Draufgeschaut: Friendship!


Tom (Matthias Schweighöfer, links) und Veit (Friedrich Mücke) kommen aus der DDR und wollen nach San Francisco.

Tom (Matthias Schweighöfer, links) und Veit (Friedrich Mücke) kommen aus der DDR und wollen nach San Francisco.

Film Friendship!
Produktionsland Deutschland/USA
Jahr 2010
Spielzeit 110 Minuten
Regie Markus Goller
Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer, Friedrich Mücke, Alicja Bachleda-Curuś, Chris Browning, Kimberly J. Brown, Kevin Rankin, Todd Stashwick
Bewertung

Worum geht’s?

In der DDR waren Tom und sein bester Freund Veit immer Außenseiter. Als die Mauer fällt, können sie den Osten endlich hinter sich lassen. Die beiden jungen Männer wollen das so konsequent wie möglich tun: Ihr Ziel ist San Francisco, der westlichste Punkt der Welt. Die Idee, sich die Reise von der Ost- an die Westküste mit Vorführungen ihrer Amateurfilme zu finanzieren, erweist sich allerdings bald als Rohrkrepierer. Auch das Bekenntnis „We are real communists from East Germany“ kommt in den USA nicht so gut an, wie sie erwartet hatten. Und dann ist da noch ein Geheimnis, das Veit zu seiner Reise animiert hat, und das er Tom irgendwann preisgeben muss.

Das sagt shitesite:

Man könnte meckern, mit Friendship! wollten sich die Macher bloß eine schöne Rundreise durch die USA finanzieren, nebenbei ein paar Dreharbeiten einbauen und mit dem Ergebnis auf der Good Bye, Lenin-Welle schwimmen. Deutlich zu umfangreiche (wenn auch umwerfend schöne) Landschaftsaufnahmen und einige ärgerliche Fehler zu Beginn des Films (Jungpioniere hatten blaue Halstücher, nicht rote; und „Freundschaft“ schrien sich, wenn überhaupt, erst die noch älteren FDJ-Mitglieder entgegen) könnten diesen Eindruck stützen.

Doch jenseits dieser Kritikpunkte entwickelt die Komödie schnell einen gewinnenden Charme. Die Chemie zwischen Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke, die in Friendship! eine überzeugende Männerfreundschaft auf die Leinwand bringen, ist dabei der wichtigste Faktor. Auch die dosierten, aber gelungenen Gags tragen dazu bei und die Tatsache, dass man zwar reichlich US-Klischees (unvergessliche Hot Dogs, naive Cheerleader und gefährliche Schwarze) bedient, sich aber nicht über Gebühr bei ihnen aufhält.

Dazu kommen in Friendship! eine erstaunliche Pointe am Ende und eine Ausgangssituation am Beginn, die für gelegentliche Dramatik ebenso geeignet ist wie für Situationskomik und die Leichtfüßigkeit, die diesen Film prägt: Es ist die Naivität von Tom und Veit, die ihre Missgeschicke und ihren Hunger auf Leben so glaubwürdig machen. Sie haben das Urvertrauen in die Menschen im Herzen, das sie der Sozialismus gelehrt hat, und sie haben das Bild von Amerika als dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Kopf, das als Mythos selbst die DDR erreicht hat. Die Reise durch die USA wird für sie deshalb im doppelten Sinne zum Reality Check – und für den Zuschauer ein oberflächlicher, aber unterhaltsamer Roadmovie.

Bestes Zitat:

„Die DDR – ein Land, von dem alle anderen Länder nur träumen konnten.“

Der Trailer zum Film:

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