Draufgeschaut: Dirty


Film Dirty

Szene aus dem Film Dirty von Chris Fischer

Salim (Cuba Gooding jr.) bedroht eine Zeugin (Aimee Garcia).

Produktionsland USA
Jahr 2005
Spielzeit 97 Minuten
Regie Chris Fischer
Hauptdarsteller Cuba Gooding junior, Clifton Collins junior, Keith David, Wyclef Jean, Aimee Garcia
Bewertung

Worum geht’s?

Früher war Armando Sanchez, wie so viele in seinem Alter und in seinem Viertel in Los Angeles, Mitglied in einer Gang. Er hatte dort mächtige Fürsprecher, stieg aber trotzdem aus und entschied sich für einen Job bei der Polizei. Er landet ausgerechnet bei einer Spezialeinheit, die den Banden in der Stadt das Handwerk legen soll und dabei ein wenig unkonventioneller vorgehen darf als die regulären Cops. Vor allem sein Partner Salim Adel macht davon Gebrauch, indem er Informanten bedroht, Zeugen beleidigt oder auch schon mal ein paar Dollar Schmiergeld einsteckt. Jetzt bekommen die beiden einen Spezialauftrag: Sie sollen eine große Menge Kokain, das bei einem Polizeieinsatz beschlagnahmt wurde, an einen Gangsterboss ausliefern, damit dieser eine andere Bande von Drogendealern aus dem Verkehr zieht. Armando hat die Befürchtung, dass er mit diesem lebensgefährlichen Auftrag in eine Falle gelockt werden soll, Salim wittert hingegen die Gelegenheit, einen ordentlichen Batzen von dem Geld abzuzweigen, das sie im Zuge der Transaktion erhalten werden – erst recht, als der ganze Deal schnell im Chaos mündet. Im Ringen darum, wer von beiden sich durchsetzt, stehen sie allerdings gehörig unter Druck. Denn bei einem Einsatz kurz zuvor haben sie einen Unschuldigen getötet – und nur, wenn sie sich gegenseitig decken, werden sie dafür nicht zur Rechenschaft gezogen.

Das sagt shitesite:

Früher Gangster, heute Cop – aber immer noch knallhart. Das ist die Kurzcharakterisierung von Armando Sanchez, und das wichtigste Wort darin steht am Satzende. Härte ist das wichtigste Kriterium von Dirty, im Hinblick auf das Wesen der Figuren, aber auch auf die Ästhetik des Films. Eigentlich ist es sogar das Einzige, wonach hier gestrebt wird.

Das könnte man noch verzeihen, wenn Dirty einen originellen Ansatz dafür fände. Doch stattdessen gibt es vulgäre Dialoge, pseudo-brutale Szenen à la Tarantino und reichlich Klischees: Eine der Hauptfiguren steht für Disziplin und Moral, die andere steht für Lässigkeit und Pragmatismus. Dabei sind beide so egozentrisch, dass der Zuschauer keine Chance hat, sich mit einem von ihnen zu identifizieren. Auch die anderen Figuren des Films sind ausnahmslos Unsympathen, egal ob damit der Chef des Ermittlerduos gemeint ist, ein zwielichtiger Mann vom FBI oder die Gangsterbosse, mit denen sie es zu tun haben (Wyclef Jean gibt einen davon in so knalligem Kostüm und einer so eindimensionalen Rolle, dass man seine schauspielerischen Fähigkeiten beim besten Willen nicht bewerten kann).

Die nicht sonderlich spannende Handlung wird unterbrochen von Flashbacks aus jener Nacht, als Armando und Salim einen Unschuldigen töteten. Dazu wartet Dirty mit überflüssigen Horror-Elementen auf in den Halluzinationen, die Armando seitdem heimsuchen. Einziger handwerklicher Pluspunkt ist der Einsatz des Rap-Soundtracks, der recht passend die Atmosphäre von Nihilismus und Gesetz des Dschungels unterstreicht.

Was Dirty womöglich aufzeigen will: Cops und Gangster unterscheiden sich kaum in ihren Werten und auch nur unwesentlich in ihren Methoden. Das hat man allerdings schon nach ein paar Minuten dieses Films begriffen. Es kommt danach keine neue Erkenntnis hinzu, und auch kaum Unterhaltungswert. Bloß die seltsame Botschaft des Films: In einer Stadt, die so kaputt ist wie Los Angeles, ist es egal, auf welcher Seite du stehst.

Bestes Zitat:

„Auch wenn ich total abgefuckt bin, weiß ich immer noch, was Loyalität heißt.“

Der Trailer zum Film.

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