Draufgeschaut: Freunde mit gewissen Vorzügen


Jamie (Mila Kunis) und Dylan (Justin Timberlake) wollen Sex ohne Gefühle.

Jamie (Mila Kunis) und Dylan (Justin Timberlake) wollen Sex ohne Gefühle.

Film Freunde mit gewissen Vorzügen
Originaltitel Friends With Benefits
Produktionsland USA
Jahr 2009
Spielzeit 111 Minuten
Regie Will Gluck
Hauptdarsteller Mila Kunis, Justin Timberlake, Patricia Clarkson, Jenna Elfman, Bryan Greenberg, Nolan Gould, Richard Jenkins, Woody Harrelson, Emma Stone, Shaun White
Bewertung

Worum geht’s?

Emotional verkrüppelt. Unfähig zu Partnerschaften. Schon wieder enttäuscht. So geht es Jamie, und so geht es Dylan. Von Beziehungen wollen beide erst einmal nichts mehr wissen, als sie aufeinander treffen: Jamie ist Headhunterin und will Dylan nach New York locken. Er hat als Webdesigner in Los Angeles für Aufsehen gesorgt und jetzt will ihn eine Zeitschrift als Art Director verpflichten. Nachdem Jamie es geschafft hat, ihm New York schmackhaft zu machen, nimmt Dylan den neuen Job an – und freundet sich mit Jamie an, seiner einzigen Verbündeten in der neuen Stadt. Schließlich kommen sie auf die Idee, ihre gute Freundschaft mit unverbindlichem Sex zu verbinden. „Keine Beziehung. Keine Gefühle. Nur Sex. Was auch passiert: Wir bleiben Freunde“, so lautet der Deal. Doch wirklich lange geht diese Vereinbarung nicht gut.

Das sagt shitesite:

So durchschaubar und konventionell der Plot von Freunde mit gewissen Vorzügen auf dem Papier klingt, so originell, frech, rasant und mitunter gar rebellisch wird diese romantische Komödie.

Die größte Stärke sind dabei die Dialoge: Es gibt unsagbar viele Pointen in diesem Film, viel gewagten Sprachwitz, extreme Schlagfertigkeit und gelegentlich sogar richtig derbe Passagen, die man in einer RomCom mit Teeniestar Justin Timberlake nie erwartet hätte. Freunde mit gewissen Vorzügen schafft es, tatsächlich sogar Sex witzig erscheinen zu lassen: Der Matratzensport von Jamie und Dylan wird ausgiebig und mit maximaler Beiläufigkeit gezeigt, ohne dass das Ganze verkrampft, albern oder gar voyeuristisch wirken würde.

Auch andere Themen werden hier wunderbar überzeichnet, etwa der Ostküsten-/Westküsten-Konflikt oder die schockierende Freizügigkeit von Hippie-Eltern. Selbst der Anspruch, mit Verweisen auf Blogger, Flashmobs und Tablets möglichst modern zu sein, mündet in keinem Moment in Peinlichkeit: All diese Elemente werden erstaunlich stimmig in die Handlung integriert. Am Ende baut Freunde mit gewissen Vorzügen zwar minimal ab, schafft es da aber auch noch, in einem Nebenstrang den schwierigen Umgang mit Alzheimer zu thematisieren.

Was diesen Film aber wirklich auszeichnet, ist sein Verhältnis zum eigenen Genre. Freunde mit gewissen Vorzügen bricht nicht die Klischees und Konventionen der RomCom, aber es kennt sie, thematisiert sie und persifliert sie. Die Figuren sind keine naiven Schwärmer, die von der Traumfrau oder dem Prinzen auf dem weißen Pferd überwältigt werden, sondern nüchterne, beinahe desillusionierte junge Erwachsene. Sie wissen, dass das Leben keine Hollywoodkomödie ist, und sie machen sich famoserweise innerhalb einer Hollywoodkomödie darüber lustig, dass es dennoch gerne so hingestellt wird (und dass wir dennoch oft darauf hoffen, es wäre so). Das ist nicht nur erstaunlich hintergründig, sondern auch extrem unterhaltsam – und der seltener Fall einer RomCom, die ihre Zuschauer nicht für dumme Sensibelchen hält.

Bestes Zitat:

„Es geht nicht darum, mit wem man Freitagnacht verbringt. Es geht darum, mit wem man den ganzen Samstag verbringt.“

Der Trailer zum Film:

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