Bully


Film Bully

Ihren Frust feiern die Kids in "Bully" einfach weg.

Ihren Frust feiern die Kids in „Bully“ einfach weg.

Produktionsland USA
Jahr 2003
Spielzeit 113 Minuten
Regie Larry Clark
Hauptdarsteller Nick Stahl, Lisa Connelly, Brad Renfro, Michael Pitt, Bijou Phillips, Leo Fitzpatrick
Bewertung

Worum geht’s?

Von Kindesbeinen an sind Marty und Bobby beste Freunde. Doch ihre Beziehung ist in mehrfacher Hinsicht unausgewogen: Marty hat keinen Schulabschluss und findet allenfalls am Surfen Spaß, Bobby kommt aus gutem Hause und soll aufs College gehen. Außerdem muss Marty seit Jahren den Terror von Bobby ertragen, der ihn immer wieder schlägt und demütigt. Als Marty seine neue Freundin Rachel kennenlernt, rüttelt sie ihn wach: Er soll sich nicht länger wie ein Hund behandeln lassen. Als Bobby dann auch noch ihre beste Freundin Ali vergewaltigt, beschließen alle zusammen: Sie werden Bobby töten.

Das sagt shitesite:

Auf Larry Clark ist auch bei Bully Verlass: Schon das vierte Wort des Films heißt „Megaschwanz“, und es gibt wieder jede Menge kaputte Kids, deren Leben aus brutalen Computerspielen, miesen Drogen, düsterem Gangsta-Rap und spontanem Sex besteht – während ihre ahnungslosen Eltern noch eine Moral predigen, die es nicht einmal erlaubt, „scheiße“ zu sagen. Doch im Gegensatz zu seinen früheren Filmen gibt es diesmal (wohl auch, weil die Handlung auf einer wahren Geschichte beruht) einen vergleichsweise stringenten Plot und eine noch überdeutlichere Moral: Bully erzählt vom Konflikt der Generationen. Der Standard-Lebensentwurf von Vollzeitjob, Familie und Eigenheim, der für die Eltern das einzige ist, wofür es sich zu leben lohnt, ist für ihre Kinder eine Horrorvision. Bobby verkörpert dabei genau diese Perspektive (die Marty und seine Freunde nicht haben) und dieses System (das für sie der Feind ist), obwohl Bobby selbst das System hasst. Dass die Kids in Bully dann abgebrüht und zugedröhnt genug sind, um einen Mord zu begehen, aber nicht cool genug, um die Tat zu verarbeiten (oder gar die Verantwortung dafür zu übernehmen), ist eine etwas plumpe, aber sehr wirkungsvolle Botschaft. Ebenso wie Clarks Bildsprache: Wenn sich alles dreht oder es Hot Pants in Großaufnahme gibt, dann ist nicht schwer zu erkennen, dass die Kamera hier wieder den Blick eines lüsternen Teenagers einnimmt. Doch es ist Larry Clarks große Stärke, dass er diesen Blick noch immer hat – und keine Angst davor, ihn auf der Leinwand zu zeigen.

Der Trailer zum Film:

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