Draufgeschaut: Das Urteil


Film Das Urteil

Das Urteil Kritik Rezension 2003

Anwalt Wendell Rohr (Dustin Hoffman) vertritt die Witwe eines Amok-Opfers.

Originaltitel Runaway Jury
Produktionsland USA
Jahr 2003
Spielzeit 122 Minuten
Regie Gary Fleder
Hauptdarsteller John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison
Bewertung

Worum geht’s?

Elf Tote fordert ein Amoklauf in New Orleans. Der Täter ist ein frustrierter Gekündigter, der mit einer Schnellfeuerwaffe zurück in seine ehemalige Firma kommt und wahllos um sich schießt. Eines der Opfer ist ein Börsenmakler, der eine Frau und einen Sohn hinterlässt. Seine Witwe verklagt die Waffenfirma, die das Gewehr des Amokläufers herstellt. Es ist ein spektakulärer Prozess, denn ein Erfolg vor Gericht würde dafür sorgen, dass ähnliche Fälle die Waffenindustrie auch in künftigen Fällen teuer zu stehen kommen. Die setzt deshalb ein riesiges Team an Anwälten ein, das vor allem die richtigen Geschworenen identifizieren soll, von denen man sich das passende Urteil erwartet. Auch Wendell Rohr, der die Witwe des Amok-Opfers vertritt und schon mehrfach gegen Waffenhersteller zu Felde gezogen ist, weiß genau, wie viel von der Auswahl der Geschworenen abhängt. Doch weder er noch sein von der Waffenlobby bezahlter Widersacher Rankin Fitch ahnt, dass in der Jury schließlich ein Mann sitzen wird, der ganz eigene Pläne bei diesem Prozess verfolgt.

Das sagt shitesite:

Die Entschlossenheit ist auf beiden Seiten gleich groß, doch die Wahl der Mittel könnte kaum unterschiedlicher sein: Wendell Rohr setzt auf Erfahrung und Intuition, Rankin Fitch auf penible Recherche und schmutzige Tricks. Das ist natürlich Schwarz-Weiß-Malerei, aber Das Urteil bekommt seinen Reiz durch einen ganz besonderen Kniff: Das Duell im Gerichtssaal wird hier durch eine dritte Partei unterwandert.

So entsteht ein sehr ungewöhnlicher Justizthriller, in dem es einerseits darum geht, die Geschworenen mit Argumenten zu überzeugen, andererseits für Anklage und Verteidigung aber mindestens genauso wichtig ist, den Mann gewogen zu machen, der als Mitglied der Jury die anderen Geschworenen manipuliert und sehr eindrucksvoll nachweist, dass er gegen das nötige Honorar für beide Seiten das gewünschte Urteil herbeiführen kann.

Mit einigen Abweichungen zur Romanvorlage von John Grisham (dort geht es um eine Klage gegen die Tabakindustrie, nicht um Waffenfabrikanten), ein bisschen Action und ziemlich viel Humor macht Regisseur Gary Fleder (Denn zum Küssen sind sie da) daraus einen überzeugenden Thriller. Das Urteil hat nicht nur ein starkes Ensemble zu bieten, sondern auch einige unerwartete Volten im Plot und nicht zuletzt ein eindringliches Grundgefühl: Angst, die sich in den spannendsten Momenten dieses Films sogar in Panik und Paranoia verwandelt.

Die Witwe des Opfers muss befürchten, nach einem aufreibenden Prozess leer auszugehen. Ihr aufrechter Anwalt Rohr zweifelt daran, mit Integrität und Moral noch die richtigen Mittel in der Hand zu haben. Sein Gegenspieler Fitch muss erkennen, dass eine generalstabsmäßige Vorbereitung und ein sattes Budget nicht davor schützen, übers Ohr gehauen zu werden. Und selbst Nicholas Easter, der im Kreis der Geschworenen die Fäden zieht, kann sich in keinem Moment sicher sein, dass sein perfider Plan aufgehen wird. Das Urteil zelebriert damit auf unterhaltsame Weise eines der wichtigsten Motive im Werk von John Grisham: wie unberechenbar das amerikanische Rechtssystem sein kann.

Bestes Zitat:

„Gerichtsprozesse sind viel zu wichtig, um sie Geschworenen zu überlassen.“

Der Trailer zum Film.

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