Die purpurnen Flüsse


Film Die purpurnen Flüsse

Die Polizisten Niémans (Jean Reno, links) und Kerkerian (Vincent Cassel) sind hinter einem Serienkiller her.

Die Polizisten Niémans (Jean Reno, links) und Kerkerian (Vincent Cassel) sind hinter einem Serienkiller her.

Produktionsland Frankreich
Jahr 2000
Spielzeit 106 Minuten
Regie Mathieu Kassovitz
Hauptdarsteller Jean Reno, Vincent Cassel, Nadia Farès
Bewertung

Worum geht’s?

Im beschaulichen Städtchen Guernon in den französischen Alpen wird die Leiche von Rémy Caillois gefunden. Er hat an der örtlichen Universität gearbeitet, wurde vor seinem Tod offensichtlich stundenlang gefoltert und dann in einer bizarren Position gefesselt und an einem Gletscher drapiert. Kommissar Pierre Niémans ist extra aus Paris gekommen, um die örtliche Polizei bei den Untersuchungen zu unterstützen. Zugleich wird auf dem Friedhof von Sarzac das Grab eines Mädchens geschändet, das vor Jahren bei einem schrecklichen Autounfall ums Leben gekommen war. Inspektor Max Kerkerian ermittelt, und bald hat er denselben Verdächtigen im Visier wie Niémans: Alle Spuren führen zur Universität von Guernon, deren elitärer Ehrenkodex auf Tradition, Gemeinschaft und Begabung besteht – in einem Ausmaß, das sich keiner der beiden Polizisten vorstellen kann.

Das sagt shitesite:

Die Romanverfilmung (Autor Jean-Christophe Grangé war hier auch am Drehbuch beteiligt) wird zu einem soliden Thriller, der aber in einigen Punkten halbgar bleibt. Die Grundidee, zwei ungewöhnliche Kommissare aufeinander treffen zu lassen, funktioniert gut. Auch die Komprimierung der erzählten Zeit auf einen einzigen Tag und vor allem die extreme Grausamkeit, die in den beiden Fällen steckt, mit barbarischen Praktiken und Bildern, die einem mittelalterlichen Gruselkabinett entsprungen zu sein scheinen, tragen zur Spannung von Die purpurnen Flüsse bei.

Doch die Atnosphäre mit vielen alten Gemäuern, Schatten, Gewitter und dräuender Musik wird gebrochen durch unpassende Kickbox-Einlagen und Verfolgungsjagden. Das ist ungefähr so stimmig, als würde Jackie Chan plötzlich durch das Setting von Sieben hüpfen oder Sami Nacery aus Taxi Taxi mit seinem wildgewordenen Peugeot 406 mal eben im Zweitwohnsitz von Hannibal Lecter vorfahren.

Auch den zentralen Konflikt von Die purpurnen Flüsse, die Eugenik, die an der Universität betrieben wird, reißt der Film letztlich nur an. Das Thema hätte genug schauriges Potenzial gehabt, um aus dem Film eine ebenso spannende wie reflektierte Auseinandersetzung mit ethisch fragwürdiger Wissenschaft im Stile von Gattaca zu machen, doch hier wird daraus nur ein solider, hektischer und etwas reißerischer Thriller.

Bestes Zitat:

„Nicht vor Hunden muss man Angst haben. Sondern vor den Besitzern.“

Der Trailer zum Film:

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