Draufgeschaut: Absurdistan


Aya (Kristýna Maléřová) will den Männern im Ort Beine machen.

Aya (Kristýna Maléřová) will den Männern im Ort Beine machen.

Film Absurdistan
Produktionsland Deutschland
Jahr 2008
Spielzeit 87 Minuten
Regie Veit Helmer
Hauptdarsteller Maximilian Mauff, Kristýna Maléřová
Bewertung ***

Worum geht’s?

Im Dorf, in dem Aya und Temelko leben, herrschen seltsame Zustände: Die Männer halten große Stücke auf ihre Tatkraft, verbingen aber in Wirklichkeit den ganzen Tag in der Kneipe. Die Frauen schaffen es mit großer Mühe, das Leben im Ort irgendwie am Laufen zu halten. Als allerdings die Wasserversorgung zusammenbricht und die Männer sich weigern, den Schaden zu reparieren, sehen die Dorffrauen nur noch einen Ausweg: Sie treten in einen Sex-Streik. Erst, wenn das Wasser wieder fließt, wollen sie ihre Männer wieder ran lassen. Vor allem Temelko stellt das vor ein Dilemma, denn er sehnt sich nach einer Liebesnacht mit Aya – und laut der Vorraussage eines Orakels wird die nur dann erfüllend, wenn das junge Paar vorher gebadet hat.

Das sagt shitesite:

Die Geschichte von Absurdistan basiert vage auf einer wahren Begebenheit aus einem türkischen Dorf. Doch die Stärke des Films ist es gerade, dass er der echten Welt so weit entrückt ist. Das Geschehen wird weder räumlich noch zeitlich genau verortet, und so können universelle Prinzipien umso stärker zum Tragen kommen.

Da ist die Lust, die Aya und Temelko aufeinander haben. Da ist der Aberglaube, der sie warten lässt, bis die Sterne für sie günstig stehen. Da ist die heimliche Herrschaft der Frauen, und da ist nicht zuletzt die Nichtsnutzigkeit der Männer, die lieber mit allerlei Tricks versuchen, den Sex-Streik zu umgehen, als sich endlich um die Reparatur der Wasserleitung zu kümmern. Dass Temelko dabei hin- und hergerissen ist zwischen der Solidarität mit seinen Geschlechtsgenossen und dem Drang, die ersehnte Liebesnacht mit Aya samt dem dazugehörigen Bad zu ermöglichen, verleiht der zweiten Hälfte des Films eine wunderbare Komik.

Das Schönste an Absurdistan sind aber die Bilder: Mit kleinem Budget, aber viel Fantasie wird hier eine Traumwelt konstruiert, die es so nur im Kino geben kann, und die von viel Poesie getragen wird. Meist sind die Bilder so stark, dass es fast gar keine Dialoge braucht, um die Handlung voranzubringen, die Konflikte zu umreißen oder die Personen zu charakterisieren. Und immer wieder finden sich selbst in der Kulisse wunderbare Details, absurde Ideen und fein versteckte Spuren von Ironie.

Bestes Zitat:

„Ohne Wasser gibt’s auch keinen Sex.“

Der Trailer zum Film:

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