Draufgeschaut: Die kalte Wahrheit


Film Die kalte Wahrheit

Szene aus dem Film "Die kalte Wahrheit" mit Petra Schmidt-Schaller

Helen (Petra Schmidt-Schaller) hat einen jungen Mann überfahren.

Produktionsland Deutschland
Jahr 2014
Spielzeit 89 Minuten
Regie Franziska Meletzky
Hauptdarsteller Petra Schmidt-Schaller, Rainer Bock, Michael A. Grimm, Ann-Kathrin Kramer, Peter Benedict
Bewertung

Worum geht’s?

In aller Herrgottsfrüh ist Helen Liebermann auf dem Weg zur Arbeit, da überfährt sie – im Dunklen, im Nebel und kurz hinter einer schwer einzusehenden Stelle – einen jungen Mann. Als Ärztin leistet sie natürlich Erste Hilfe, aber vergeblich. Mit der Bürde, den 18-Jährigen aus dem Leben gerissen zu haben, kommt sie erstaunlich gut klar, auch dann noch, als die Polizei wegen fahrlässiger Tötung gegen sie ermittelt. Was ihr hingegen keine Ruhe lässt, ist die Frage: Warum war das Opfer überhaupt mitten in der Nacht zu Fuß auf einer einsamen Landstraße unterwegs? Gemeinsam mit ihrem Anwalt will sie dieser Frage nachgehen. Doch fast überall stößt sie bei ihren Recherchen auf taube Ohren.

Das sagt shitesite:

Dass Die kalte Wahrheit auf einer wahren Begebenheit beruht, mag man zumindest am Ende des Films nicht mehr glauben: Das Finale ist ein bisschen arg Hollywood und wird damit so etwas wie der Wermutstropfen eines sehr ungewöhnlichen und atmosphärisch stimmigen Krimis.

Wobei die klassischen Krimi-Zutaten hier fast durchweg fehlen. An der Aufklärung des Falls hat in Die kalte Wahrheit niemand ein Interesse außer der Täterin – solch ungewöhnliche Situationen gibt es gleich mehrfach in diesem Film von Regisseurin Franziska Meletzky, die zuvor unter anderem für vier Tatort-Folgen verantwortlich war. Helen geht fast völlig rational mit dem Unfall um, sie macht sich klar, dass sie ihn nicht hätte verhindern können und verspürt entsprechend wenig Reue.

Ein kleines (oder großes) Päckchen Schuld tragen dafür etliche andere Figuren mit sich herum, und durch Helens rastloses Nachforschen werden sie damit konfrontiert. Für einige von ihnen wird die Ärztin damit zum Quälgeist, für andere bringt sie die Absolution. Letztlich ist dieses Thema zentraler für den Film als das Aufklären der Hintergründe des Unfalls: Die kalte Wahrheit nähert sich sehr behutsam und eindringlich der Frage, wie sich Schuld anfühlt und wie man ihr begegnen kann.

Bestes Zitat:

„Die Dinge sind manchmal nicht anders als sie sind. Auch wenn wir das gerne möchten.“

Der Film.

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