Der Biss der Schlangenfrau


Film Der Biss der Schlangenfrau

Der Biss der Schlangenfrau Kritik Rezension

Bissig: Lady Sylvia Marsh (Amanda Donohoe).

Originaltitel The Lair Of The White Worm
Produktionsland Großbritannien
Jahr 1988
Spielzeit 90 Minuten
Regie Ken Russell
Hauptdarsteller Sammi DavisCatherine Oxenberg, Amanda Donohoe, Hugh Grant, Paul Brooke, Peter Capaldi
Bewertung

Worum geht’s?

Angus Flint studiert Archäologie und findet bei Ausgrabungen auf dem Gelände einer Pension ein seltsames Fossil: Es scheint sich um einen riesigen Schädel eines Reptils zu handeln. Mary und Eve, die beiden Schwestern, die nach dem mysteriösen Verschwinden ihrer Eltern die Herberge betreiben, können damit ebenso wenig anfangen wie mit der Erkenntnis, dass an gleicher Stelle in der Antike einmal eine prachtvolle Kultstätte stand, auf deren Überreste Angus Flint ebenfalls stößt. Lord James D’Ampton, dem das Land gehört, ist schon deutlich interessierter an den Fundstücken – er erkennt, dass sie mit der Legende des „Wurms von D’Ampton“ zusammenhängen, die in der Gegend seit Jahrhunderten verbreitet wird: Ein riesiger Wurm, der in einer Höhle lebte, habe demnach einst hier gewütet. Als die Uhr des entführten Vaters von Mary und Eve gefunden wird, dann eine der beiden Töchter selbst verschwindet und zudem die ebenso durchtriebene wie verführerische Lady Sylvia Marsh unerwartet wieder in ihrer Villa einzieht, hat der Gutsherr den Verdacht: Auch diese Ereignisse hängen mit der uralten Sage zusammen – und womöglich ist die Macht des Wurms noch nicht gebrochen.

Das sagt shitesite:

Für einen Horrorfilm ist Der Biss der Schlangenfrau erstaunlich unspannend, auch das Blutvergießen hält sich über weite Strecken im Rahmen. Was an dieser Verfilumg eines Romans von Bram Stoker deutlich reizvoller ist, sind zwei andere Aspekte: Zum einen wird hier auf ungewöhnliche Weise mit den in diesem Genre durchaus gebräuchlichen Ängsten vor Ungeheuern (wofür der Wurm ein herrlich skurriles Beispiel ist) einerseits und dem Verlust der Unschuld (der Schlangenbiss wird hier wenig subtil als Metapher für Penetration gesetzt, die in einigen Szenen auch ganz explizit angedeutet wird) gespielt. Zum anderen besticht der Film mit einer sehr feinen Balance aus Hommage an britische Klassiker des Genres aus den 1930er Jahren und moderner Lust auf Trash.

Umgesetzt wird das nicht nur mit Glanzleistungen von Amanda Donohue als erotischer und scharfzüngiger Schlangenlady und einem insgesamt gut aufgelegten Ensemble, das in Der Biss der Schlangenfrau mit sichtbarem Spaß bei der Sache ist, sondern vor allem mit sehr ungewöhnliche Kameraperspektiven von Dick Bush. Gerade die surreale Szenen von Träumen und Halluzinationen zeigen hier zudem die Verknüpfung von Rausch und Religion und damit einen, bei aller Vorliebe für (Selbst-)Ironie in diesem Film, durchaus spannenden kulturhistorischen Aspekt.

Bestes Zitat:

„Zu sterben, damit die Götter leben können, ist ein Privileg.“

Der Trailer zum Film.

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