Draufgeschaut: Ein Offizier und Gentleman


Paula (Debra Winger) verliebt sich in den Offiziersanwärter Zack (Richard Gere).

Paula (Debra Winger) verliebt sich in den Offiziersanwärter Zack (Richard Gere).

Film Ein Offizier und Gentleman
Produktionsland USA
Jahr 1982
Spielzeit 125 Minuten
Regie Taylor Hackford
Hauptdarsteller Richard Gere, Debra Winger, Louis Gossett Jr., David Caruso, Robert Loggia, David Keith, Lisa Blount
Bewertung **

Worum geht’s?

Zack Mayo weiß nicht, wohin mit sich. Seine Mutter ist früh gestorben, sein Vater amüsiert sich als Matrose mit den Prostituierten in allen Häfen der Welt. Um Struktur in sein Leben zu bekommen, meldet sich Zack ebenfalls zum Dienst bei der Marine. Er will Kampfjets fliegen, muss aber vorher eine knüppelharte Ausbildung als Offiziersanwärter absolvieren. Seine einzige Ablenkung vom Drill in der Kaserne ist seine Affäre mit Paula, die er während seiner Ausbildung kennen lernt. Bald muss Zack allerdings feststellen: Als Einzelkämpfer ist er aufgeschmissen, sowohl in seiner Einheit als auch in der Beziehung.

Das sagt shitesite:

Ein Offizier und Gentleman ist ein schizophrener Film. Eine Stunde lang ist es eine Geschichte von militärischem Drill, von Gruppenzwang und knallharten Ausbildern à la Full Metal Jacket. Die zweite Stunde ist dann die Geschichte einer Liebesbeziehung, die auf Zeit angelegt ist und sich dann mit diesem Status nicht mehr zufrieden geben will – so etwas wie ein umgekehrtes Dirty Dancing.

Seltsam bis bedenklich wirkt auch, dass hier das Militär lange Zeit vorgeblich als unbarmherzig, gar unmenschlich dargestellt wird, am Ende aber in umso hellerem Licht erstrahlt. Die Ausbildung zum Soldaten ist es in Ein Offizier und Gentleman, die aus Zack Mayo überhaupt erst ein soziales Wesen macht. Er kommt als ausgebuffter, arroganter Egoist mit einer großen Portion Wut im Bauch in die Kaserne, und er geht wieder hinaus als Gutmensch, dem das Wohl seiner Kameraden wichtiger ist als seine eigene Karriereplanung.

Das ist handwerklich gut gemacht und überzeugend gespielt. Die Botschaft von Ein Offizier und Gentleman erscheint vor diesem Hintergrund aber umso fragwürdiger: Drill, Selbstdisziplin und Opferbereitschaft sind hier letztlich die Werte, aus denen sich eine gute Gesellschaft bauen lässt – ohne Platz für Rebellion oder wenigstens einen kleinen Rest von Individualität.

Bestes Zitat:

“Jeder ist allein auf der Welt. Wenn du das geschnallt hast, dann tut dir nichts mehr weh.”

Der Trailer zum Film:

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