Draufgeschaut: Das Konto


Film Das Konto

Michael Mühlhausen (Heino Ferch, links) soll seinen Kollegen (Michael Gwisdek) getötet haben.

Michael Mühlhausen (Heino Ferch, links) soll seinen Kollegen (Michael Gwisdek) getötet haben.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2003
Spielzeit 180 Minuten
Regie Markus Imboden
Hauptdarsteller Heino Ferch, Julia Jäger, Jürgen Schornagel, Hermann Beyer, Uwe Steimle, Franziska Petri, Josef Bierbichler, Michael Gwisdek, Nadine Fano
Bewertung

Worum geht’s?

Die Olson AG ist einer der größten Lebensmittelhersteller der Welt, und sie will klammheimlich ihren größten Konkurrenten aufkaufen. Michael Mühlhausen, einer der Top-Manager des Konzerns, hat ein Jahr lang an der entsprechenden Strategie gearbeitet, doch am Tag der Entscheidung machen die Firmenbosse einen Rückzieher: Die feindliche Übernahme wird abgeblasen. Mühlhausen ist irritiert – erst recht, als er am Abend den Chef-Chemiker der Olson AG tot in dessen Wohnung auffindet und tags darauf unter Mordverdacht steht. Bevor die Polizei ihn festnehmen kann, macht er sich aus dem Staub und will aus einem Versteck heraus seine Unschuld beweisen. Bald wird ihm allerdings klar, dass er in ein perfekt geplantes Komplott geraten ist. Seine einzigen Verbündeten sind ausgerechnet seine Frau, die sich von ihm scheiden lassen will, und ein Handlanger der polnischen Mafia, den er beim Poker kennen gelernt hat. Und seine Gegner schrecken auch vor weiteren Morden nicht zurück.

Das sagt shitesite:

Der Wirtschaftsthriller lässt sich sehr viel Zeit für die Entwicklung des Plots. Es dauert mehr als eine halbe Stunde, bevor man als Zuschauer eine grobe Vorstellung davon entwickelt, worum es in Das Konto gehen soll (und fast bis zum Ende dieser drei Stunden, bevor sich der Titel erschließt). Wie sich nach diesem behutsamen Beginn allerdings die Schlinge um Mühlhausen immer enger zuzieht, wie er innerhalb eines Tages sein gesamtes Leben aufgeben muss und schließlich sogar seine Familie bedroht sieht, ist spannend und clever inszeniert.

Das Erzähltempo bleibt allerdings ein Problem von Das Konto: Manches hätte man straffen können, anderes (etwa die Motivation von Pawel, sich an den deutschen Manager dranzuhängen, oder die erstaunliche Loyalität von Mühlhausens Frau, die zuvor noch die Nase voll von ihm hatte), hätte etwas mehr Aufmerksamkeit gebraucht, um wirklich einleuchtend zu sein.

Dass hier eine Romanvorlage verfilmt wird, ist überdeutlich – auch wenn man das entsprechende Buch von Uwe Schwartzer nicht kennt. Die vielen Dimensionen von Das Konto, die von Sabotage bei Großkonzernen über Strukturwandel in der organisierten Kriminalität bis zur dahinsiechenden Ehe der Hauptfigur reichen, machen das deutlich, auch die komplexen Verstrickungen auf Mühlhausens Flucht verstärken die Buchhaftigkeit der Handlung. So recht kann sich der Film aber nicht entscheiden, wo er komprimieren oder neue Akzente setzen will – unterm Strich führt das zu einigen Längen.

Makellos ist hingegen das Ensemble: Uwe Steimle ist in einer überraschenden Rolle als Auftragskiller zu sehen, die er aber bravourös meistert und sichtbar genießt. Noch besser ist Heino Ferch als Michael Mühlhausen: Man glaubt ihm den Anzug und die Jogginghose, den einfühlsamen Vater und den entschlossenen Racheengel. Seine Leistung ist es letztlich, die diese Geschichte vom Kampf um Rehabilitation trägt.

Bestes Zitat:

„Wenn ich zu den anderen Mädchen gesagt habe ‚Ich liebe dich‘, dann haben die immer geantwortet: ‚Oh, wie schön‘ oder „Ich liebe dich auch.‘ Bei ihr war das ganz anders. Sie hat gesagt: ‚Mir haben das schon so viele gesagt, und die sind alle weg. Also sage nicht ‚Ich liebe dich.‘ Tu’s einfach.'“

Es gibt leider keinen Trailer zum Film.

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