Draufgeschaut: Der Pferdeflüsterer


Tom Booker (Robert Redford) will Grace (Scarlet Johansson) helfen, ihre Ängste zu überwinden.

Tom Booker (Robert Redford) will Grace (Scarlet Johansson) helfen, ihre Ängste zu überwinden.

Film Der Pferdeflüsterer
Produktionsland USA
Jahr 1998
Spielzeit 170 Minuten
Regie Robert Redford
Hauptdarsteller Robert Redford, Scarlett Johansson, Kristin Scott Thomas, Sam Neill, Dianne Wiest, Chris Cooper, Kate Bosworth
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Bei einem Ausritt mit ihrer Freundin Judith gerät Grace in einen schrecklichen Unfall. Sie ist so schwer verletzt, dass ihr der rechte Unterschenkel amputiert werden muss, ihr Pferd Pilgrim ist nach der Kollision mit einem Truck so gut wie tot und Judith stirbt noch an der Unfallstelle. Das Mädchen droht im Kummer zu versinken, sodass ihre Mutter nur noch einen Ausweg sieht: Sie will den Wunderheiler Tom Booker um Hilfe bitten. Gemeinsam mit Grace und Pilgrim macht sie sich auf nach Montana. Dort sollen das Pferd und die Tochter von ihren Traumata befreit werden. Doch der Pferdeflüsterer stellt auch die Mutter vor die Frage, wie viel ihre Ehe eigentlich noch wert ist.

Das sagt shitesite:

Wunderschöne Bilder und exzellente Schauspieler hat Der Pferdeflüsterer zu bieten. Auch der Plot, basierend auf der Romanvorlage von Nicholas Evans, ist guter Hollywood-Stoff. Die thematische Mischung aus Landlust und Wendy ist eine Steilvorlage für einen Publikumserfolg (und zudem ein Augenschmaus). Doch leider fehlen der Umsetzung oft das Feingefühl und die Intimität, um die es hier schließlich gehen soll.

Fast alles wird überdeutlich klar gemacht, ohne Graustufen: Die Ausgelassenheit der ersten Minuten mündet in eine Tragödie. Der strengen Mutter von Grace muss natürlich ein liebevoller Vater zur Seite gestellt werden. Auf der Ranch in Montana werden alle Western-Klischees bedient, von den Blechtassen über die Lasso-Übungen bis hin zum Geschirrspülen im Fluss. Und einmal im ländlichen Idyll angekommen, wird dem Zuschauer mit dem Holzhammer klargemacht, dass dieses Mädchen aus New York noch störrischer ist als sein Pferd.

So bleibt Der Pferdeflüsterer in erster Linie ein zweieinhalbstündiger Werbefilm für das Landleben. Robert Redford inszeniert sich selbst, trotz Hut und der typischen Wortkargheit, als sanfter Anti-Cowboy und erzählt eine einfache Geschichte über sehr schwierige Dinge: Intuition, Einfühlungsvermögen, Zuversicht und Geduld. Zumindest letzteres muss in Der Pferdeflüsterer dann auch der Zuschauer mitbringen.

Bestes Zitat:

“Ich liebte sie nicht, weil wir zueinander passten. Ich liebte sie einfach.”

Der Trailer zum Film:

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