Die Beatles, wie sie wirklich waren


Serie Die Beatles, wie sie wirklich waren

Die Beatles, wie sie wirklich waren Review Kritik

Würde man diesen vier jungen Herren etwa Blödsinn zutrauen?

Originaltitel Beatles Biggest Secrets
Produktionsland Großbritannien
Jahr 2004
Spielzeit 70 Minuten
Regie Bernard Hill
Hauptdarsteller John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Ringo Starr, Klaus Voormann
Bewertung

Worum geht’s?

Die Fernseh-Dokumentation aus dem Jahr 2004 zeigt, so der Pressetext, was sich in der berühmtesten Band aller Zeiten „abspielte, wenn das Bühnenlicht ausgegangen war“. Der Film schaut auf alle Phasen der Bandgeschichte und lässt dabei teils enge Begleiter der Beatles zu Wort kommen, etwa Klaus Voormann über die Hamburger Zeit, Ex-Manager Allan Williams über die Anfangsjahre oder Pressesprecher Tony Barrow über die Hochphase der Beatlemania. Sie alle sollen „Backstage-Geheimnisse“ erzählen und so einen Blick hinter das Image der Fab Four ermöglichen.

Das sagt shitesite:

Eine Doku über die Beatles, in der keine Musik der Beatles vorkommt, ist eine seltsame Idee. Die Macher von Die Beatles, wie sie wirklich waren konnten keine Rechte für die Original-Songs bekommen, deshalb sind nun Pseudo-Sixties-Lieder zu hören, die zumindest den Sound der Ära nachahmen sollen. Passend dazu wird auch mit nachgestellten Szenen oder gezeichneten Bildern gearbeitet, wenn es für bestimmte Inhalte aus der Band-Biografie kein zeitgenössisches Filmmaterial gab.

Noch ärgerlicher ist indes, wie penetrant die Dokumentation immer wieder ihren Enthüllungs-Charakter proklamiert. „Skandal!“ scheint hier alles zu schreien, dabei ist der Neuigkeitswert des Films ebenso gering wie sein Potenzial für einen Aufreger. Sex, Drogen, Untreue und Intrigen – natürlich gab es all das bei den Beatles, freilich ist das alles längst bekannt und wurde übrigens auch von John, Paul, George und Ringo selbst bereits mehrfach freimütig berichtet. Mit ihrer Fixierung auf alles, was nicht zum Saubermann-Image passt, das allenfalls sehr flüchtige Fans noch mit den Beatles verbinden dürften, wirken die Macher nicht nur voreingenommen, sie verschenken auch einige Möglichkeiten.

Es wäre beim Blick hinter das Glitzern der Fassade durchaus reizvoll gewesen, mehr darüber zu erfahren, wie vier sehr junge Männer mit dem sehr großen Erfolg umzugehen lernen mussten, mit welchen Strategien es Brian Epstein schaffte, sie trotz Suff, Medikamentenmissbrauch und einem Leben inmitten von Verführung in den Anfangsjahren trotzdem als ideale Schwiergersöhne zu vermarkten. Auch die Frage, ab wann (und warum) der Status der Beatles so unantastbar war, dass sie es sich erlauben konnten, selbst über ihre Fehltritte und dunklen Seiten zu plaudern, hätten einige der Interviewpartner gut beantworten können, die hier zu Wort kommen.

Stattdessen wiederholt Die Beatles, wie sie wirklich waren viel Bekanntes und unterstellt zudem auf ärgerliche Weise eine Zwangsläufigkeit in der Entwicklung der Band, sowohl beim Aufstieg zum Weltruhm als auch beim Ende nach dem sich immer stärker bemerkbar machenden Wunsch aller vier Bandmitglieder, sich auch als Individuen entfalten zu können. Für jeden, der sich bereits ein bisschen mit dieser Band beschäftigt hat, ist das kalter Kaffee. Und selbst für gutgläubige Beatles-Novizen dürfte die erste Begegnung mit Helter Skelter noch schockierender sein als diese Doku.

Bestes Zitat:

„After they stopped playing live, that certain spirit spirit that was necessary for this band Beatles was gone.“ (Klaus Voormann)

Die Doku bei YouTube.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.