Draufgeschaut: Amoureuse – Liebe zu dritt


Film Amoureuse – Liebe zu dritt

Marie (Charlotte Gainsbourg) muss sich zwischen Paul (Yvan Attal, links) und Antoine (Thomas Langmann) entscheiden.

Marie (Charlotte Gainsbourg) muss sich zwischen Paul (Yvan Attal, links) und Antoine (Thomas Langmann) entscheiden.

Produktionsland Frankreich
Jahr 1991
Spielzeit 99 Minuten
Regie Jacques Doillon
Hauptdarsteller Charlotte Gainsbourg, Yvan Attal, Thomas Langmann
Bewertung

Worum geht’s?

Antoine und Marie sind seit sechs Monaten zusammen, als sie den Filmemacher Paul kennen lernt. Zunächst glaubt sie, dass der Flirt mit ihm nur ein Spielchen ist, doch bald merkt Marie, dass echte Gefühle dahinter stecken. Ins Grübeln bringt sie diese Erkenntnis auch, weil sie gerne ein Kind will und Antoine darauf überhaupt keine Lust hat. „Kinder kriegt man mit Frauen, derer man sich sicher sein kann“, wirft er ihr an den Kopf, denn von dem Techtelmechtel hat er längst erfahren. Paul hingegen würde liebend gerne der Vater ihres Kindes werden. Marie muss entscheiden, ob der Kinderwunsch und die Faszination für Paul größer sind als ihre Liebe zu Antoine.

Das sagt shitesite:

Als Dreiecksgeschichte funktioniert Amoureuse – Liebe zu dritt ganz passabel, vor allem durch die beiden Facetten von Marie, die sich in der Beziehung zu jeweils einem ihrer Partner zeigen: Ihren Bewunderer Paul hat sie völlig in der Hand, im Flirt mit ihm ist sie reflektiert und beherrscht, sie verbietet sich, dass mehr daraus wird. In der Beziehung mit Antoine hingegen ist sie machtlos, eine Bettlerin, die seinen Launen vollkommen ausgeliefert ist. Cahrlotte Gainsbourg schafft es, daraus keinen Widerspruch werden zu lassen.

In ein paar Szenen gibt es zudem schlaue Momente rund um die Frage, wie viel Eifersucht, wie viel Toleranz und wie viel Freiheit letztlich gesund sind und ob es nicht funktionierende Beziehungsmodelle jenseits der Monogamie geben kann. Nicht zuletzt schafft es Amoureuse – Liebe zu dritt, in diesem Konflikt nicht Partei zu ergreifen: Die Besitzanspräche von Antoine, die Hartnäckigkeit Pauls, der Kinderwunsch von Marie – all das soll durch Liebe gerechtfertigt sein, ist aber letztlich bloß ein Ausdruck von Egoismus. So wird aus dieser Konstellation eine Beziehung, die alle Beteiligten verzehrt.

Ärgerlich ist nur der Erzählstrang mit dem Drang der 19-jährigen Marie, unbedingt Mutter zu werden. Woher dieses Gefühl kommt, wird nicht erklärt, und die Ergebnisse sind mindestens irritierend. Im Wettstreit der beiden Männer um Marie wäre das ersehnte Baby die Trophäe, ihr Körper wird die Arena, in der dieser Wettkampf ausgetragen wird – das ist oft hart an der Grenze des guten Geschmacks.

Bestes Zitat:

“Du meinst vielleicht, dein Herz sei zu klein für zwei Männer. Du täuschst dich. Die Herzen der Liebenden sind nie zu klein.“

Der Trailer zum Film:

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