Draufgeschaut: Basta – Rotwein oder Totsein


Film Basta – Rotwein oder Totsein

Basta - Rotwein oder Totsein Kritik Rezension

Oskar (Henry Hübchen) und sein Gehilfe Valentin (Moritz Bleibtreu) treiben Schutzgeld ein.

Produktionsland Deutschland, Österreich
Jahr 2004
Spielzeit 108 Minuten
Regie Pepe Danquart
Hauptdarsteller Henry Hübchen, Moritz Bleibtreu, Corinna Harfouch, Paulus Manker, Nadeshda Brennicke, Roland Düringer, Josef Hader
Bewertung

Worum geht’s?

Oskar war einst ein berüchtigter, brutaler Gangster, dann wurde er geschnappt. Als er aus dem Knast entlassen wird, fängt er nicht nur eine Beziehung mit seiner früheren Gefängnispsychologin an, die er mit tiefgründigen Gesprächen und vor allem mit seiner Kochkunst zu becircen weiß. Er steigt auch sofort wieder ins kriminelle Geschäft ein und erpresst Schutzgeld in Wien. Außerdem hat er die Idee für ein Buch, das er auch bereits einem Verlag angeboten hat. Arbeitstitel: „Secrets – Meine Geheimnisse…“ Als sein Chef Konstantin, ein langjähriger Wegbegleiter und obendrein Pate der Mafia von Wien, davon erfährt, ist er wenig begeistert. Er befürchtet, der einst so loyale und verschwiegene Oskar wolle nun aus der organisierten Kriminalität aussteigen und vorher noch allerlei Namen und Skandale ausplaudern. Oskar behauptet zwar, es handele sich bei seinem Werk bloß um ein Kochbuch. Konstantin setzt sicherheitshalber trotzdem einen Spitzel auf ihn an – was nicht nur im Milieu von Wien für reichlich Turbulenzen sorgt.

Das sagt shitesite:

Wenn man dem deutschen Kino beim (sehr gemächlichen) Coolwerden zuschauen möchte, dann ist Basta – Rotwein oder Totsein sehr passendes Anschauungsmaterial. Der Film hat einige Schwächen, angefangen beim Titel. Die Szenen aus der Hobbyküche von Oskar wären selbst für Werbespots als überästhetisiert gebrandmarkt worden, auch die komplette Idee, Haute Cuisine und brutales Verbrechen zu kombinieren, geht nicht so recht auf.

Der Film hat aber auch einige überraschend gute Szenen, vor allem dank seines sehr prominent besetzten und gut harmonierenden Ensembles. Einige der besonders überzeichneten Figuren kann man immerhin noch mit dem Label „Satire“ rechtfertigen, auch die Dialoge geben den einen oder anderen gelungenen Moment ab.

Was Basta komplett fehlt, ist Eigenständigkeit. Quentin Tarantino wird hier sehr sichtbar nachgeeifert, von der Figurenzeichnung bis zum Finale, das starke Ähnlichkeit mit True Romance hat. Auch der Versuch, besonders derb zu sein, und eine Gangster-Moral zu stilisieren, die sich auch durch ethnische und nationale Wurzeln stärkt (der Film ist offensichtlich darauf aus, so etwas wie eine eigene jüdisch-russische Variante von Mafia-Etikette zu entwerfen), sind stark an amerikanischen und britischen Vorbildern geschult. Man kann das putzig finden oder peinlich – so ist das eben im Alter des Erwachsenwerdens.

Bestes Zitat:

„Ich will nicht mehr in Füße schießen.“

Der Trailer zum Film.

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