Draufgeschaut: Grimm


Marie (Halina Reijn) und Jacob (Jacob Derwig) werden im Wald ausgesetzt.

Marie (Halina Reijn) und Jacob (Jacob Derwig) werden im Wald ausgesetzt.

Film Grimm
Produktionsland Niederlande
Jahr 2003
Spielzeit 104 Minuten
Regie Alex van Warmerdam
Hauptdarsteller Jacob Derwig, Halina Reijn, Carmelo Gomez
Bewertung ***1/2

Worum geht’s?

In einem bitterkalten Winter in Holland gehen Marie und Jacob mit ihrem Vater in den Wald, um Brennholz zu sammeln. Plötzlich können sie ihn nicht mehr finden und müssen feststellen: Er hat sie ausgesetzt und nichts hinterlassen als die Empfehlung, sie sollten sich zu ihrem Onkel nach Spanien durchschlagen. Für die Geschwister wird das der Beginn einer abenteuerlichen Reise.

Das sagt shitesite:

Nicht nur der Titel sorgt dafür, dass man bei Grimm immer wieder an Märchen denken muss. Der Film greift auch Topoi wie Armut, Kälte und Hunger auf und nimmt sich vom Märchen zudem die Freiheit, die Fantasie meilenweit über der Plausibilität rangieren zu lassen.

Das hat erstaunliche Effekte. Die Handlung spielt in der Moderne statt in dunklen Zeitaltern, die Figuren sind Erwachsene statt Kinder und Jacob und Marie müssen sich in Grimm nicht mit Hexen und Ungeheuern rumschlagen, sondern mit den ganz realen Monstern unserer Zeit: Sie werden von einem Bauernpaar aufgenommen, das bloß Sexsklaven sucht, und quartieren sich dann bei einem reichen Gönner ein, der noch finsterere Hintergedanken hat.

Das funktioniert vor allem wegen seiner großen Liebe zum Detail, wie in der kurzen Einstellung, in der das frierende Pärchen vor einem Kamin-Geschäft steht, oder der Tatsache, dass Marie ein orangenes Kleid trägt, als ihr bei einem spanischen Festmahl ihre holländische Herkunft vorgeworfen wird. Und wegen einer noch größeren Liebe zum Film, dessen Möglichkeiten als Medium von Grimm wunderbar originell, cool und surreal ausgeschöpft werden.

Bestes Zitat:

“Ihr esst gerade meinen Lieblingshund.”

Der Trailer zum Film:

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