Dodgeball – Voll auf die Nüsse


Film  Voll auf die Nüsse

Dosgeball Voll auf die Nüsse Kritik Rezension

White Goodman (Ben Stiller) kämpft mit allen Tricks.

Originaltitel  Dodgeball: A True Underdog Story
Produktionsland USA
Jahr 2004
Spielzeit 92 Minuten
Regie Rawson Marshall Thurber
Hauptdarsteller Vince Vaughn, Ben Stiller, Christine Taylor, Justin Long, Stephen Root, Joel Moore, Chris Williams, Alan Tudyk, David Hasselhoff, William Shatner, Rip Torn, Chuck Norris, Lance Armstrong
Bewertung

Worum geht’s?

Peter La Fleur lebt einigermaßen unbeschwert in den Tag hinein, bis ihm seine Bank eine drastische Mitteilung macht: Er muss 50.000 Dollar innerhalb von 30 Tagen auftreiben, sonst verliert er sein mit viel Liebe und wenig Professionalität betriebenes Fitnessstudio. Als er schon kapitulieren will, haben einige seiner Stammkunden eine Idee: Sie wollen ein Team bilden und in Las Vegas bei den landesweiten Meisterschaften im Dodgeball, einer Völkerball-Variante, antreten. Peter stimmt zu, auch wenn er sich mit seinem Team voller Verlierer wenig Chancen ausrechnet. Als die Steueranwältin Kate, die Peter über seine dramatische finanzielle Situation die Augen geöffnet hat, zum Team stößt, scheinen die Aussichten zu steigen. Auch die Motivation seiner Truppe, die sich ebenso wie Peters Fitnessstudio „Average Joe’s“ nennt, nimmt wenig später noch einmal zu. Denn bei den Dodgeball-Meisterschaften wird sie auf die Auswahl des skrupellosen White Goodman treffen, der eine Hochglanz-Fitnesskette betreibt und es schon lange auf eine Übernahme von „Average Joe’s“ abgesehen hat.

Das sagt shitesite:

„Wir lachen nicht über Schmerz, aber über unerwarteten Schmerz“, erklärt Regisseur und Drehbuchautor Rawson Marshall Thurber im Bonusmaterial zu dieser DVD. Genau deshalb müssten die Bälle in Dodgeball möglichst ins Gesicht oder in die Weichteile treffen, und zwar mit möglichst großer Wucht. Damit ist gut erklärt, wie der Humor von Voll auf die Nüsse funktioniert: brachial, hemmungslos, effektiv.

Alles wird in diesem großartigen Film konsequent einer möglichst hohen Gag-Dichte untergeordnet, und dazu tragen bei weitem nicht nur die Schadenfreude-Einlagen bei den Szenen auf dem Spielfeld bei. Der Film wimmelt vor skurrilen und sehr liebenswerten Figuren (an erster Stelle ist der knallharte Trainer Patches O’Houlihan zu nennen, von dem wir lernen: „Dodgeball ist ein Spiel voller Gewalt, Erniedrigung und Enttäuschung.“) und platzt beinahe vor lauter Selbstironie, die sich keineswegs nur auf die Besetzung für die extrem originellen Gastauftritte beschränkt. Dazu kommt die bestens bewährte Chemie zwischen Ben Stiller und Vince Vaughn, die hier für herrlich absurde Situationskomik sorgt.

Und wer nach so etwas wie einer Botschaft sucht (Voll auf die Nüsse zeigt, wie überflüssig solch ein Anspruch in einer Komödie ist), wird ebenfalls fündig: Geradezu lehrbuchreif erzählt Dodgeball die Geschichte vom aufrechten Außenseiter, der es mit einer durchtriebenen Übermacht aufnimmt, und nutzt dabei alle Effekte, die auch in ernst gemeinten Sportfilmen zum Einsatz kommen, von der Beschwörung des Teamgeists über die pompöse Musik und reichlich Superzeitlupen in den spielentscheidenden Szenen bis hin zur heroischen Aufopferung des Einzelnen für den Erfolg der Mannschaft. Dodgeball persifliert damit nicht nur Werke wie Invictus oder Coach Carter, sondern lässt auch die Luft aus dem ebenso typischen wie verlogenen Hollywood-Versprechen, es käme bloß auf Integrität, Glaube und Zusammenhalt an, um in dieser Welt etwas zu erreichen.

Bestes Zitat:

„Wie schon meine Urgroßmutter sagte: Es bringt nichts, an einer leeren Titte zu nuckeln.“

Der Trailer zum Film.

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