Die Liebe in Zeiten der Cholera


Film Die Liebe in Zeiten der Cholera

Florentino (Javier Bardem) wartet mehr als 50 Jahre, um Fermina (Giovanna Mezzogiorno) nahe sein zu können.

Florentino (Javier Bardem) wartet mehr als 50 Jahre, um Fermina (Giovanna Mezzogiorno) nahe sein zu können.

Produktionsland USA
Jahr 2007
Spielzeit 133 Minuten
Regie Mike Newell
Hauptdarsteller Javier Bardem, Giovanna Mezzogiorno, Benjamin Bratt, John Leguizamo, Unax Ugalde, Catalina Sandino Moreno
Bewertung

Worum geht’s?

Es ist Liebe auf den ersten Blick: Der Telegraphenbote Florentino Ariza ist hin und weg, als er Fermina Daza kennen lernt, die Tochter eines Maultierhändlers. Beide vergehen fast vor Sehnsucht nacheinander und schließlich versprechen sie sich die Ehe. Doch Ferminas Vater ist dagegen, denn er erhofft für seine Tochter eine bessere Partie. Um das junge Paar auseinander zu bringen, schafft er seine Tochter aufs Land, doch auch das kann Florentinos Liebe nicht trüben. Erst, als er Fermina schließlich nach ihrer Rückkehr in die Stadt wieder trifft und sie ihm sagt, ihre Liebe sei nur eine Illusion gewesen, weiß er, dass er umsonst gehofft hat. „Ich bin nichts“, sagt Florentino, „ich kann nicht geheilt werden, für alle Ewigkeit nicht. Der Blitz der Liebe hat mich getroffen und rettungslos verbrannt.“ Um sich von seinem Schmerz abzulenken, stürzt sich der junge Mann in eine Affäre nach der anderen, doch sein Herz gehört weiterhin Fermina. Nach mehr als 50 Jahren scheint er endlich die Chance zu bekommen, sie für sich gewinnen zu können.

Das sagt shitesite:

Dem Roman von Gabriel Garcia Marquez ist der Film nicht ebenbürtig. Insbesondere erweist sich als Problem, dass Die Liebe in Zeiten der Cholera einen Zeitraum von mehr als einem halben Leben umspannt. Die Maske leistet zwar großartiges, doch die Entwicklung der Figuren (insbesondere die von Florentino vom fast nervig sanftmütigen Jüngling hin zum rüstigen Casanova) wirkt manchmal arg hastig in Szene gesetzt.

Trotzdem hat der Film seine Stärken: wunderschöne Bilder, eine betörend opulente Ausstattung und auch einige höchst bewegende Szenen. Als Florentino am Anfang des Films zum ersten Mal seine Aufwartung bei Fermina macht, die gerade Witwe geworden ist, da wirkt das noch wie der Gipfel der Taktlosigkeit. Als sich am Ende diese Klammer schließt, ist dieselbe Begegnung plötzlich ein Gebet, eine Befreiung.

Vor allem schafft es Die Liebe in Zeiten der Cholera, das Flatterhafte und Unerschütterliche in gleichem Maße einzufangen, das die Liebe ausmacht. Sie ist hier erst eine fixe Idee und wird dann zur Religion, erst bloß ein Moment, dann eine Ewigkeit. Der Film zeigt, was die Liebe nun einmal ist: die schlimmste, heimtückischste, unheilbarste aller Krankheiten.

Bestes Zitat:

„Das Wesen der Menschheit ist, dem Lauf der Zeit Widerstand zu leisten.“

Der Trailer zum Film:

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