Draufgeschaut: Go Trabi Go


Udo Struutz (Wolfgang Stumph) will mit seiner Frau Rita (Marie Gruber) und Tochter Jacqueline (Claudia Schmutzler) nach Neapel.

Udo Struutz (Wolfgang Stumph) will mit seiner Frau Rita (Marie Gruber) und Tochter Jacqueline (Claudia Schmutzler) nach Neapel.

Film Go Trabi Go
Produktionsland Deutschland
Jahr 1991
Spielzeit 92 Minuten
Regie Peter Timm
Hauptdarsteller Wolfgang Stumph, Claudia Schmutzler, Marie Gruber, Dieter Hildebrandt, Ottfried Fischer, Diether Krebs, Konstantin Wecker
Bewertung **

Worum geht’s?

Auf den Spuren von Goethes Italienischer Reise will Familie Struutz den Weg nach Neapel wagen. Schließlich bietet ihre Heimatstadt Bitterfeld nicht allzu viele Reize. Doch der Weg nach Italien ist gepflastert mit Pannen – nicht nur von Schorsch, ihrem geliebten Trabant, der Wolfgang, Rita und Tochter Jacqueline in Richtung Süden bringen soll.

Das sagt shitesite:

Was Hochkaräter wie Dieter Hildebrandt, Konstantin Wecker oder Diether Krebs zur Mitwirkung an diesem Streifen bewegt hat, erscheint aus heutiger Sicht schleierhaft. Womöglich ist es mit anhaltender Euphorie im Jahr nach der Wiedervereinigung zu erklären. Am Drehbuch kann es nicht gelegen haben: Go Trabi Go verliert ähnlich schnell an Fahrt wie ein 26-PS-Auto auf dem Weg über den Brenner.

Zwar kann Wolfgang Stumph einigermaßen glänzen, es gibt authentisches Sächsisch (jaja, ich weiß: Bitterfeld liegt in Sachsen-Anhalt) und allerlei technische Wehwehchen, die echte Trabant-Fahrer wohl auch kennen dürften – vom Tuckern, bevor man den Benzinhahn auf „Reserve“ dreht, über defekte Zylinderkopfdichtungen bis hin zum selbst gemischten Treibstoff. Zudem wagt es Go Trabi Go immerhin, die Deutschen hüben wie drüben in erster Linie als verkniffene Spießer zu zeigen und somit quasi etwas Einendes auf einem Fundament aus Autowäsche, Socken in Sandalen und selbst geschmierten Wurstbroten aufzubauen.

Solche Klischees sind dabei nicht einmal das Schlimmste an diesem Roadmovie. Viel nerviger ist am Ende die überstrapazierte Goethe-Parallele – und vor allem die Tatsache, dass hier mehr schlecht als recht versucht wird, mit sinnlosen Passagen (Tanzen, Musizieren, Landschaften), die zudem mit schlimmster Achtziger-Musik unterlegt sind, die nahezu substanzlose Komödie halbwegs auf Spielfilmlänge zu bringen.

Bestes Zitat:

„Ich habe mehr unter meiner Pappe gelegen als auf meiner Frau.“

Eine Szene aus dem Film:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.