Draufgeschaut: Harry Potter und der Stein der Weisen


Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) lernen in Hogwarts das Zaubern.

Harry Potter (Daniel Radcliffe) und seine Freunde Ron (Rupert Grint) und Hermine (Emma Watson) lernen in Hogwarts das Zaubern.

Film Harry Potter und der Stein der Weisen
Originaltitel Harry Potter and the Philosopher’s Stone
Produktionsland Großbritannien, USA
Jahr 2001
Spielzeit 152 Minuten
Regie Chris Columbus
Hauptdarsteller Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson, Robbie Coltrane, Richard Harris, Alan Rickman, Maggie Smith, Ian Hart, Tom Felton
Bewertung

Worum geht’s?

Wie ein Gefangener lebt der kleine Harry Potter in der Familie seines Onkels: Er hat ein winziges Zimmer unter der Treppe, muss ständig fiese Aufträge erledigen und sich die Sticheleien seines Cousins Dudley gefallen lassen. An seinem elften Geburtstag wird er an die Zauberschule Hogwarts eingeladen und er erfährt: Seine Eltern waren berühmte Zauberer. Sie wurden vom finsteren Lord Voldemort umgebracht, dem König der Magier der dunklen Seite, der damals unbesiegbar schien. Lord Voldemort wollte auch Harry umbringen, doch dabei scheiterte er und büßte beim Versuch, den Baby-Harry zu verfluchen, fast all seine Macht ein. Deshalb gilt Harry Potter in der Welt der Zauberer als eine Legende, wie ihm bald klar wird, als er die Einladung nach Hogwarts annimmt. Mit seinen Freunden Ron und Hermine werden seine Kräfte dort schon bald auf die Probe gestellt. Harry muss den Stein der Weisen finden, der Unsterblichkeit verleiht – und auf den es auch Lord Voldemort abgesehen hat, um wieder mächtig werden und Harry vernichten zu können.

Das sagt shitesite:

„Er wird einmal berühmt werden. Wohin er auch kommt in der Welt, jedes Kind wird seinen Namen kennen.“ Diese Prophezeiung hört Harry Potter, die Roman-/Filmfigur, innerhalb dieses Films. Dass sie schon bald auch außerhalb der fiktionalen Welt gelten sollte, dass Harry Potter zu einer globalen Erfolgsgeschichte, zum Kassenschlager, Kinderzimmerhelden und Hoffnungsträger für die gesamte Buchbranche werden sollte, zeichnete sich bereits ab, als Harry Potter und der Stein der Weisen, die Verfilmung des ersten Romans der Kinderbuchreihe, gedreht wurde. Das ist vielleicht einer der Gründe für das Problem dieses Films.

Denn der Adaption von Regisseur Chris Columbus (der zuvor unter anderem Kevin allein zu Haus gedreht hat) fehlt eine Eigenschaft, die zu den wichtigsten Tugenden von Harry Potter zählt: Mut. Wissend, dass dem Stein der Weisen noch weitere Teile mit Bestseller-Potenzial folgen sollten, denen man hier weder vorgreifen noch widersprechen durfte, klebt der Regisseur an der Romanvorlage. Dazu hat sicherlich auch beigetragen, dass Autorin Joanne K. Rowling sehr weitgehende Mitspracherechte bei der Verfilmung hatte und auf möglichst große Originaltreue achtete. Insgesamt wirkt dieser Streifen so, als hätte Columbus eine mörderische Angst vor Millionen von Kindern gehabt, die das Buch gelesen haben, dann voller gespannter Erwartung ins Kino gehen, die Geschichte dort nicht wiedererkennen und schließlich wütend sein Haus mit bösen Flüchen belegen.

Folglich kann Harry Potter und der Stein der Weisen nur all jene zufrieden stellen, die das Buch schon kennen und nun auf der Leinwand die Bilder sehen wollen, die sie sich zuvor selbst in ihrem Kopf ausgemalt haben. Dieses Ziel wird eindeutig erreicht, mit einer überwältigenden Fülle an fantastischen Figuren und Schauplätzen, sehr stimmigen Effekten und durchaus beachtlicher Liebe zum Detail. Kinderträume vom Fliegen und Unsichtbarsein, von unermesslichem Reichtum und pfiffigen Spielkameraden, von Verstecken und Geheimnissen und nicht zuletzt von Bewährungsproben, aus denen man als kleiner Held hervorgehen kann, werden hier reihenweise wahr.

Für alle anderen ist dieser Film allerdings schwere Kost. Zum einen sorgt die Vorliebe für aufwendige Kulissen und Requisiten dafür, dass Harry Potter und der Stein der Weisen überfrachtet ist. Es dauert über eine halbe Stunde, bis der Titelheld überhaupt in Hogwarts ankommt, und auch danach gilt hier selbst für eine erwachsene Aufmerksamkeitsspanne: zu viel, zu voll, zu lang. Und das, obwohl die Verfilmung offenbart, wie wenig eigentlicher Plot in Harry Potter und der Stein der Weisen steckt und wie sehr das Buch eher als Ausgangspunkt für weitere Bände konzipiert ist. Stärker zu komprimieren wäre hier dringend nötig gewesen, wenn man nicht nur die Bilder zum Buch liefern will, sondern einen in sich stimmigen Film.

Ohne die Kenntnis der Vorlage kann der Zuschauer hier schnell die Orientierung verlieren und stattdessen in der Langeweile enden. Der Film nimmt sich viel Zeit für das Ausstaffieren Harrys mit den nötigen Zauberutensilien oder die Inhalte des Unterrichts in Hogwarts, verzichtet aber weitgehend darauf, den Figuren so etwas wie Tiefe zu verleihen. So entsteht ein seltsamer Mix aus Indiana Jones, Horrorelementen (auch wenn der Film alles in allem deutlich weniger düster ist als das Buch) und Internatsgeschichte ohne erzählerischen Faden.

Bestes Zitat:

„Es tut nicht gut, wenn du nur deinen Träumen nachhängst und vergisst zu leben.“

Der Trailer zum Film:

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