Draufgeschaut: Copykill


M.J. Monahan (Holly Hunter, rechts) braucht die Hilfe der Psychologin Helen Hudson (Sigourney Weaver).

M.J. Monahan (Holly Hunter, rechts) braucht die Hilfe der Psychologin Helen Hudson (Sigourney Weaver).

Film Copykill
Originaltitel Copycat
Produktionsland USA
Jahr 1995
Spielzeit 123 Minuten
Regie Jon Amiel
Hauptdarsteller Sigourney Weaver, Holly Hunter, Dermot Mulroney, William McNamara, Harry Connick Jr.
Bewertung ****

Worum geht’s?

Drei junge Frauen sind schon tot, aber die Polizei in San Francisco hat keine heiße Spur. Inspektorin M.J. Monahan, die in dem Fall ermittelt, weiß nur: Sie hat es mit einem Serienkiller zu tun, und mit diesem Kaliber von Tätern hat sie keinerlei Erfahrung. Also bittet sie Helen Hudson um Hilfe, eine Psychologin, die sich auf die Taten von Serienkillern spezialisiert hat. Von einer Zusammenarbeit mit der Polizei will die Expertin zunächst nichts wissen, denn sie wird selbst von einem Psychopathen bedroht und hat seit mehr als einem Jahr nicht mehr ihre Wohnung verlassen. Dann ist sie aber doch fasziniert von den neuen Fällen und erkennt: Der Täter imitiert mit seinen Morden berühmte Serienkiller aus der Kriminalgeschichte.

Das sagt shitesite:

Es gibt viele Thriller, die spannend sind. Aber es gibt wenige, die dabei so originell und stimmig sind wie Copykill. Mit Monahan und Hudson, beide exzellent gespielt von Holly Hunter respektive Sigourney Weaver, hat der Film eine tolle Doppelspitze. Die eine ist eine forsche Polizistin, die den Drive und Idealismus des Berufsanfängers noch nicht verloren hat, die aber schon genug erlebt hat, um ihre Grenzen zu kennen. Die andere ist als erfahrene und exzellente Wissenschaftlerin  zugleich abgezockt, eiskalt und souverän („Diese Kerle sind wie ein Virus. Es gibt immer wieder neue Mutanten“, lautet das Fazit ihrer Beschäftigung mit Serienmördern), aber seit dem Anschlag auf sie auch ein psychisches Wrack.

Copykill lebt ebenso sehr von der Dynamik der Beziehung zwischen diesen beiden Frauen wie von der Suche nach dem Killer. Dass man den schon nach knapp der Hälfte des Films zu Gesicht bekommt, stört deshalb keineswegs. Auch ein paar größere Themen wie die Bedrohung der Privatsphäre aus dem Internet oder die Tatsache, dass es in erster Linie die Sensationsgier der Medien ist, die dem Narzissmus von Serienkillern schmeichelt und ihnen erst den Ruhm verschafft, nach dem sie streben, werden gekonnt integriert.

Trotz all dieser Facetten vergisst Copykill nie den nötigen Nervenkitzel. Die Kamera ist immer wieder in Ecken versteckt, die für die Protagonisten nicht einsehbar sind, oder sie schleicht sich von hinten an sie heran. Die Allgegenwart der Bedrohung ist ebenso glaubwürdig wie die Kaltblütigkeit des Killers.  Copykill ist die Sorte von Film, nach der man Angst hat, durch die dunkle, leere Wohnung zu laufen – und das ist wohl das größte Kompliment überhaupt für einen Thriller.

Bestes Zitat:

“Serienmörder sind keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Aber unsere Gesellschaft bringt sie in immer größerer Zahl hervor.”

Der Trailer zum Film:

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