Das Versprechen


Film Das Versprechen

Das Versprechen Filmkritik Review

Sophie (Corinna Harfouch) und Konrad (August Zirner) steht die Mauer im Weg.

Produktionsland Deutschland
Jahr 1994
Spielzeit 111 Minuten
Regie Margarethe von Trotta
Hauptdarsteller Meret Becker, Corinna Harfouch, August Zirner, Anian Zollner, Eva Mattes, Otto Sander
Bewertung

Worum geht’s?

Sophie und Konrad gehen gemeinsam zur Schule in Ost-Berlin und sind ein Liebespaar. Kurz nach dem Bau der Mauer beschließen sie, nachts gemeinsam durch die Kanalisation in den Westteil der Stadt zu fliehen. Doch Konrad wird aufgehalten und findet auch danach keine Möglichkeit mehr, seinen Freunden und seiner großen Liebe, deren Flucht gelingt, zu folgen. Die Liebe zwischen Sophie und Konrad bleibt zunächst trotzdem ungebrochen, obwohl sie sich nur vier Mal sehen können, bis schließlich die Mauer fällt. Bei einer dieser Begegnungen in Prag wird Sophie schwanger, auch den gemeinsamen Sohn bekommt der Vater lange nicht zu Gesicht. Neben- statt miteinander leben beide ihr Leben in Ost und West, er macht Karriere als Naturwissenschaftler in der DDR und gründet dort eine eigene Familie; sie ist erfolgreich als Übersetzerin. Als im Herbst 1989 schließlich unverhofft doch die ganz persönliche Wiedervereinigung möglich wird, stehen beide vor der Frage: Ist diese große Liebe noch lebendig? Und passt sie jetzt, wo sie endlich wieder Wirklichkeit werden könnte, überhaupt noch in mein Leben?

Das sagt shitesite:

„Liebe geht durch Beton“, heißt ein Zitat gegen Ende dieses Films, doch so poetisch und überzeugend das klingt, so schwierig ist es für Sophie und Konrad, den Beweis dafür anzutreten. Eigentlich sollte es in einer so tiefen Liebesbeziehung um Symbiose gehen, um maximale körperliche und geistige Annäherung. Doch der Eiserne Vorhang steht dem in ihrem Fall im Weg. Es gibt zwischen ihnen keinen Kontakt und über lange Zeiträume nicht einmal ein Lebenszeichen des Partners. Statt, wie erträumt, gemeinsam ihre Jugend, ihre Liebe und ihre Freiheit genießen zu können, haben sie von einem Tag auf den anderen überhaupt keine gemeinsamen Erfahrungen mehr. Wie soll eine Beziehung das überstehen?

Das Versprechen, das sie sich gegeben haben, ändert dabei im Verlauf von fast 30 Jahren, die hier erzählt werden, natürlich seine Form. Zunächst meint es, dass Konrad trotz der zunächst gescheiterten Flucht in den Westen nachkommen wird, dann steht es für den Treueschwur des Paares, schließlich für die Entschlossenheit, sich von den Widrigkeiten nicht unterkriegen zu lassen und ihre einst so enge Verbindung nicht einfach abzuschalten (falls so etwas als bewusste Entscheidung überhaupt möglich ist), nur weil der Lauf der Welt ihre Erfüllung einfach nicht zulässt. Schnell müssen sie aber anerkennen: Das Private kann auf keiner der beiden Seiten der Mauer unpolitisch sein. Konrad muss sich mit den Repressalien und Kompromissen des real existierenden Sozialismus arrangieren, Sophie locken die Versuchungen der weiten Welt, die sie aber noch weiter von ihrer Jugendliebe entfernen würden.

Margarethe von Trotta erzählt dieses Dilemma mit einigen Klischees (sowohl hinsichtlich der Liebesgeschichte als auch beim Nachzeichnen der deutsch-deutschen Geschichte), schafft es aber trotzdem, daraus einen überzeugenden Film zu machen. Über den Fokus auf das Gefühlsleben ihrer Protagonisten gelingt es in Das Versprechen, den Druck des Regimes oder die Heimatlosigkeit der Flüchtlinge zu zeigen, vor allem aber die Zerrissenheit eines Landes, in dem sich eigentlich jeder Mensch fragen könnte: Wie würde mein Leben auf der anderen Seite der Mauer aussehen? Was könnte ich gewinnen, was müsste ich opfern? Sophie und Konrad kann man damit auch als Entsprechungen der beiden Deutschlands verstehen: Sie sind jeweils ein Spiegel füreinander.

Bestes Zitat:

„Ich bin weggegangen, das ist wahr. Ob ich irgendwo angekommen bin, weiß ich nicht.“

Der Trailer zum Film.

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