Falco – Verdammt, wir leben noch!


Film Falco – Verdammt, wir leben noch!

Aus Wien in den Pop-Olymp: Falco (Manuel Rubey) genießt den Erfolg.

Aus Wien in den Pop-Olymp: Falco (Manuel Rubey) genießt den Erfolg.

Produktionsland Österreich, Deutschland, USA
Jahr 2008
Spielzeit 114 Minuten
Regie Thomas Roth
Hauptdarsteller Manuel Rubey, Julian Sharp, Susi Stach, Nina Hartmann, Patricia Aulitzky, Katja Gerstl, Grace Jones, Christian Tramitz
Bewertung

Worum geht’s?

Der Film erzählt die Lebensgeschichte von Hans Hölzel alias Falco, von seiner Kindheit über die Anfänge als Musiker bis hin zum Durchbruch mit Hits wie Der Kommissar oder Rock Me Amadeus. Im Mittelpunkt stehen die Phase seines größten Ruhms Mitte der 1980er Jahre und der darauf folgende Niedergang, der auch von privaten Krisen begleitet wird.

Das sagt shitesite:

Es gibt etliche Klischees in diesem Biopic. Der kleine Hans findet früh Gefallen an Applaus und an den Frauen. Als er noch Bassist in einer Wiener Discoband ist, träumt er von der großen internationalen Karriere. Und als er ein Weltstar ist, bestimmen Drogen, Weiber und gierige Plattenbosse sein Leben.

Trotzdem ist Falco – Verdammt wir leben noch! eine erhellende, gelegentlich sogar einfühlsame Annäherung an den Mann, der den ersten deutschsprachigen #1-Hit in den Billboard-Charts hervorgebracht hat. Seine Begeisterung für David Bowie gehört zu den wichtigen Facetten seines Lebens, die hier gut eingefangen werden, seine katastrophale On-Off-Ehe und nicht zuletzt seine Zerrissenheit zwischen Perfektionismus und Selbstzweifeln. Falco ist einerseits ein Poser, andererseits hat er selbst die größte Erwartungshaltung an seine Kunst. Er ist extrem, unberechenbar, unreif, leidenschaftlich, ängstlich, arrogant und oft fatalistisch, er will nichts so sehr wie den Erfolg – und er weiß doch, dass jeder Erfolg ihn näher an den Niedergang, die Flaute und den Absturz bringt.

Vor allem aber betont der Film seinen Willen zur maximalen künstlerischen Eigenständigkeit. In einer Welt voller Spießer ist Falco verliebt in ein Rockstar-Klischee und besessen von der Idee, es mit neuem Leben und seiner ganz eigenen Interpretation zu füllen. Er weiß um seine Einmaligkeit und den historischen Wert seines Erfolgs, genau deshalb spielt er nur nach seinen eigenen Regeln und verstößt im Zweifel gegen die Konventionen des Pop-Geschäfts. Dieses klare Selbstbild vom Künstler Falco war letztlich fatal für den Menschen Hans Hölzel: Für jeden Erfolg machte er sein eigenes Genie verantwortlich, an jedem Flop waren die anderen schuld.

Falco – Verdammt wir leben noch! zeigt auch: In jeder Phase seiner Karriere achtete Falco peinlich auf sein Image, nicht selten blickte er sogar bereits mit den Augen der Nachwelt auf sein Schaffen. Dass der Film dabei Konzerte und sogar die Videoclips von Falco (sehr gekonnt) nachstellt, ist nur konsequent: In diesem Leben ging es um Inszenierung.

Bestes Zitat:

„Ein Name lässt sich ändern. Du selbst musst unverwechselbar sein.“

Der Trailer zum Film:

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