Gefährten


Film Gefährten

Szene aus dem Film Gefährten Kritik

Das Pferd Joey wird zum besten Freund von Albert (Jeremy Irvine).

Originaltitel War Horse
Produktionsland Großbritannien, USA
Jahr 2011
Spielzeit 146 Minuten
Regie Steven Spielberg
Hauptdarsteller Jeremy Irvine, Peter Mullan, Emily Watson, Niels Arestrup, David Thewlis, Tom Hiddleston, Benedict Cumberbatch, Celine Buckens, Hinnerk Schönemann, Sebastian Hülk, Maximilian Brückner
Bewertung

Worum geht’s?

Viel zu teuer war das Pferd, das der Farmer Ted bei einer Versteigerung erworben hat. Aber er war einfach zu stolz, sich schon wieder überbieten zu lassen – und zudem geblendet von der Eleganz und dem Temperament des Tieres. Seinem Sohn Albert kommt die Aufgabe zu, den wilden Hengst, der den Namen Joey bekommt, abzurichten. Entgegen aller Erwartungen schafft der Junge das, es gelingt ihn sogar, Joey zur schweren Arbeit auf dem Acker zu bewegen. Das ist ein existenzieller Erfolg für die Familie, denn andernfalls hätte sie ihr gesamtes Hab und Gut verloren – durch den hohen Kaufpreis für das Pferd fehlte Geld für die jährliche Pacht des Hofes in Devon. Kaum scheint sich alles zum Guten zu wenden, bricht der Erste Weltkrieg aus. Joey wird von der Armee rekrutiert und soll fortan einem britischen Offizier gute Dienste leisten. Albert, der eine innige Beziehung zu dem Pferd aufgebaut hatte, ist bestürzt – bis er selbst in den Krieg gegen die Deutschen zieht, in der Hoffnung, seinen tierischen Freund vielleicht wieder zu finden.

Das sagt shitesite:

Erzähl mir keinen vom Pferd! Diesem Wahlspruch hätte Steven Spielberg vielleicht folgen sollen. Denn Gefährten ist ein sehr kitschiger, unausgegorener Film, der in der Nähe von Der Pferdeflüsterer und Ostwind (auch Gefährten beruht auf einem erfolgreichen Jugendbuch) beginnt, sich dann Richtung Der Soldat James Ryan bewegt und schließlich in einem Schmalz und einer Optik endet, die an Vom Winde verweht denken lassen.

Dass all dies schlecht zusammenpasst, liegt auch daran, dass der Held des Films ein Pferd ist, das nun einmal weder sprechen noch schauspielern kann. So bleibt Gefährten nicht viel mehr übrig, als sich an Landschaftsaufnahmen zu berauschen, solide Action in den Szenen an der Front zu inszenieren und Werte wie Ausdauer, Glaube, Kraft, Überlebenswille, Zusammenhalt und Aufopferung zu beschwören. Selbst die Idee, die Fallhöhe zwischen Stolz und Demütigung zum Leitmotiv zu machen, die sich zunächst in der Figur von Alberts Vater konzentriert, dann in einem liebevollen Großvater in Frankreich, dann in einer Versöhungsszene im Niemandsland und nich zuletzt in Joey selbst, funktioniert nicht richtig, weil es immer ein bisschen zu viel gibt, was auch noch in Gefährten gepackt werden soll und letztlich ablenkt.

So bleibt ein allenfalls visuell gelungener Film, der über weite Strecken so tief im Pathos versinkt wie Joey im Schlamm der Farm in Devon und der Schlachtfelder des Weltkriegs.

Bestes Zitat:

„Ich habe immer geglaubt, dass Gott jedem den gleichen Anteil Pech zugeteilt hat. Das glaube ich jetzt nicht mehr. Ich hatte mehr als meinen Teil.“

Der Trailer zum Film.

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