Durchgelesen: Sandro Veronesi – „Bingo!“


Spezielle Themen und spezielle Blickwinkel: "Bingo".

Autor Sandro Veronesi
Titel Bingo!
Verlag Bertelsmann
Erscheinungsjahr 2004
Bewertung ***

Ein Lehrstück fürs Reportageschreiben ist dies nicht. Dafür sind die Themen zu speziell, dafür ist der Blickwinkel zu individuell und die Schreibe ein wenig zu eitel. Doch amüsant gerät diese Sammlung von Zeitungsbeiträgen Sandro Veronesis allemal.

Gekonnt und treffsicher beschreibt er die Eigentümlichkeiten Italiens, die nicht immer zu verstehen sind, die aber den Charakter des Landes klar hervortreten lassen.

Am stärksten ist Veronesi, wenn er Klischees bedient, die er aber nicht nur selbst als Klischees erkennt, sondern deren wahren Kern er auch treffend offen legt wie in „Hundert kleine Tottis“. Oder wenn er, noch so ein Klischee, in einem historischen Moment seiner ganzen südländischen Emotionalität und seinem Gockelstolz freien Lauf lässt und das Ergebnis so stark ist wie „Bomben“.

Beste Stelle: „Auch die zeitgenössische Kunst sollte ernst genommen werden. Es ist sogar vorteilhaft, dies zu tun, denn wenn man sie wirklich ernst nimmt, wird alles zur Kunst.“

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