schon jenseits der 40 und lebt noch bei seinen Eltern. Er würde das gerne ändern und eine eigene Familie gründen, doch mit den Frauen hat er kein Glück. Sein Freund Iva überredet ihn zu Blind Dates, die er übers Internet arrangiert. So lernt er die geschiedene Krankenschwester Lali kennen, doch so richtig will der Funke nicht überspringen. Erst, als Sandro mit Iva einen Ausflug ans Schwarze Meer macht und dort die Friseurin Manana trifft, scheint sich für ihn der Weg zu einer glücklichen Beziehung zu eröffnen. Manana ist allerdings nur zeitweise solo: Ihr Mann sitzt im Gefängnis, und als er vorzeitig entlassen wird, zerschlagen sich Sandros Hoffnungen schnell wieder.

Das sagt shitesite:

„Was willst du mit deinem Leben anfangen? Das würde ich wirklich gerne wissen“, mahnt der Vater, als Sandro sich in seinen Augen mal wieder besonders unreif verhalten hat. Die Antwort ist Schweigen, wie so vieles in diesem Film. Wenn noch weniger gesprochen würde, könnte man Blind Dates für ein Werk von Ari Kaurismäki halten, zu dem es auch jenseits davon einige Parallelen gibt. Das dominierende Element ist die Traurigkeit in den Blicken und Bildern, manchmal wird das Geschehen surreal oder absurd, immer ist die Stimmung im höchsten Maße melancholisch.

Dieser lakonische Blick auf das Leben soll natürlich verdeutlichen, wie schwierig es ist, die Liebe zu finden, sich selbst anzuerkennen, Nähe zu erlauben. Regisseur Levan Koguashvili, der hier seinen zweiten Spielfilm vorlegt, macht diese Aussage so eindrucksvoll, weil er konsequent ein klares Ziel für seinen Film verweigert und sich stattdessen formal aufs Mäandern verlegt, das zur Orientierungssuche seiner Protagonisten passt. Mehrmals tauchen neue Figuren auf, die man für wichtige Charaktere von Blind Dates halten kann, die dann aber wieder aus dem Zentrum des Geschehens verschwinden. Ebenso werden Entwicklungen im Plot angedeutet, die sich dann aber wieder verlieren.

Besonders lange in Erinnerung bleibt das Bild von Männlichkeit, das er hier zeichnet. Die Frauen sind schwach, aber noch mehr gilt das für die Männer. Diese sind rechthaberisch, kriegen aber nichts gebacken. Manche sind aufbrausend, manche sind lethargisch, manche geben sich als Draufgänger, andere als Romantiker. Aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind Taugenichtse, die keine Ahnung haben, wie sie in dieser Welt zurechtkommen sollen.

Bestes Zitat:

„Ich bin mein ganzes Leben ans Meer gefahren. Aber ich erinnere mich nur an den Tag, den ich mit dir verbracht habe.“

Der Trailer zum Film.

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