Draufgeschaut: Falling Down


Bill Foster (Michael Douglas) hat einen richtig schlechten Tag.

Bill Foster (Michael Douglas) hat einen richtig schlechten Tag.

Film Falling Down
Produktionsland USA, Frankreich, Großbritannien
Jahr 1993
Spielzeit 107 Minuten
Regie Joel Schumacher
Hauptdarsteller Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey
Bewertung

Worum geht’s?

William Foster möchte gerne seine Exfrau und seine Tochter besuchen, schließlich hat die Kleine heute Geburtstag. Doch er steht im Stau, und dann ist da ja noch die nicht unbedeutende Tatsache, dass ihm ein Gericht den Umgang mit seiner Tochter verboten hat. Trotzdem will er unbedingt zu ihr, und dabei gerät er schnell noch auf andere Weise mit dem Gesetz in Konflikt, macht mächtig Ärger in der ganzen Stadt und gerät außer Rand und Band. Seargant Martin Prendergast bekommt die Aufgabe, ihn zu stoppen – ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag vor der Pensionierung.

Das sagt shitesite:

Am Anfang sitzt Foster in seinem Auto, fast wie ein ganz normaler Mann. Am Ende ist ein Sondereinsatzkommando hinter ihm her. Nicht einmal zwei Stunden braucht Falling Down für diese Eskalation, und das Tempo und die scheinbare Folgerichtigkeit der Ereignisse, auf die Regisseur Joel Schumacher dabei setzt, sind die größten Stärken des Films.

Es gibt einiges, woran man sich in der Zeit dazwischen stören kann, beispielsweise die sagenhaft plakativen Anspielungen auf den Patriotismus (es wimmelt in Falling Down vor Stars & Stripes), der halbherzige Versuch, Fosters kürzlich erfolgte und womöglich ungerechtfertigte Kündigung als zusätzliches Motiv für seinen Quasi-Amoklauf zu etablieren, oder den latenten Rassismus (ein Koreaner und eine Bande von Latinos gehören zu den ersten Opfern des Films). Vor allem aber die Tatsache, dass all dies hier als Rahmenbedingung für Gewalt erkannt, aber nicht kritisiert oder hinterfragt wird, sondern bloß hingenommen.

Nichtsdestotrotz wird Falling Down ein spannender, sogar außergewöhnlicher Film mit einer unvergesslichen Hauptfigur. William Foster ist mit weißem Hemd, Bürstenschnitt, Kassenbrille und Aktenkoffer der ultimative Konservative, dennoch (oder deshalb?) sieht er schon in der ersten Einstellung aus wie ein Psychopath. Dieser Normalo, der zum Berserker wird, wäre definitiv eine gute Rolle für Henry Rollins gewesen, doch auch Michael Douglas verkörpert diese Entwicklung glaubhaft.

Als er sich entschließt, mitten im Stau aus seinem Auto (und damit eigentlich schon aus der Zivilisation) auszusteigen, hat er bald einen Baseballschläger, später ein Butterflymesser, eine Maschinenpistole und schließlich sogar eine Bazooka zur Hand. Doch seine größte Waffe ist der Wille, sich nichts mehr gefallen zu lassen. Seine Botschaft ist letztlich: Das Leben ist viel zu schade, um sich auf all die Kompromisse des Alltags einzulassen.

Bestes Zitat:

„Es ist nicht leicht, die Schönheit schwinden zu sehen, wenn das alles ist, was du hattest.“

Der Trailer zum Film:

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