Elegy


Film Elegy

David Kepesh (Ben Kingsley) beginnt eine Affäre mit seiner Studentin Consuela (Penélope Cruz).

David Kepesh (Ben Kingsley) beginnt eine Affäre mit seiner Studentin Consuela (Penélope Cruz).

Produktionsland USA
Jahr 2008
Spielzeit 106 Minuten
Regie Isabel Coixet
Hauptdarsteller Penélope Cruz, Ben Kingsley, Dennis Hopper, Patricia Clarkson, Peter Sarsgaard
Bewertung

Worum geht’s?

David Kepesh ist Professor für Literatur, ein anerkannter Kunstkritiker und seit seiner Scheidung vor mehr als 30 Jahren bekennender Junggeselle. Immer wieder bandelt er, obwohl er kurz vor dem Rentenalter steht, mit seinen Studentinnen an. Auch mit der verführerischen Consuela, die halb so alt ist wie er selbst, beginnt er eine Affäre. Beide versuchen, entspannt mit dem großen Altersunterschied umzugehen. Als aus dem Abenteuer aber eine Beziehung zu werden scheint, müssen sie sich doch die Frage stellen: Ist das nur Begehren – oder kann es Liebe sein?

Das sagt shitesite:

Elegy lebt zu großen Teilen nicht von seinem filmischen Vermögen, sondern von der Handlung der Romanvorlage von Philip Roth. Natürlich spielen Ben Kingsley und Penélope Cruz gekonnt, natürlich ist die Wendung in der Mitte ebenso spannend wie die erschütternde Schlusspointe. Natürlich ist es löblich, dass der Film zumindest teilweise das Explizite der Romanvorlage aufgreift, sowohl verbal („Ich rede und rede. Aber eigentlich will ich sie vögeln“, darf David Kepesh an einer Stelle sagen) als auch visuell (nicht nur wegen der Nacktheit und der Bettszenen). Aber Einiges an Elegy ist auch geschmäcklerisch, zudem ist der Film ein gutes Stück zu lang.

Sehr sehenswert bleibt er trotzdem, nicht nur als ungewöhnliche Liebesgeschichte, sondern auch als schlaue Betrachtung über den Zwiespalt zwischen Unabhängigkeit und Einsamkeit.

Den alten Professor, der lässig sein will, ungezügelt und draufgängerisch und in Consuela vor allem die Schönheit und die Jugend liebt, auf eine junge Frau treffen zu lassen, die streng, kultiviert und züchtig wirkt und in David vor allem die Verkörperung von Kultur und Erfahrung sieht, ist als Ausgangssituation schon spannend genug. Einen ganz besonderen Ton bekommt Elegy aber durch die Stimme aus dem Off. Von Anfang an weiß der Zuschauer dadurch: Hier blickt jemand zurück, aus einer Position des Bedauerns heraus. Diese Beziehung wird kein gutes Ende nehmen.

Als David der Studentin mehr und mehr verfällt, nicht nur aufgrund körperlicher Anziehung, sondern auch emotional, da bricht seine Ideologie plötzlich in sich zusammen. Auch sein eigener Sohn führt ihm vor Augen, dass sein hedonistischer Lebensstil ein Selbstbetrug ist. Wenn er das jahrzehntelang leugnen konnte, dann nur auf Kosten anderer Menschen – und nun ahnt der Professor zumindest, dass er Consuela zum nächsten Opfer machen könnte. Immer wieder macht ihn diese Verwirrung sprachlos – auf die wirklich heiklen Fragen dieser Beziehung antwortet er ganz oft bloß mit Schweigen, und so kehrt sich das Verhältnis von jugendlichem Leichtsinn und erfahrener Weitsicht zwischen Professor und Studentin stillschweigend immer mehr um.

Es ist die größte Leistung von Elegy, die Mutlosigkeit zu offenbaren, die dieser Mann an den Tag legt, den alle Welt doch für klug und souverän hält. Er brüstet sich mit seiner jungen Geliebten, doch er schämt sich, ihrer Familie vorgestellt und dabei womöglich als alter Sack abgestempelt zu werden. Er hat kein Problem mit dem Klatsch und Tratsch, den seine Affären mit Studentinnen nach sich ziehen, aber er fürchtet den Skandal, wenn nun aus einer Affäre eine Liebe werden könnte. Elegy ist damit nicht nur ein Film über die Liebe und das Alter, sondern vor allem über Mut und Begehren.

Bestes Zitat:

“Wenn man mit einer Frau Sex hat, ist das die Revanche für alles, was dich im Leben besiegt hat.”

Der Trailer zum Film:

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