Draufgeschaut: Einfach zu haben


Olive (Emma Stone) tut so, als sei sie ein Flittchen.

Olive (Emma Stone) tut so, als sei sie ein Flittchen.

Film Einfach zu haben
Originaltitel Easy A
Produktionsland USA
Jahr 2010
Spielzeit 92 Minuten
Regie Will Gluck
Hauptdarsteller Emma Stone, Alyson Michalka, Penn Badgley, Amanda Bynes, Thomas Haden Church, Stanley Tucci, Patricia Clarkson, Dan Byrd, Lisa Kudrow
Bewertung

Worum geht’s?

Olive Penderghast ist ein unscheinbares High-School-Mädchen, bis sie anfängt, falsche Gerüchte über ihr angeblich wildes Liebesleben zu verbreiten. Plötzlich ist sie das Thema in ihrer Schule. Die Mädchen sind neugierig, die Jungs stehen Schlange und auch die Lehrer wundern sich über die Verwandlung. „Eigentlich wollte ich nicht durch eine Lüge Anerkennung finden. Aber die Anerkennung gefällt mir“, stellt Olive fest. Schon bald kippt allerdings die Stimmung: Olive wird als Flittchen gemieden und schafft es nicht, mit den falschen Gerüchten aufzuräumen. Selbst ihre beste Freundin Rhiannon wendet sich von ihr ab und die ultrafrommen jungen Christen aus ihrer Klasse organisieren sogar eine Demonstration, damit Olive von der Schule verwiesen wird. Sie erkennt: Um den Schwindel aufzuklären, helfen nur noch sehr drastische Maßnahmen.

Das sagt shitesite:

Die natürliche Grausamkeit von Teenagern + die Möglichkeiten von Social Media + eine bigotte Sexualmoral = jede Menge Ärger. Mit dieser Formel könnte man Einfach zu haben zusammenfassen, doch damit würde man dieser sehr cleveren RomCom nicht gerecht.

Sehr rasant erzählt der Film eine Geschichte, die mit einer Notlüge beginnt und in der kompletten sozialen Isolation endet. Eindrucksvoll ist das nicht nur wegen einer glänzenden Emma Stone, sondern auch, weil Einfach zu haben sich auf ein einziges Feindbild konzentriert. Olives Eltern sind auf fast amüsante Weise liberal, auch die Lehrer sind hier eher Partner als Gegner. Was Olive zum Verhängnis wird, ist die Verlogenheit ihrer Mitschüler: Sie alle sehnen sich heimlich danach, ausschweifende sexuelle Abenteuer zu erleben, doch als Olive genau diese vorgaukelt, wird sie zur Persona non grata. Sie ist umgeben von eifersüchtigen Jungfrauen und notgeilen Jungs, genau deshalb bekommt sie den Geist nicht zurück in die Flasche, und genau deshalb wird sie zur Ausgestoßenen, die nicht nur ihre erfundenen Sexgeschichten bereut, sondern sich selbst hasst.

Das ist eine erstaunliche Thematik für eine Teenagerkomödie, die hier mit viel Sinn für Humor und erfreulicher politischer Unkorrektheit erzählt wird. Etwa zur Mitte des Films ist zwar kurz die Luft raus und es gibt ein bisschen viel Melodrama statt frecher Sprüche, doch zum Ende hin findet Einfach zu haben wieder in die Spur. Dazu gibt es auch noch höchst amüsante Anspielungen auf Der scharlachrote Buchstabe und etliche Eithties-Komödien – ein großer Spaß.

Bestes Zitat:

„Wo ist nur all die Ritterlichkeit geblieben? Gibt es die nur noch in 80er-Jahre-Filmen?“

Der Trailer zum Film:

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