Draufgeschaut: Der seltsame Fall des Benjamin Button


Benjamin (Brad Pitt, rechts) sieht als Kind schon aus wie ein Greis.

Benjamin (Brad Pitt, rechts) sieht als Kind schon aus wie ein Greis.

Film Der seltsame Fall des Benjamin Button
Produktionsland USA
Jahr 2008
Spielzeit 166 Minuten
Regie David Fincher
Hauptdarsteller Brad Pitt, Cate Blanchett, Taraji P. Henson, Julia Ormond, Jason Flemyng, Mahershalalhashbaz Ali, Jared Harris, Tilda Swinton, Elle Fanning
Bewertung **1/2

Worum geht’s?

Am Tag, als der Erste Weltkrieg endet, wird Benjamin Button in New Orleans geboren. Seine Mutter stirbt im Kindbett und der Vater ist vom Aussehen des Babys so schockiert, dass er den Jungen auf den Stufen eines Altenpflegeheims aussetzt. Dort wird er von der Betreiberin Queenie großgezogen, inmitten von Greisen. Das ist durchaus passend. Denn das Baby sieht aus wie ein alter Mann und hat auch dessen körperliche Konstitution, wie ein Arzt verwundert diagnostiziert. Doch nach und nach wird Benjamin immer gesünder, robuster – und jünger.

Das sagt shitesite:

Der seltsame Fall des Benjamin Button hat seine Momente: Die Szene, in der Benjamins Jugendliebe (oder Altersliebe, wie man’s nimmt) Daisy von einem Taxi angefahren wird, ist großartig. Captain Mike, auf dessen Boot er anheuert, ist eine faszinierende Figur. Und der Schluss mit dem winzigen, aber dementen Benjamin ist eine lobenswert würdevolle Darstellung dieser Krankheit.

Natürlich ist auch die Maske beeindruckend: Brad Pitt wird hier so gekonnt als Greis, rüstiger Mann im besten Alter (wo er dann schockierenderweise plötzlich wie Russell Crowe aussieht) und strahlender Jüngling in Szene gesetzt, dass man nur fasziniert sein kann. Es ist ein Triumph des Kinos, dass diese Geschichte vom umgekehrten Altern, basierend auf einer Vorlage von F. Scott Fitzgerald, überhaupt verfilmt werden konnte.

Doch für all diese Effekte findet Der seltsame Fall des Benjamin Button letztlich keine stimmige Form. Die Rahmenhandlung mit der sterbenden Daisy und dem herannahenden Hurrikan Katrina ist komplett überflüssig, auch Figuren wie den kleinwüchsigen Tizzy oder die alte Frau, die zu Benjamins Klavierlehrerin wird, haben letztlich keine wirkliche Funktion für diese Geschichte. Selbst die Titelfigur bleibt enttäuschend blass, was nicht an Brad Pitt liegt, sondern am Drehbuch.

Statt tatsächlich einen neuen Blick auf das Altern zu propagieren und die Unbeschwertheit in den Fokus zu rücken, die Lebenserfahrung mit sich bringen kann, verliert sich Der seltsame Fall des Benjamin Button in seiner eigenen Opulenz. So hat der Film letztlich nur eine längst bekannte Weisheit zu bieten, die weder sonderlich originell noch eindringlich inszeniert wird: Youth is wasted on the young.

Bestes Zitat:

“Es ist uns bestimmt, dass wir Menschen verlieren, die wir lieben. Woher sollten wir sonst wissen, wie wichtig sie uns sind?”

Der Trailer zum Film:

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